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15.03.2009, 12:10


RohstoffReport
6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 Ein Service der BörseGo AG
RohstoffReport
6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 Ein Service der BörseGo AG
Edelmetalle Seite 03
Anleger stürzen sich auf die Edelmetalle
Goldaktien Seite 04
Blackrock rät zum Einstieg in Goldaktien
Umfrage Seite 06
PwC: Umfrage unter CEOs der Bergbaubranche bringt einige
interessante Erkenntnisse!
Energieträger Seite 07
Die Erneuerbaren Energieträger sind die Zukunft
Aktueller Rohstoff-Kommentar Seite 08
Investieren in Rohstoffe Seite 11
„Das schnelle Geld für „Öl-Shorties“
Neues Airbag-Papier auf den Agrarsektor
Video und Performance Tabelle Seite 13
Charts der LME Seite 15
Basismetalle Seite 16
Soft-Commodities Seite 17
Energie & Indizes Seite 18
Chartcheck Seite 19
Impressum und Termine Seite 21
Editorial



Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Märkte sind weiterhin in einem Verkaufsmodus.
Es spricht immer mehr dafür, dass es zu
einer tatsächlichen Verstaatlichung der Banken
kommen muss. Die bekannten Volkswirte Nouril
Roubini, Joseph Stiglitz und Dean Baker haben
am Dienstag letzter Woche nach der Verabschie


dung des Rettungsplans von US-Finanzminister Timothy Geithner dieses
als nicht wirkungsvoll bezeichnet und fordern allesamt die Verstaatlichung
der Banken.

Und darum geht es: Das Problem der Banken liegt nicht in ihrem traditionellen
Geschäft: Auch weiterhin werden Privatkunden und Unternehmen
Kredite benötigen, Festgeldkonten anlegen, Aktien handeln wollen,
Bausparverträge abschließen wollen. Das Problem sind die so genannten
toxic assets – also illiquide und nicht mehr handelbare Wertpapiere – sie
sind deswegen nicht mehr handelbar, weil sie bisher nur von Bank zu
Bank gehandelt wurden – und es keine Börse für diese Produkte gibt.
Daher fehlt jetzt ein Marktpreis – und angenommen wird nach dem so


Editorial 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 2
genannten Mark to Market Bewertungsverfahren, das weltweit als
Bilanzierungsstandard gilt, ein Wert von Null angenommen. Produkte wie
CDS – credit default swaps – Kreditausfallversicherungen – sind hier exemplarisch
zu nennen.

Eine Bad Bank – oder das in Timothy Geithners Rettungspaket geplante
Kaufprogramm über 1000 Milliarden US-Dollar für illiquide Bank-Assets
impliziert, dass die Regierung einen Kaufpreis für diese Produkte quasi
erfinden muss – womit sie Gefahr läuft, zu viel zu bezahlen.

Nur eine Verstaatlichung der Banken ist nach Ansicht von Roubini, Stiglitz
und Baker nach eine Lösung – der Staat trennt das traditionelle Geschäft
der Banken von den illiquiden Assets, peppelt das Traditionsgeschäft auf
und schreibt zeitgleich die illiquiden assets ab. Nach ein paar Jahren
besteht dann die Hoffnung, das Traditionsgeschäft wieder zu privatisieren
und möglicherweise wird es dann auch wieder Marktpreise für die illiquiden
Assets geben – sodass der Staat schlussendlich als Gewinner dastehen
könnte.

In diesem Report bringen wir Ihnen die neuen Statistiken von ETF
Securities: Es zeigt sich, dass Anleger wie nie zuvor Gold und Öl kaufen –
und sich außerdem neuerdings auch auf Platin und Palladium stürzen. Die
Edelmetalle sind eine Angstwährung: Die Kurse steigen, obwohl der US-
Dollar immer stärker wird. Das demonstriert Stärke und wachsende Zweifel
an der Bonität der Regierungen, die jetzt nicht mehr mit Millionen- der
Milliardensummen argumentieren, sondern mittlerweile schon in den
Billionenbereich vorgedrungen sind.

Viel Spaß beim Lesen des heutigen Reports wünscht

Ihr Jochen Stanzl
Chefredakteur Rohstoff-Report

Sonderthemen im
Rohstoff-Report in 2009

Monat Topthemen
März 2009 Rohstoffinvestments
mit CFDs
April 2009 Rohstoffinvestments
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Mai 2009 Rohstoffinvestments
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Anleger stürzen sich
auf die Edelmetalle
ETF Securities, der größte Emittent von börsennotierten Rohstoffen (ETCs), meldet einen weiteren Mittelzufluss bei physisch besicherten Gold-ETFs
von 62,083 Unzen auf 7 Millionen Unzen, einem neuen Allzeithoch. Besonders stark hätten sich die beiden Produkte ETFS Physical Gold (PHAU)
und Gold Bullion Securities (GBS) entwickelt.
Edelmetalle 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 3
Anleger stürzen sich
auf die Edelmetalle
ETF Securities, der größte Emittent von börsennotierten Rohstoffen (ETCs), meldet einen weiteren Mittelzufluss bei physisch besicherten Gold-ETFs
von 62,083 Unzen auf 7 Millionen Unzen, einem neuen Allzeithoch. Besonders stark hätten sich die beiden Produkte ETFS Physical Gold (PHAU)
und Gold Bullion Securities (GBS) entwickelt.
Edelmetalle 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 3
Die Käufe seien vor allem durch die wachsenden Sorgen der Anleger über
die Kreditqualität privater aber auch staatlicher Institutionen zu erklären.
Außerdem sei Gold eine Absicherung gegen die Entwertung von Währungen
und eine Absicherung gegen steigende Inflationserwartungen. Letztere
würden vor allem dadurch ausgelöst, dass die Stützungsprogramme
der Regierungen immer größere Summen annehmen. Seit Mitte November
stieg der Dollargoldpreis um 31 Prozent.

Neben Gold gab es auch hohe Mittelzuflüsse in die physisch besicherten
Palladium- und Platin-ETFs. Die Einlagen stiegen bei Palladium um 51,897

Unzen oder 28 Prozent auf 235,000 Unzen – bei Platin um 9 Prozent auf
208,163 Unzen. Die beiden Edelmetalle profitieren offensichtlich vom neuerlichen
Appetit der Anleger auf Edelmetalle, die als eine harte Währung
in unsicheren Zeiten angesehen werden.

Auch die Erdöl-ETCs von ETF Securities verzeichnen neue Mittelzuflüsse.
Die Einlagen wuchsen allein in der letzten Woche um 183 Millionen US-
Dollar auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Das sind höhere Einlagen als in jedem
anderen Rohstoff, Gold inbegriffen.

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Source: ETF Securities
Gold Metal Holding In '000 oz, YTD
Sicherungshinterlegungen Gold In '000 Unzen, seit Jahresbeginn
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Source: ETF Securities
Platinum Metal Holding In '000 oz, YTD
Sicherungshinterlegungen Palladium In '000 Unzen, seit Jahresbeginn
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Platinum Metal Holding In '000 oz, YTD
Sicherungshinterlegungen Palladium In '000 Unzen, seit Jahresbeginn
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Source: ETF Securities
Net Cumulative Flows into Long Oil ETCs $M
Nettokapitalzuflüsse in Long Erdöl ETCs in Millionen US-Dollar

Leitartikel: Goldaktien 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 4 Leitartikel: Goldaktien 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 4
Blackrock rät zum Einstieg in Goldaktien


Die US-amerikanische Fondsgesellschaft Blackrock ist davon überzeugt, dass der Goldpreis weiter steigen wird. Dr. Graham Birch, Leiter des
Natural Resources Team, sieht einen anhaltenden Aufwärtstrend – einfach dadurch, dass die Nachfrage nach Gold das Angebot auch in Zukunft


übersteigen wird.

Gerade Minenwerte zählen dank einer kräftigen Jahresendrallye zu den
Top-Aktien. Auf Eurobasis seien sie im letzten Jahr nur um 20 Prozent im
Schnitt auf Euro-Basis gefallen. Der Goldpreis ist nach Birchs
Einschätzung ein Barometer für die Finanzängste.

"Das Goldangebot bleibt langfristig knapp, da es kaum Anzeichen für
einen nennenswerten Angebotszuwachs gibt", erklärt Birch. Mitte Januar
veröffentlichte die Beratungsfirma GFMS ihren vorläufigen Bericht für den
Goldmarkt im Jahr 2008. Darin stellte sie einen Rückgang der
Minenproduktion um 4 Prozent auf 2385 Tonnen fest, was der niedrigste
Stand seit 1995 war.

Die südafrikanische Goldproduktion fiel um 14 Prozent, was prozentual
der steilste Rückgang seit dem Jahr 1901 ist. Südafrika, das länger als ein
Jahrhundert weltgrößter Produzent war, liegt nun bei der Goldproduktion
hinter China und den USA. GFMS schätzt für das Jahr 2009, dass die
Minenproduktion bestenfalls stabil bleiben wird. Dabei gingen die
Goldverkäufe der Zentralbanken bereits um 42,5 Prozent zurück.

Auch der mangelnde Explorationserfolg der Minenbranche, die im vergangenen
Jahr nur etwa 15 Millionen Unzen durch Exploration neu
gefunden hat, sei dabei ein Faktor. "All das ist offenkundig ein gutes
Umfeld für Edelmetalle, besonders weil der invers zum Goldpreis korrelierte
US-Dollar derzeit relativ teuer bewertet wird", weis Birch. Das
bedeute jedoch auch, dass eine weitere Dollaraufwertung den Goldpreis
wieder belasten könnte.

Wachsender Wohlstand in den Schwellenländern sowie eine wachsende
Nachfrage von Anlegerseite würden dazu für eine steigende
Nachfrage sorgen. 2008 ging die Schmuckabnahme laut GFMS um acht
Prozent zurück, Produzenten reduzierten ihre Absicherungspositionen
aber um 22 Prozent und nahmen dadurch Gold vom Markt, die
Bevorratung mit Barren nahm dagegen um 62 Prozent zu.

Birch rät zum Einstieg in Goldminenaktien: "Die Bewertungen der Aktien
preisen derzeit eher die Fortsetzung eines trostlosen Szenarios ein, und
Goldwerte leiden, wie die meisten Aktien, unter dem wahllosen Verkauf
liquider Vermögenswerte und den auf breiter Front fallenden
Rohstoffpreisen." Für Mutige stelle das aktuelle Kursniveau daher eine
günstige Kaufgelegenheit dar und Gold sichere das Anlegerdepot ab.

In der ersten Hälfte des Jahres 2009 werde Gold in einer Spanne zwischen
750 und 1.080 US-Dollar pro Unze liegen.



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Umfrage 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 6 Umfrage 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 6
PwC: Umfrage unter CEOs der
Bergbaubranche bringt einige
interessante Erkenntnisse!

Ein schwieriges konjunkturelles Umfeld, fallende Nachfrage und die schlechte Kreditverfügbarkeit sind die Hauptprobleme, denen sich Vorstände
in der Berbaubranche heute stellen müssen. Der Stahlsektor im speziellen habe alle Preisanstiege aus dem Jahr 2008 abgegeben, die
Aluminiumpreise stehen ebenso unter Druck und viele Produzenten machen Verluste. Das sind die Ergebnisse der Studie „12th Annual Global
CEO Survey“ der Consultinggesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

„Es ist keine Überraschung dass die CEOs in der Bergbaubranche
schlechter eingestellt sind als in anderen Sektoren, die von PwC befragt
wurden“, so Jim Forbes, Leiter der Metallabteilung von PwC. „Sogar in
Bereichen in denen es noch tatsächlichen Bedarf nach Metallen gibt,
können die Kunden oft keine Kredite für die Finanzierung ihrer Käufe
bekommen.“

80 Prozent der Vorstände in der Bergbaubranche sind optimistisch, was
die langfristigen Wachstumstrends in ihrer Branche anbelangt. Sie rechnen
mit einer Umsatzsteigerung in den nächsten drei Jahren.
Gemeinschaftsunternehmen und strategische Allianzen sind beliebt – 76
Prozent der Befragten wollen die Zusammenarbeit mit anderen
Unternehmen in den kommenden Jahren ausbauen. 36 Prozent fokussieren
sich auf neue geographische Märkte.

„Durch die Krise sind nur 4 Prozent der Vorstände für Fusionen und
Akquisitionen als Mittel, ihre Umsätze zu vergrößern – eine Ansicht die
Sinn macht, da die fallenden Metallpreise bereits die Wirtschaftlichkeit
jüngst abgeschlossener Akquisitionen in Frage stellt“, so Forbes.

Die Vorstände in der Bergbaubranche sind außerdem geneigter als
andere Vorstände, konkurrierende Produzenten mit niedriger Kostenbasis
als Konkurrenten zu sehen. 56 Prozent sehen dies als Bedrohung an,
gegenüber 48 Prozent im Schnitt über alle befragten Sektoren.

48 Prozent der Befragten sind besorgt darüber, dass die Abhängigkeit der
Welt von fossilen Energieträgern starke Auswirkungen auf ihre
Unternehmen haben wird. Die Beschaffung geeigneter Arbeitskräfte und
Spezialisten wird nicht so sehr als noch im letzten Jahr als Schwierigkeit
angesehen. 28 Prozent planen die Erhöhung ihrer Mitarbeiterzahl, nur 20
Prozent erwägen Entlassungen. 32 Prozent sind etwas oder extrem
besorgt, dass der Mangel an qualifizierten Fachkräften das
Wachstumspotenzial ihrer Unternehmen negativ beeinflussen wird, nach
66 Prozent im letzten Jahr. 60 Prozent sind besorgt darüber, dass das fallende
Interesse an den Studienbereichen Wissenschaft und Technologie
ihr Unternehmen langfristig ausbremsen wird.


Energieträger 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 7
Die Erneuerbaren Energieträger
sind die Zukunft
Energieträger 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 7
Die Erneuerbaren Energieträger
sind die Zukunft
Es gibt drei Gründe, warum erneuerbare Energien die Zukunft unserer Zivilisation sein müssen:


1) Die fossilen Energieträger sind endlich und werden immer teurer,
2) die Verbrennung von fossilen Energieträgern ist ineffizient, da sie als Abfallstoff Treibhausgase erzeugt, die unsere Biosphäre
nicht länger aufnehmen kann, deren Teil wir sind
3) und die fossilen Brennstoffe schaffen wachsende Abhängigkeiten, welche Staaten und Demokratien gefährden.

Erneuerbare Energien beginnen nicht bei der Beschaffung der Treibstoffe, da
man Wasser, Wind und die Sonne nicht privatisieren kann. Diese Rohstoffe
sind verfügbar. Die erneuerbaren Energien beginnen bei der Technik. Das ist
nichts anderes als der Beginn eines Strukturwandels, der die unendlichen
Ressourcen der Naturkräfte beginnt zu nutzen. Wie es Dr. Hermann Scheer,
der Vorsitzende des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for
Renewable Energy, WCRE, //wcre.org) sagt: „Wenn wir nun jedes
alte Kohlekraftwerk und jedes alte Atomkraftwerk nicht mehr durch neue
Atomkraftwerke und neue Kohlekraftwerke erneuern sondern gegen erneuerbare
Energien eintauschen, dann haben wir es geschafft.“ Herrn Dr. Scheer
finden Sie auf seiner Webseite //hermannscheer/de/

Besuchenswert ist auch //eurosolar – die Seite des
Europäischen Verbands Erneuerbarer Energien.

Zugegeben, die Notwendigkeit, fossile Energieträger durch alternative Energien
zu ersetzen, drängt sich angesichts des Ölpreissturzes der vergangenen
Monate unter Kostenaspekten derzeit nicht auf. Doch, sobald die Weltwirtschaft
erste Anzeichen für eine deutliche Belebung liefert, dürfte das Pendel
beim Ölpreis wieder im gleichen Ausmaß nach oben schlagen, wie es in
den vergangenen Monaten nach unten reagiert hat. Weil die Anstrengungen,
neue Öl- oder Erdgasquellen zu finden und zu erschließen aufgrund
der Kreditkrise erheblich nachlassen, wird sich dies angesichts des rückläufigen
globalen Ölfördermaximums (Peak Oil) über kurz oder lang in deutlich
steigenden Ölpreisen niederschlagen. Doch das Hauptargument für Erneuerbare
Energien (EE) findet man natürlich nicht auf der Kostenseite, sondern
bei Betrachtung der Umweltaspekte. Am 27. Januar wurde die Internationale
Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) in Bonn gegründet. IRENA soll laut
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel das internationale Sprachrohr für erneuerbare
Energien werden. Die Initiative der Bundesregierung zur Gründung
von IRENA wurde von Spanien und Dänemark von Anfang an aktiv

unterstützt. An der Ende Januar stattgefundenen Konferenz nahmen mehr
als 100 Regierungsdelegationen teil, von denen 60 Prozent aus
Entwicklungsländern stammten.

In einem Interview des Tagesspiegel beklagte sich Gabriel darüber, dass
weltweit mehr als 240 Milliarden US-Dollar Subventionen für fossile Energieträger
wie Öl-, Gas-, Kohle- und Atomindustrie ausgegeben werden, und nur
20 Milliarden für die Unterstützung erneuerbarer Energien. Während die Ölindustrie
und die Nuklearbranche über mächtige Interessenvertreter Meinungspolitik
betreiben, fehlt der noch relativ jungen Branche ein starkes internationales
Sprachrohr. Dies soll sich nun mit der Gründung von IRENA
ändern. Die Agentur soll insbesondere Entwicklungsländer bei der Lösung
ihrer Energieprobleme unabhängig beraten. Eine zentrale Energieversorgung
ist dort oftmals nicht machbar und selten sinnvoll. Regenerative Energieträger
können hier zum Beispiel eingesetzt werden, um auch die ländliche
Bevölkerung an ein Stromnetz anzuschließen. Schwerpunkt der Arbeit von
IRENA wird die Beratung ihrer Mitgliedsstaaten sein – ähnlich zur Internationalen
Energieagentur, die sich aber auf traditionelle Energieträger fokussiert.
Oftmals müssen dort erst einmal die Rahmenbedingungen geschaffen, Kompetenzen
aufgebaut sowie Finanzierung und Technologie- und Wissenstransfer
für erneuerbare Energien verbessert werden. Man darf gespannt
sein, ob die neue Organisation in der Welt der Wirtschaft ähnlich stark gefragt
sein wird wie dies zum Beispiel bei der Internationalen Energieagentur
(IEA) der Fall ist. Viele Kritiker werfen der IEA vor, ein gestörtes Verhältnis zur
Erneuerbaren Energie zu haben. Ein eigenes Sprachrohr für Erneuerbare
Energien scheint somit durchaus eine Existenzberechtigung zu haben.

Wir berichten fortlaufend über die Erneuerbaren Energien auf

//boerse-go/themen/rohstoffe
//boerse-go/themen/klimawandel/start


RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 8
Aktueller Rohstoff-Kommentar


von Jochen Stanzl

Aktueller Marktkommentar:

Getreide

Die Sojabohnenpreise fielen in der letzten Woche um rund 5 Prozent.
Belastend wirkte sich auf die Preise aus, dass das US-Landwirtschaftsministerium
am 10. Februar seine Prognose für die weltweite Sojanachfrage
um 1,9 Prozent gegenüber der Januarprognose senkte.
Außerdem ging die Bohnenverarbeitung in den USA im Dezember um
14 Prozent zurück, da die Nachfrage nach Sojamehl zur Tierfütterung
nachgelassen hat. Schwach entwickeln sich außerdem weiter die Ölpreise,
die eine Nachfrageschwäche nach Biodiesel vermuten lassen.

Über Mais und Weizen lässt sich nichts Neues berichten. Die Preise
bewegen sich innerhalb einer engen Spanne, in der sie auch schon
in der Vorwoche verharrten. Auf Seiten von Weizen beachten Sie bitte
unseren aktuellen Chartcheck, den Sie abrufen können auf

//godmode-trader/de/rohstoff-analyse/WEIZENBullenversammlung-
aber-Ausbruch-abwarten,i133977,a1160323.html

Aktueller Marktkommentar:

Soft Commodities

Die Preise für Baumwolle fielen auf den niedrigsten Stand seit 1 ?
Monaten, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium am 10.
Februar seine Nachfrageprognose gegenüber Januar um weitere 2,3
Prozent senkte. Die Baumwollnachfrage soll auf dem niedrigsten Stand
seit 71 Jahren liegen und nur noch 112,6 Millionen Ballen in 2009

erreichen. Das liegt vor allem daran, dass die chinesischen
Baumwollimporte sich nicht erholen. Sie sanken im Jahr 2008 um 14
Prozent und erholten sich seither nicht – der Rückgang im letzten Jahr
war der erste seit zehn Jahren. Das Resultat ist, dass die
Anbauflächen für Baumwolle in den USA auf den niedrigsten Stand
seit 100 (!) Jahren fallen werden – auf 7,41 Millionen Acres. Das wird
in den 12 Monaten bis zum Juli zu einem Angebotsrückgang von US-
Baumwolle um 7,4 Prozent führen, so das Ministerium.

Die Kakaopreise machten in der letzten Woche einen Rücksetzer,
nachdem sie das höchste Niveau seit 5 1/4 Monaten erreichten. Proteste
von Arbeitern in der Elfenbeinküste, dem größten Produzentenland
für Kakao der Erde, verhindern weiterhin, dass die Ernte vom Inland
an die Häfen gelangen kann. Und das zu einer Zeit, in der Nachfrage
wächst: Im vierten Quartal wurden in den USA 1,4 Prozent mehr
Kakaobohnen vermahlen, als noch ein Jahr zuvor. Der Internationale
Kakaoverband ICO rechnet damit, dass das Defizit am Kakaomarkt im
Jahr 2009 bei 77,000 Tonnen liegen wird. Vor wenigen Wochen wurde
das Angebotsdefizit noch auf 41,000 Tonnen geschätzt.

Die Zuckerpreise haben ihre bereits einen Monat alte Rallye fortgesetzt
und erreichen ein 4 1/4 Monatshoch. Der Getreideproduzent
Cargill prognostizierte, dass es am weltweiten Zuckermarkt in diesem
Jahr zu einem Defizit von 4,55 Millionen Tonnen kommen wird, weil
Indien, der zweitgrößte Zuckerproduzent und gleichzeitig der größte
Nachfrager der Welt, das erste Mal seit 2006 zu einem Importeur wird.
Der Internationale Zuckerverband ISO sieht das Defizit hingegen nur


RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 9 RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 9
bei 3,6 Millionen Tonnen und senkte seine Ernteprognose für
Zuckerrohr und Zuckerrüben in 2009 um 4,5 Prozent. Dass die Preise
angesichts dieser Nachrichten nicht schon stärker gestiegen sind, liegt
wohl vor allem an den weiter schwachen Ölpreisen, die eine niedrige
Ethanolnachfrage vermuten lassen. Zucker ist ein Geheimtipp für steigende
Ölpreise. Anleger können auf Zucker setzen, wenn der Ölpreis
ansteigt – Zucker dürfte zum einen stärker auf steigende Ölpreise reagieren,
als Erdöl selbst und besitzt darüber hinaus noch eine flachere
Contangostruktur als Erdöl selbst, wodurch die Partizipationsrate der
Zuckerzertifikate höher ist als bei Ölzertifikaten (Stichwort Rollverluste).

Aktueller Marktkommentar:

Basismetalle

Es ist nie alles so schlimm wie es aussieht. Diesen Satz gab in der
letzten Woche ein namhafter Vertreter aus der Bergbauindustrie von
sich. Obwohl die großen Unternehmen ihre Capex-Budgets (Capex =
Capital Expenditure, zu dt. Investitionen in Kapitalgüter) um im Schnitt
30-50 Prozent kappten, gibt es auch gute Nachrichten zu vermelden.

Der oft in verschiedenen Fachartikeln bemühte Baltic Dry Index hat
sich in den letzten fünf Wochen verdoppelt – doch wie lässt sich dies
angesichts des Pessimismus, der anhaltenden Horrornachrichten aus
der Bankenwelt und der grottenschlechten Konjunkturdaten erklären?
Zum einen wohl vor allem dadurch, dass der Absturz des Index, der
die Höhe der Seefrachtraten misst, immer noch über 90 Prozent unter
seinem Hoch notiert – auch nach der Rallye noch.

Es gibt aber noch einen anderen Grund: In den letzten Wochen sprangen
die Eisenerzverschiffungen von Australien und Brasilien, den beiden
größten Produzentenländern für den Stahlgrundstoff, deutlich an.
Zielland: China. Dort stützt das 585 Milliarden US-Dollar schwere
Konjunkturprogramm die Nachfrage aus der Bauindustrie. Eisenerz ist
der am meisten verschiffte Rohstoff der Welt. 890 Tonnen Eisenerz
wurden auf dem Seeweg im letzten Jahr verschifft. Die neue Nachfrage
in den letzten Wochen stammt von den cleveren Chinesen, die die
Niedrigpreise nutzen, um sich einzudecken. Zumindest, was über den
Spotmarkt zu beschaffen ist. Und was an billigeren Seefrachtraten an
Kostenersparnissen zu bewerkstelligen ist. Die Preise für die großen
Mengen an Eisenerz werden alle über Verträge ausgehandelt. 50
Prozent der 890 Tonnen Eisenerz, die in 2008 verschifft wurden, waren
vertraglich im Preis ausgehandelt. Bei den Vertragsverhandlungen, die
jetzt langsam wieder beginnen ist zu beobachten, dass die Chinesen
und andere Nachfrageländer wahrscheinlich nicht ihre gewünschte
Kürzung der Eisenerzpreise für 2009 von 30 Prozent bekommen. Die
Spotpreise liegen aktuell nur 15 Prozent unter dem Niveau des Jahres
2008.

Die Lagerbestände der chinesischen Stahlindustrie liegen bei 60
Millionen Tonnen und damit deutlich unter dem letztjährigen
Rekordhoch von 90 Millionen Tonnen.

Aktueller Marktkommentar:

Edelmetalle

ETF Securities berichtet, dass die zur Besicherung des physisch hinterlegten
Palladium-ETFs benötigten Palladiummengen in der Woche
zum 13. Februar um 52,000 Unzen oder 30 Prozent auf 224,628
Unzen gestiegen sind. Der Physical Platinum ETC auf Platin sah zudem
Zuwächse um 9 Prozent oder 14,416 Unzen auf 202,590 Unzen in der
gleichen Woche. Das hohe Interesse an physisch besicherten Gold-
ETFs erstreckt sich nun also auch auf die volatileren kleineren
Platingruppenmetalle Platin und Palladium.

Der Goldmarkt ist wohl aktuell der einzige, an dem sich ein Börsengang
lohnt. Das zeigt der Börsengang von Real Gold Mining Ltd. in
Hongkong. Das Unternehmen nahm an der Hongkonger Börse 133
Millionen US-Dollar auf und war die größte IPO seit vier Monaten. Das
Unternehmen, das in der Inneren Mongolei nach Gold schürft, verkaufte
insgesamt 165 Millionen Aktien. Damit ist das Unternehmen mit
einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 bewertet. Emissionsbegleitende
Banken waren die Citigroup und die australische Macquarie Group.

Greenlight Capital, ein 5,1 Milliarden US-Dollar schwerer Hedgefonds
aus den USA, der von dem bekannten Hedgefondsmanager David
Einhorn gemanagt wird, hat im vierten Quartal das erste Mal Gold in
Form von physisch besicherten ETFs gekauft und hat die Position
sogar gleich zur größten Einzelposition gemacht. Insgesamt 319,7
Millionen US-Dollar investierte der Hedgefonds ind en SPDR Gold Trust,
einen ETF, der von Goldbarren besichert wird. Außerdem wurden 108,4


RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 10
Millionen US-Dollar in den Market Vectors Gold Miners ETF investiert,
der auf Goldminenaktien setzt. Die Positionen wurden gekauft, um die
Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise und die Maßnahmen der
Regierungen, diese aufzuhalten, abzudämpfen.

Aktueller Markteinschätzung:

Energie

Die Sicherung von ausländischen Ölquellen genießt höchste Priorität
bei den Chinesen, auch inmitten der Finanzkrise. Beijing teilte in der
letzten Woche mit, vergünstigte Kredite für Ölkonzerne geben zu wollen,
an denen China beteiligt ist. Außerdem will Bejing die 1,95
Billionen US-Dollar schweren Währungsreserven anzapfen, um Ölquellen
im Ausland zu kaufen. Viele private Unternehmen, aber auch staatlich
kontrollierte Ölgesellschaften wie die Petrobras, verkaufen derzeit
kleinere, etablierte Ölfelder, um ihre laufenden Großprojekte finanzieren
zu können. China könnte Nutznießer dieses Trends sein, da es so
schnell und günstig an zusätzliche Ölquellen gelangen kann. China

national Petroleum, der zweitgrößte Ölproduzent Chinas, hält den
Schritt für sinnvoll. Käufe in Übersee würden die Reserven und
Fördermengen des eigenen Unternehmens schlagartig aufbessern
und das noch zu – langfristig gesehen – sehr attraktiven Preisen. Am
„Boden des Ölpreiszyklus“ seien viele Aktiva sehr günstig bewertet, so
der Ölkonzern.

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Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 11 Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 11
„Das schnelle Geld für „Öl-Shorties“


Zwar spricht auf dem aktuellen Niveau vieles für mittel- bis langfristig
wieder deutlich anziehende Ölnotierungen - man braucht sich ja nur die
Lage auf dem Terminmarkt anzusehen – doch gibt es auch genug
Gründe, die den Preis des schwarzen Goldes zumindest kurzfristig noch
belasten könnten. Dazu gehören insbesondere die extrem hohen
Rohöllagerbestände infolge einer deutlich nachlassenden Nachfrage aus
Ländern wie China oder Indien, die noch im vergangenen Jahr für deren
starkes Wachstum verantwortlich zeichneten.

Anleger könnten sich die aktuell besonders ausgeprägte Zurückhaltung
der Marktteilnehmer auf der kurzen Strecke durch Reverse-Produkte mit
nur wenigen Monaten Laufzeit zunutze machen. Unterstützt wird dieses
Vorhaben von dem derzeit vorherrschenden, im Experten-Chargon auch
als sogenanntes „Super-Contango“ bezeichneten Phänomen, das länger
laufende Futures-Kontrakte gegenüber kürzeren extrem verteuert, sowie
der hohen impliziten Volatilität, die beide zusammen genommen für
eine mehr als attraktive Ausstattung bei den einzelnen Papieren sorgen.

Verschiedene Anbieter sind bereits auf diesen vielversprechenden Zug
aufgesprungen und geben Investoren neue entsprechende Kurzläufer
an die Hand, darunter auch die HypoVereinsbank mit ihrer morgen in
den Handel gehenden Reverse Ölanleihe Protect. Das nur drei Monate
bis zum 18. Mai laufende Zertifikat ermöglicht dem Anleger dabei eine
fixe Rendite von annualisiert 25 Prozent, wenn der zugrundeliegende
WTI Light Sweet Crude Oil Future am Bewertungstag bei Fälligkeit auf
oder unter der bei 170 Prozent des Ausgangsniveaus von 37,51 US-Dollar
festgelegten Barriere notiert. Schafft er dies nicht, ist bei diesem Bonus-
Papier allerdings ein hoher Verlust Fakt, da dann die positive Wertentwicklung
des Basiswertes spiegelverkehrt zu entsprechenden „Miesen“
im Zertifikat führt.

Gleich mit einer ganzen Armada an neuen Reverse-Discount- und
Reverse-Bonus-Produkten auf verschiedene Brent bzw. WTI Future Kontrakte
kommt die Société Générale seit kurzem daher. Dazu gehört unter
anderem auch ein von der Laufzeit her mit dem HVB-Zertifikat vergleichbares
umgekehrtes Discount-Papier ebenfalls auf die US-amerikanische

Ölsorte WTI. Das währungsgesicherte Zertifikat ermöglicht ausgehend
von einem Basiskurs beim Underlying von 45 US-Dollar und einem Cap
bei 50 US-Dollar eine maximale Auszahlung von 40 Euro (2 x Basiskurs-
Cap), was ausgehend von einem Briefkurs von 37,29 Euro einer maximalen
Rendite von 7,27 Prozent bzw. 34,70 Prozent p.a. entspricht. Durch
den verbilligten Einstieg würde dem Anleger hier am Laufzeitende aber
erst dann ein Verlust entstehen, wenn der zugrundeliegende Futures-
Kontrakt über einem Niveau von 52,71 US-Dollar notieren würde. Der
Discount beträgt bei dem aktuellen Referenzkurs des Basiswertes von
37,45 US-Dollar damit rund 29 Prozent. Im Gegensatz zur Reverse Ölanleihe
Protect gerät der Investor bei diesem Produkt zwar erheblich früher
in die Verlustzone, nimmt dafür aber dann stets mit einem entsprechenden
Abschlag an der tatsächlichen Wertentwicklung des Underlyings teil.

Der Rohstoff-Report Tipp:
Die aktuell sehr günstigen Ausstattungsvoraussetzungen bei den
Kurzläufern auf fallende Notierungen bieten dem Anleger selbst dann
noch attraktive Renditen, wenn der Ölpreis deutlich steigen würde. Je
nach individuellem Rendite-/Risiko-Aspekt hat der Investor dabei die
Wahl zwischen einem entsprechenden Discount- oder Bonus-Produkt.

Reverse Ölanleihe Protect auf den WTI Future
Emittent/WKN: HypoVereinsbank / HV5AKJ

Laufzeit: 18.05.2009

Preis: (handelbar ab 18.02.09) Ausgabepreis: 100 Euro

Reverse Discount-Zertifikat auf den WTI Future
Emittent/WKN: Société Générale / SG01J1
Laufzeit: 22.05.2009
Preis: (17.02.2009) Geld / Brief: 37,14 ? / 37,29 Euro

Autor: Armin Geier

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Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 12 Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 12
Neues Airbag-Papier auf den Agrarsektor


Die Situation an den Rohstoffmärkten scheint eindeutig. So liegen die
Notierungen nach dem Platzen der liquiditätsgetriebenen Blase im vergangenen
Sommer fast überall stark darnieder ohne dass sich selbst in
Zeiten der schlimmsten Wirtschaftskrise seit vielen Jahrzehnten an deren
mittel- bis langfristig positiven Aussichten etwas entscheidend geändert
haben dürfte. Dies gilt insbesondere für den Agrarbereich, der durch
demographische Einflüsse ebenso wie durch die Veränderungen in den
Konsumgewohnheiten großer Bevölkerungsschichten in den Schwellenländern,
sowie die zunehmende Substitution von energetischen durch
„nachwachsende“ Rohstoffe vor neuen Herausforderungen steht.

Der Anleger kann an dieser Entwicklung teilhaben, indem er entweder
auf Produkte setzt, die sich auf diverse einzelne Agrargüter beziehen
oder gleich einen ganzen Korb davon abbilden. Zu letzterer Spezies
gehört auch das neue noch bis zum 20. Februar zeichenbare Airbag-
Zertifikat auf den JP Morgan Commodity Curve Agriculture Excess Return
Index oder kurz JPMCCI, dessen Bezeichnung bereits unschwer den derzeit
sehr gefragten Optimierungsaspekt hinsichtlich einer flexiblen
Investition entlang der gesamten Terminmarktkurve erkennen lässt. So
wird auch hier im Rahmen der einmal jährlich im November stattfindenden
Indexanpassung in verschiedene Futures-Kontrakte mit unterschiedlichen
Endfälligkeitstagen gerollt, wobei ein Anlageuniversum von insgesamt
15 Agrarrohstoffen zur Auswahl steht. Dabei werden hohe
Anforderungen an die Liquidität des Börsenplatzes, sowie des einzelnen
Basiswertes, ebenso wie an die in Kennzahlen gemessene Marktgröße
auf der Basis einer ausreichend langen Handelshistorie gestellt. Die aktuelle
Index-Zusammensetzung besteht auf dem Stand Juni 2008 zu über
25 Prozent aus Futures-Kontrakten auf Mais, Weizen, Sojabohnen,
Zucker, Kaffee, Reis, Baumwolle, Kakao und Orangensaft.

JP Morgan packt den Index bei seinem neuen Produkt in eine herkömmliche
Airbag-Struktur, die aufgelaufene Kursverluste bis zur Endfälligkeit
nach drei Jahren von bis zu 20 Prozent vollständig abfängt und weiter


gehende Index-Rückgänge mit einem Faktor von 1,25 subventioniert.
Sollte der Basiswert also beispielsweise am 17. Februar 2012 um 40
Prozent auf ein Niveau von 60 Prozent des Ausgangsindexstandes gefallen
sein, so bekäme der Anleger aufgrund der intelligenten Airbag-
Lösung immer noch eine Auszahlung in Höhe von 75 Prozent des
Nennbetrages (60 Prozent x 1,25). Nach oben partizipiert das Papier 1:1
an der Index-Entwicklung bis zu einem Cap von indikativ 150 Prozent
des Referenzniveaus bei Emission. Aufgrund der eingebauten
Währungsabsicherung besteht hier allerdings kein Dollarrisiko.

Der Rohstoff-Report Tipp:
Das Produkt bietet eine Diversifikation über den Agrarrohstoffbereich
bei einer mittleren Laufzeit mit einer Optimierung bei Indexgestaltung
und Teilschutz. Allerdings können damit aufgrund des Caps nur
Renditen von bis zu 50 Prozent erzielt werden.

JPMCCI Agriculture Airbag-Zertifikat quanto
Emittent/WKN:
JP Morgan / JPM9TG

Laufzeit:
22.02.2012

Preis: (in Zeichnung:

15.01.09-20.02.09)
Ausgabepreis: 100 Euro
(zzgl. 2 % Agio)

Autor: Armin Geier

//godmode-trader/investmentcertificates/overview


Video & Wochenperformance 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 13 Video & Wochenperformance 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 13
Rohstoffvideo
der Woche

Öl&Gas-Sektor im Blick

Von und mit Jochen Stanzl, Chefredakteur bei rohstoff-report

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rr, um das Video auf der Webseite von
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Performancetabelle (Wertveränderungen seit 15. Dezember)

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8,3%
5,5%
4,9%
4,1%
2,5% 2,3%
0,0%
-1,1% -1,4%
-2,1%
-2,9%
-3,5%
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-4,7%
-5,1%
-5,6% -5,6% -5,7%
-10,3%
-11,3%
-13%
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-3%
2%
7%
PlatinSilberGoldPalladiumOrangensaftZuckerHolzMaisZinnBleiKakaoWeizenZinkBrentölSojabohnenKupferKaffeeAluminiumBaumwolleNickel

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Charts an der LME 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 15
630000
1130000
1630000
2130000
2630000
3130000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Aluminium
Aluminium Lagerbestände
80000
180000
280000
380000
480000
580000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Kupfer
Kupfer Lagerbestände
50000
100000
150000
200000
250000
300000
350000
400000
06 06 07 07 08 08
Zink
Zink Lagerbestände
0
20000
40000
60000
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100000
120000
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Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Blei
Blei Lagerbestände
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100000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Nickel
Nickel Lagerbestände
0
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4000
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8000
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12000
14000
16000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Zinn
Zinn Lagerbestände

Basismetalle 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 16
Aluminium - Klicken, um Profichart zu laden
Kupfer - Klicken, um Profichart zu laden
Zink - Klicken, um Profichart zu laden
Blei - Klicken, um Profichart zu laden
Nickel - Klicken, um Profichart zu laden
Zinn - Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Soft-Commodities 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 17
Kaffee - Klicken, um Profichart zu laden
Mais - Klicken, um Profichart zu laden
Weizen - Klicken, um Profichart zu laden
Kakao - Klicken, um Profichart zu laden
Sojabohnen - Klicken, um Profichart zu laden
Zucker - Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Energie & Indizes 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 18
Amex Gold Index - Klicken, um Profichart zu laden
Brent - Klicken, um Profichart zu laden
RICI Absolute Return - Klicken, um Profichart zu laden
Amex Oil Index - Klicken, um Profichart zu laden
Henry Hub Erdgas - Klicken, um Profichart zu laden
S&P GSCI Total Return - Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Commodities im Chartcheck 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 19
NORDDEUTSCHE -
Verkaufsdruck dürfte wieder
zunehmen

Norddeutsche Affinerie

WKN: 676650

ISIN: DE0006766504
Börse: Xetra in Euro

Kursstand: 26,12 Euro

Kursverlauf vom 13.06.2008 bis 16.02.2009
(log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Bereits seit November 2007 erweist sich der Bereich zwischen
21,12 Euro und 19,66 Euro als Bereich mit verstärktem Kaufinteresse und in
4 Anläufen prallten die Kurse an dieser breiten Unterstützungszone immer
wieder nach oben hin ab. Auch im Rahmen des nunmehr seit Juli letzten
Jahres laufenden Abwärtstrends wurde diese Unterstützung immer wieder
verteidigt und seit dem letzten Test zeigt sich im Tageschart ein kurzfristiger
Aufwärtstrend.

Bisher reichte dieses Kaufinteresse aber nicht aus, um den laufenden Abwärtstrend
zu beenden. Vielmehr scheiterten die Käufer mehrfach an der Abwärtstrendlinie,
die nun auch noch durch die exp. GDL 200 als Widerstands
verstärkt wird.

Charttechnischer Ausblick: Vor allem das mittelfristige Sentiment in den
Aktien der Norddeutschen Affinerie ist weiterhin bärisch, womit nun im
Bereich von 27,50 Euro das Risiko steigt, dass die Kurse wieder nach unten
hin wegbrechen. Prozyklisch würde dies mit einem Ausbruch unter 24,10
Euro bestätigt werden, wobei dann weitere Verkäufe bis in den Bereich von
20,00 Euro zu erwarten wären.

Erst mit einem Ausbruch über 27,75 Euro würde sich das Chartbild wieder
verbessern und weitere Kursgewinne bis 38,69 Euro wären dann möglich.
Zwischenzeitliche Korrekturen müssen aber angesichts der bis dahin auftretenden
Widerstände eingeplant werden.

FREEPORT - Bodenformation
wird aktiviert, wenn...

Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc.

Kürzel: FCX

ISIN: US35671D8570
Börse: NYSE in USD


Kursstand: 30,26 $

Kursverlauf vom 28.02.2008 bis 13.02.2009
(log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Die Aktie des US-Bergbauunternehmen Freeport-McMoRan
erreichten im Mai 2008 ein Allzeithoch bei 127,24 $ und gingen anschliessend
in eine crashartige Abwärtsbewegung über. Bis auf 15,70 $ rutschte die
Aktie im Dezember ab, bevor eine deutliche Erholung startete.

Wie viele Aktien aus dem Gold- und Silbersektor bilden die Kursmuster der
vergangenen Monate eine bullische inverse SKS als mittelfristige Bodenformation
aus, deren Nackenlinie (schwarz) aktuell attackiert wird. Das kurzfristige
Chartbild hat leicht bullische Tendenz, das mittelfristige ist nach wie vor
bärisch zu werten.

Charttechnischer Ausblick: Es bleibt spannend, ein Kaufsignal könnte in
Kürze ausgelöst werden. Ein Longeinstieg in die Freeport-McMoRan Aktie
könnte bei einem Tagesschluss oberhalb von 31,50 $ interessant werden,
stärkerer Kapitalzufluss könnte dann für eine Rallyebewegung bis 46,60 49,90
$ sorgen. Darüber lägen bei ca. 60,00 und 75,81 $ die nächsten Aufwärtsziele.


Kippt die Aktie allerdings wieder unter 20,00 $ zurück, könnte wieder Verkaufsdruck
aufkommen und eine Abwärtsbewegung bis 15,00 - 15,70 und
darunter ca. 10,00 $ folgen.

NORDDEUTSCHE
Freeport

Commodities im Chartcheck 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 20
MAGERES SCHWEIN -
Die Bären könnten nochmal
kommen

Future auf magere Schweine

Kürzel: LH im Endloskontrakt

ISIN: XC000A0AE1N8
Börse: CME in US-Cent/pound


Kursstand: 63,70 US-Cent/pound

Aktueller Wochenchart (log) seit Februar 2004 (1 Kerze = 1 Woche).

Rückblick: Der Future auf Mageres Schwein prallte 2004 von dem
Horizontalwiderstand bei 82,70 US-Cent/pound nach unten ab und hinterließ
dort ein markantes Verlaufshoch.

Seit 2006 zeichnet sich ein Horizontalwiderstand bei 76,10 US-Cent/pound
ab. Ausgehend davon kam es im bisherigen Kursverlauf kontinuierlich zu
Verkäufen. Im Jahr 2008 gelang dann endlich der Ausbruch darüber und ein
neues Verlaufshoch bei 88,97 US-Cent/pound konnte ausgebildet werden.
Aus jetziger Sicht muss dieses neue Hoch aber als Bullenfalle klassifiziert
werden. Der Wert fiel direkt darauf unter sämtliche charttechnische
Unterstützungen und präsentiert seitdem vorwiegend Schwäche.

Charttechnischer Ausblick: Es ist jetzt möglich, dass der Basiswert bis
54,22 US-Cent/pound nach unten rutscht. In diesem Bereich könnte dann
eine Stabilisierung einsetzen. Hier wirken dann einige charttechnische
Signalgeber unterstützend.

Bullische Ambitionen dürften erst wieder geweckt werden, sobald ein
Kursanstieg über 76,10 US-Cent/pound ermöglicht wird. Erst dann wären
weitere Kurszuwächse bis 88,97 US-Cent/pound denkbar.

WEIZEN -
Bullenversammlung, aber
Ausbruch abwarten

Future auf Weizen im Endloskontrakt

Kürzel W
ISIN: US12492G1040


Börse: CME in US-Cent/bushel
Kursstand: 539,00 US-Cent/bushel


Kursverlauf seit 07.06.2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Der Future auf Weizen (Wheat) im Endloskontrakt fiel in einer
dramatischen Abwärtsbewegung bis auf ein Korrekturtief bei 471,00 USCent/
bushel zurück. Ausgehend davon stieg das Kaufinteresse deutlich an.

Im Zuge der dynamischen Kurserholung konnte ein Erholungshoch bei
646,20 US-Cent/bushel eingeleitet werden.

Seitdem Erreichen des beschriebenen Verlaufshochs bei 646,20 USCent/
bushel läuft der Basiswert in einen fallenden Keil hinein. Formationstechnisch
bietet sich demzufolge eine bullische Erwartungshaltung.

Charttechnischer Ausblick: Einen regelkonformen Ausbruch kann man
jetzt abwarten. Erst ein Tagesschlusskurs über 577,00 US-Cent/bushel liefert
das entscheidende Kaufsignal. Erst dann ist charttechnische Stärke aus dem
Kursverlauf heraus abzuleiten.

Rutscht der Basiswert jetzt unter die Unterkante des Bullkeils bei 532,20 USCent/
bushel, dann dürften die bullsichen Ambitionen zurück gestellt werden.
In dem Fall sollten weitere Kursabgaben bis 471,00 US-Cent/bushel einkalkuliert
werden.

Mageres Schwein
Weizen

Terminausblick & Impressum 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 21
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
13:30 Uhr US Geflügelpreise
20:30 Uhr Commitment of Traders
22:00 Uhr Crop Progress
Grain Stocks, Rice Stocks
Winterweizenauspflanzungen
22:00 Uhr Weather – Crop Summary
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
20:30 Uhr Commitment of Traders
WOCHE 1WOCHE 2
Terminausblick & Impressum 6. Jahrgang | Ausgabe 04 | 17.02.2009 21
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
13:30 Uhr US Geflügelpreise
20:30 Uhr Commitment of Traders
22:00 Uhr Crop Progress
Grain Stocks, Rice Stocks
Winterweizenauspflanzungen
22:00 Uhr Weather – Crop Summary
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
20:30 Uhr Commitment of Traders
WOCHE 1WOCHE 2


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Gast 

15.03.2009, 12:10


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Bernde
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hab isch heute im radio gehört das dieses komische internet amt da oder wer das auch ist die hinteren kürzel erweitern will. wie z.B. für auto seiten könnte man dann das .auto nehmen oder für kochseiten z.B. das .essen oder so. Sie machen das mit der...
sevrec18627.06.2008, 17:00
s-lab
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