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|  04.02.2009, 19:20
RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 Ein Service der BörseGo AG ... ist das Schlimmste schon vorbei? RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 Ein Service der BörseGo AG ... ist das Schlimmste schon vorbei? Leitartikel: Eine Bohne namens Soja Seite 03 Aktueller Rohstoff-Kommentar Seite 07 Investieren in Rohstoffe Seite 10 Gold und Silber – Das Edelmetall-Duo mit Airbag DB-Optimierungsansätze mit Teilschutz Video und Performance Tabelle Seite 12 Charts der LME Seite 14 Basismetalle Seite 15 Soft-Commodities Seite 16 Energie & Indizes Seite 17 Chartcheck Seite 18 Impressum und Termine Seite 19 Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
ist das Schlimmste bereits vorüber? Nouriel Roubini, Professor an der Universität von New York und einer der wenigen, die den Crash im Jahr 2008 vorhergesehen haben, sagte in der letzten Woche, dass die Krise schneller vorbei sein könnte, als viele glauben. Betrachtet man sich den ISM Index aus den USA, der die Aktivität in der dortigen verarbeitenden Industrie misst, so stieg dieser Index im Januar das erste Mal seit Juni 2008 – von 32,9 auf 35,6 Punkte. Das ist wichtig – denn in vergangenen Rezessionen hat der Aktienmarkt zeitgleich mit dem ISM Index einen Boden ausgebildet.
Betrachten wir uns beispielsweise die Rezession im Jahr 1974: Damals fiel der ISM mehrere Monate lang, zeigte dann aber von Dezember 1974 bis Januar 1975 einen Anstieg von rund 31 auf knapp unter 35 Punkte. Der Aktienmarkt begann bereits im Januar anzusteigen, und fiel danach nie wieder auf neue
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Editorial 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 2 Tiefs, obwohl der ISM bis März nur seitwärts tendierte. Im März 1975 notierte der Dow Jones bereits wieder 35 Prozent über seinen Tiefs.
Oder betrachten wir das Jahr 1980: Damals erreichte der ISM ein Tief im Frühjahr 1980 bei 30 Punkten und stieg bis November 1980 auf 58 an. Der Dow Jones Index kletterte in der gleichen Zeit von 740 auf 1000 Punkte. Das Interessante: Die Bodenbildung am Aktienmarkt fand in beiden Rezessionen zum gleichen Zeitpunkt statt, wie die Bodenbildung im ISM. (Alle Nachrichten und Analysen zum ISM-Index finden Sie bei uns auf: //boerse-go/archiv/query/ISM).
Sehr genau beobachten muss man derzeit außerdem den Kupferpreis, der sich deutlich von seinen Tiefs entfernt hat und trotz neuer Anstiege bei den Lagerbeständen in London und einem weiter starken US-Dollar keine neuen Tiefs ausbildete. (Link zum Kupferpreis: //boerse-go/profil/aktie/instrumentId/133987). Das gleiche gilt für den Ölpreis. Der Baltic Dry Index, der die Seefrachtkosten weltweit misst, liegt noch deutlich unter seinen Hochs, steigt aber seit Januar wieder an.
Einen weiteren Grund zur Hoffnung sehe ich im größten brasilianischen Eisenerzproduzenten Vale – er erhöhte sein Investitionsbudget von 10 Milliarden US-Dollar in 2008 auf 14 Milliarden US-Dollar in 2009. Die Pharmakonzerne Pfizer und Wyeth fusionierten. Die allgemeine Stimmung ist extrem schlecht, was als Kontraindikator schon wieder positiv zu werten ist. Aber ist das der Boden? Ich weis es nicht. Möglich ist aber, dass es in der zweiten Jahreshälfte eine Stabilisierung geben wird.
Auch die aktuelle Umfrage auf unserer Webseite boerse-go bringt interessante Erkenntnisse. Wir stellen den Besuchern der Seite dort seit Mitte letzter Woche die Frage: „Glauben Sie wie viele Experten an eine Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte?“. 30,99 Prozent der Befragten glauben, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Stabilisierung der Weltwirtschaft kommen wird, 27 Prozent rechnen erst 2010 damit, 25 Prozent sehen eine Erholung erst 2011 oder später. Nur 16,7 Prozent glauben an eine steile Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Auch Ihre Meinung interessiert uns. Nehmen Sie auch an der Umfrage auf boerse-go teil!
In diesem Report betrachten wir uns Sojabohnen näher: Saisonale Trends spielen bei den Agrarrohstoffen eine große Rolle. Am Markt für Sojabohnen spielen gerade mehrere Kräfte zusammen, die zu einem Preisrückgang in den nächsten Tagen führen könnten. Dieser Preisrückgang ist meiner Meinung attraktiv für den Aufbau von Long-Positionen. Warum, erfahren Sie im heutigen Leitthema.
Sonderthemen im Rohstoff-Report in 2009
Monat Topthemen Februar 2009 Sonderpublikation Edelmetalle Gold & Silber März 2009 Rohstoffinvestments mit CFDs April 2009 Rohstoffinvestments mit Fonds Mai 2009 Rohstoffinvestments mit Zertifikaten
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Lesen Sie sich speziell auch den Wochenrückblick durch. Es gibt wieder sehr viel Neues zu berichten. Beispielsweise bei Gold: Dort traf meine Einschätzung ein, dass die Schmucknachfrage bei weiter steigenden Preisen einbrechen wird. Gerade in Indien und im arabischen Raum gibt es Einbrüche um 70-90 Prozent. Wie das einzuschätzen ist, lesen Sie im Wochenkommentar in dieser Ausgabe.
Viel Spaß beim Lesen des heutigen Reports
Ihr Jochen Stanzl Chefredakteur Rohstoff-Report
Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 3 Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 3 Eine Bohne namens Soja
Agrarrohstoffe bieten Chancen auf kräftige Kursgewinne im Jahr 2009. Das Wetterphänomen La Niña wird seit Wochen stärker und sorgt schon heute für Dürren in Südamerika. Außerdem sind Getreide weitaus resistenter als andere Rohstoffe gegenüber der Schwäche der Weltwirtschaft. Unter den Getreidesorten sticht vor allem das proteinhaltige Soja als beste Anlagechance heraus: Die Chinesen haben zum Jahreswechsel große Mengen eingekauft. Nach dem Ende der chinesischen Neujahresfestivitäten (sie dauern in China bis zum 9. Februar) könnten sich die Einkäufe der Chinesen erneut beschleunigen. Die Volksrepublik ist der weltweit größte Sojaimporteur. Auf der Angebotsseite wird Argentinien, der drittgrößte Exporteur, von der schlimmsten Dürre seit fast 50 Jahren heimgesucht. Soja ist damit inmitten der Wirtschaftskrise ein Gut, dessen Nachfrage stark steigt, während das Angebot fällt – eine seltene Konstellation in diesen Zeiten. Wenn das Angebot fällt und die Nachfrage wächst steigen die Preise. Das bietet Chancen für Anleger. Wer jedoch zu teuer einsteigt, könnte das Nachsehen haben. Wir erklären in diesem Artikel, warum die Preise im Februar fallen und sich dann ein Einstieg lohnen könnte.
Sojabohnen werden in Chicago an der Terminbörse CBOT in einer etwas antiquierten Einheit gehandelt: Dem Scheffel. Je nach Getreidesorte ist ein Scheffel unterschiedlich schwer - bei Soja sind es umgerechnet 27,2 Kilogramm. Diese Menge kostete in Chicago im Juli 2008 soviel wie nie zuvor
- 16,63 Dollar wurden im Hoch gezahlt. Daran war vor allem der hohe Ölpreis schuld, der die Biodieselnachfrage kräftig anheizte. Da aus Sojabohnen Biodiesel hergestellt werden kann, hatte die Nachfrage nach Sojabohnen Hochkonjunktur. Mit dem Crash beim Ölpreis kam der Crash bei den Sojapreisen: Sie brachen im Dezember bis auf 7,79 Dollar ein. Zwar konnten sie sich bis zum 12. Januar wieder bis auf 10,60 Dollar erholen. Heute kostet das Scheffel Soja aber wieder rund einen Dollar weniger bei 9,59 Dollar gehandelt. Die Preise könnten Anfang Februar weiter fallen. Gerade Agrarrohstoffe bewegen sich nach saisonalen Gesetzen. Die Preise fallen, wenn die Ernte am Markt eintrifft, und steigen, wenn die Pflanzen gerade heranwachsen und somit gefährdet gegenüber Wetterextremen und Schädlingsbefall sind. Während des Jahres wird eine so genannte Risikoprämie aufgebaut und wieder abgebaut, was die Preise verändert. Ein besonderes saisonales Merkmal bei Sojabohnen ist die so genannte „Februarpause“. Sie wirkt sich schon im Januar aus und erreicht Anfang
Februar ihren Höhepunkt, wenn Landwirte ihre Vorräte aus steuerlichen Erwägungen verkaufen oder Bargeld brauchen, um die Aussaat für das neue Jahr finanzieren zu können. Die „Februarpause“ erklärt sich aber noch durch einen weiteren Umstand. In den USA werden Sojabohnen vorwiegend auf dem Wasserweg zu den Exporthäfen oder Verarbeitern im Inland transportiert. Das ist der kostengünstigste Transportweg, er birgt aber auch Gefahren. Im Winter kann es vorkommen, dass einige Flüsse zufrieren, was den Transport behindert. Die Getreideheber, die Zwischenhändler, die Getreide von den Landwirten kaufen und die Ware für den späteren Verkauf an Kunden lagern, gehen im Januar und Anfang Februar mit niedrigeren Geboten an den Markt, da sie ihre Gewinnmargen schützen wollen. Die gefrorenen Wasserwege erhöhen ihre Transportkosten.
Land % Anteil an der Weltproduktion USA 43,3 Argentinien 15,4 Brasilien 22,1 China 8,9 Die größten Weltproduzentenländer für Sojabohnen
Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 4 Typischer saisonaler Verlauf im 5- und 15 Jahresschnitt Diese beiden Faktoren belasten die Sojapreise bis Anfang oder Mitte Februar. Danach nimmt der Verkaufsdruck ab, da die ersten Wasserwege wieder auftauen und die Landwirte auf ihre Felder fahren, um sie für die neue Saison vorzubereiten. In diesem Jahr könnte es sich lohnen, ein mögliches Tief bei den Sojapreisen im Februar zum Einstieg zu nutzen. Die außerordentlichen Verkäufe wegen der „Februarpause“ könnten die Preise belasten, aber nur zeitweise. Denn Argentinien erlebt gerade die schlimmste Dürre seit fast 50 Jahren, und das inmitten der Blütephase, in der die Pflanzen am anfälligsten gegenüber extremen Wetterverhältnissen sind. Bleibt der Regen in den nächsten Wochen weiter aus, so wird es zu kräftigen Ernteeinbußen kommen. Da sich die USA auf dem Weltmarkt im direkten Wettbewerb mit Südamerika behaupten müssen, erhöhen Ernteverluste in Argentinien die Exportchancen für Soja aus den USA. Brasilien und Argentinien haben einen Weltproduktionsanteil bei Sojabohnen von zusammen 37,5 Prozent, gegenüber 43,3 Prozent der USA.
Wachstumsphasen der Sojabohnen Der Großteil der Sojabohnen wird in den USA ab dem 10. Mai bis zum 23. Juni ausgesät. Ideal ist es, wenn die Aussaat bei milden Tempera- turen und moderaten Niederschlägen stattfindet, weil dann der Boden locker genug ist und so leicht bearbeitet werden kann. Bei zu starkem Regen sinken die schweren Traktoren im Boden ein, bei zu trockenem Boden kann der Boden nur schlecht für die Aussaat vorbereitet wer- den. Wenn es zu starken Regen oder zu wenig Regen gibt, oder es zu kalt oder zu heiß ist, kann es zu Verzögerungen der Aussaat kom- men, wodurch meistens die Ertragsraten fallen. Es kam in den letzten Jahren immer wieder zu Verzögerungen, sodass der Markt in dieser Zeit dazu tendiert, eine Risikoprämie in den Sojapreisen zu eskomp- tieren. Einige Tage nach der Aussaat keimen die Sojabohnen. Obwohl die Sojabohne als eine der resistentesten Nutzpflanzen gilt, ist die Pflanze bis Ausbildung ihrer Wurzeln sehr anfällig gegen Schädlingsbefall, ex- treme Wetterverhältnisse oder Wildfraß. Wenn die Wurzel gebildet ist, ist Soja jedoch sehr robust. Die Pflanze ist sehr periodisch – Landwirte können Tage im Kalender auswählen und mit einer Treffgenauigkeit von wenigen Tagen bestimmen, wann die Pflanze geerntet werden kann. Die einzige Phase, die alles verderben kann, ist die Blütephase. Sie ist neben der Keimphase der kritischste Lebensabschnitt der Pflanze: Eine gute Blüte spricht für eine gute Ernte – normalerweise blühen Sojabohnen in den USA in der zweiten oder dritten Juliwoche. Nach der Bestäubung bilden die Pflanzen dann Bohnenhülsen, die später jeweils vier bis sechs Bohnen enthalten werden. Nach der Be- stäubung hat die Sojabohne ihr Wurzelwerk vollständig ausgebildet und kann dann auch extremen Wetterverhältnissen trotzen (außer Frost). Ihre bis zu 1,5 Meter tiefen Pfahlwurzeln verleihen ihr eine sehr hohe Stabilität. Daher gilt die Ernte zum Zeitpunkt der Bestäubung als „gemacht.“ Die Bestäubung ist normalerweise bis Mitte August abge- schlossen. Die Bohnenhülsen erscheinen normalerweise am unteren Teil der Pflanze, während der obere Teil der Pflanze noch blüht. Dieses Stadi- um dauert von Ende Juli bis Ende September. Die Ernte beginnt in den USA um den 21. September – die heiße Phase dauert vom 1. Oktober bis zum 25. Oktober. Normalerweise ist die Sojaernte dann am 10. November vollständig in allen US-Bundesstaaten abgeschlossen. Ide- ale Bedingungen für die Ernte sind leicht über dem Gefrierpunkt lie- gende Temperaturen und nur geringer Niederschlag. Warmes und nasses Wetter kann die Feldarbeiten erschweren, heftiger Schneefall oder Regen eine Ernte unmöglich machen. Preisverlauf von Sojabohnen aufrufen - hier klicken Echtzeit-Kurse zu Sojabohnen und den Rohstoffen - hier klicken Ganze Sojabohnen haben nur begrenzten Nutzwert. Sie können als Samen für die kommende Saison gelagert und außerdem zum kochen, rösten oder zur Verarbeitung von Tierfutter verwendet werden. Vorwiegend werden Sojabohnen jedoch zu Sojamehl und Sojaöl ver- arbeitet. Die Verarbeitung der Bohnen zu Öl oder Mehl wird als „Crushing“ bezeichnet. Ursprünglich wurden große Walzen verwendet, Bundesstaat Beginn Aktivste Phase Ende Illinois 6. Mai 15. Mai – 9. Juni 16. Juni Iowa 4. Mai 14. Mai – 2. Juni 17. Juni Minnesota 6. Mai 16. Mai – 3. Juni 23. Juni Indiana 5. Mai 15. Mai – 5. Juni 20. Juni Ohio 5. Mai 10. Mai – 7. Juni 23. Juni Normale Pflanzzeiten für Sojabohnen in den USA (5 Top-Produzenten-Staaten)
Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 5 Wachstumsphasen der Sojabohnen um das Öl aus den Bohnen zu extrahieren. Das verbleibende Material wurde getrocknet und gereinigt, um Mehl herzustellen. Heute ist der Prozess chemisch, wird aber immer noch als „Crushing“ – zu Deutsch „mahlen“ bezeichnet. Sojaöl wird vorwiegend für essbare Produkte wie Margarine, Salat- und Kochöl sowie Backfett verwendet. Das Öl wird außerdem in begrenzten Mengen auch in der chemischen Produktion sowie zur Herstellung von Farben, Schmierstoffen und Lacken verwendet. Die wichtigsten Substitute für Sojaöl sind Rapsöl, Baumwollsamenöl, Sonnenblumenöl und Tieröle wie beispielsweise Fischöl. Aufgrund der hohen Wettbewerbsdichte der Ölindustrie und der Möglichkeit der Substitution mit zahlreichen oft gleichwertigen Produkten trägt Sojaöl nur zu 20 Prozent zum weltweiten Speiseölkonsum bei. Ein Anstieg der Nachfrage nach Speiseölen oder mangelnde Verfügbarkeit der Substitute macht Sojaöl wertvoller und lässt die Nachfrage nach Sojabohnen ansteigen. Rund 90 Prozent des Sojamehls werden zu Tierfutter verarbeitet. Sojamehl ist eine exzellente Quelle von Aminosäuren und Protein für die Tierzucht. Tierfutter ist leicht zu ersetzen, da auch Mais, Raps, Leinsamen und Baumwollsamen statt Sojamehl verwendet werden können und oft auch werden, wenn sie günstiger sind. Die Sojamehlnachfrage ist direkt korreliert zu den Preisen für Fleisch. Wenn die Fleischpreise steigen, erhöht sich die Nachfrage nach Futtermitteln wie Sojamehl. Wenn die Sojamehlnachfrage steigt, wächst die Nachfrage nach Sojabohnen. Zusammenfassung Ob es in diesem Jahr zu den typischen, der „Februarpause“ zuordenbaren Preisverlusten bei den Sojabohnen kommen wird, bleibt abzuwarten. Die Dürre in Argentinien sorgte bisher dafür, dass die Preise nicht deutlich fie- len. Aus saisonalen Gesichtspunkten wären Kursrückgänge in den näch- sten Tagen willkommen, um eine Long-Position im Markt aufzubauen. Dies jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass sich die Lage an den Finanz- märkten nicht weiter eintrübt. Neue Zwangsverkäufe und Liquidationen von Indexfonds und anderen kapitalstarken Marktteilnehmern würde die Preise der Sojabohnen deutlich belasten – unabhängig davon, wie sich die fundamentalen Daten entwickeln. Sollte sich der Markt jedoch weiter stabilisieren, erscheint uns ein Einstieg bei fallenden Kursen in den näch- sten Tagen attraktiv. 920 930 940 950 960 970 980 990 1000 Mär 09 Mai 09 Jul 09 Sep 09 Nov 09 Jan 10 Mär 10 Mai 10 Jul 10 Sep 10 Nov 10 Jan 11 Mär 11 Mai 11 Jul 11 Sep 11 Nov 11 Terminkurve Sojabohnen
//boerse-go/themen/automobile Die Automobilbranche steckt in der Krise.
Erfahren Sie auf BoerseGo, wie es weiter geht.
In den USA stiegen die Ausgaben für Öl vom Jahr 1999 bis 2007 von 80 auf 900 Milliarden US-Dollar – dies entspricht quasi einer Erhöhung der Besteuerung für alle Bevölkerungsschichten um 33 Prozent.
Erdöl ist Auslöser der Kreditkrise.
Verbraucher kaufen keine neuen Autos mehr.
Wie die Autokonzerne darauf reagieren erfahren Sie auf der neuen Webseite zur Autokrise auf: //boerse-go/themen/automobile Ein Service der BörseGo AG
RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 7 Aktueller Rohstoff-Kommentar
von Jochen Stanzl
Basismetalle
Aktuelle Markteinschätzung
Bei den Basismetallen sind kräftige Zuwächse bei den Lagerbeständen an der Londoner Metallbörse LME zu beobachten (siehe LME-Charts in diesem Report). Diese Lagerbestände können als Gradmesser für die Entwicklung der Nachfrage gedeutet werden. Ebben diese Anstiege ab, oder gibt es sogar Lagerentnahmen, muss irgendwo eine große Käufergruppe aufgetaucht sein. Beobachten Sie daher die LME-Lagercharts in diesem Report. Er wird ihnen genaue Hinweise über die konjunkturelle Entwicklung geben. Doch nicht nur die Nachfrageseite lässt sich an den Preisen ablesen. Vielmehr spielt auch die Entwicklung des Angebots eine große Rolle. Gerade bei Aluminium und Kupfer zeigt sich, dass die angebotsseitige Reaktion (Produktionskürzungen der Hersteller) auf die niedrigen Preise bisher inadäquat ist. Beide Metalle haben weiteres Abwärtspotenzial, da die Preise in den letzten zwei Wochen seitwärts tendierten, obwohl in der Zwischenzeit die Lagerbestände weiter kräftig wuchsen (seit 20. Januar: Aluminiumbestände +9,8 Prozent auf ein Allzeithoch von 2,8 Millionen Tonnen, Kupferbestände +20,16 Prozent auf 491,000 Tonnen). Bei Aluminium steigen die Lagerbestände an der LME in diesem Monat im Schnitt um 23,000 Tonnen täglich.
Die Preise für Aluminium bewegen sich seit dem 20. Januar in einer Seitwärtsspanne zwischen 1330 und 1400 US-Dollar/Tonne. In der letzten Woche wurde die obere Begrenzung dieser Spanne getestet – im Wochenvergleich bleibt aber ein Minus von 0,7 Prozent auf 1374 US-Dollar/Tonne. Die hohen und steil steigenden Lagerbestände sorgen für eine ausgeprägte Contangostruktur der Terminkontrakte an der LME, was Zertifikateanlegern Rollverluste beschert. Verluste machen auch die Hersteller von Aluminium, da die Grenzkosten schon deutlich
höher sind als die Weltmarktpreise. Die Weltproduktion von Aluminium wuchs in den Monaten August bis Dezember noch um 1,2 Prozent, während die weltweite Stahlproduktion um 11,5 Prozent und die Nickelherstellung um 7,4 Prozent gekappt wurde. Andere Sektoren reagieren also entschieden auf das schwache Marktumfeld, indem sie ihre Produktionsmengen kappen, bei Aluminium ist dies jedoch fast nicht zu beobachten. Das erhöht das Risiko weiterer Preiskorrekturen.
In der letzten Woche stieg der Kupferpreis noch über die technisch wichtige Marke von 3500 US-Dollar/Tonne, was jedoch wegen der üblichen schwachen Konjunkturnachrichten nicht lange wehrte. In den USA schrumpfte die Wirtschaftsleistung so stark wie seit fast 29 Jahren nicht mehr (-3,8 Prozent gegenüber Vorquartal). Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex, die die industrielle Aktivität in der für die herstellende Industrie der USA wichtigsten Industriezone misst, fiel auf den niedrigsten Stand seit 1982. Die vage Vorahnung, dass das Schlimmste noch bevorsteht, könnte in den nächsten Tagen und Wochen neue Tiefs bei den Kupferpreisen auslösen. Immerhin ist das Basismetall das Metall mit der höchsten Sensibilität, was konjunkturelle Strömungen anbelangt. Das Aufwärtspotenzial ist jedoch weiterhin vorhanden. Eine technische Gegenbewegung könnte neue Bewegungshochs in den nächsten Wochen bringen, gerade wenn sich der Aktienmarkt weiter stablisiert.
Die wichtigste Nachricht am Nickelmarkt im Januar ist die Schließung der Raventhorpe-Mine in Westaustralien. Der Hoffnungsträger in der Nickelindustrie kostet „angesichts der niedrigen Nickelpreise“ zuviel, so der Besitzer BHP Billiton, der gleichzeitig der größte Bergbaukonzern
RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 8 der Welt ist. Für die Arbeiter, Dörfer und Kommunen in der westaustralischen ist das eine Katastrophe. BHP entließ 1800 Mitarbeiter. In der ländlichen Gegend um Raventhorpe wird die Minenschließung Spuren hinterlassen. Auf dem Weltmarkt wird die Schließung ihre Signalwirkung nicht verfehlen. Dabei dachte man bis Mitte 2008 noch, mit dem über zwei Milliarden US-Dollar teuren Projekt Gewinne machen zu können. Als der Nickelpreis dann aber seine Abwärtsbewegung von 28,000 US-Dollar/Tonne auf unter 10,000 US-Dollar/Tonne fortsetzte, wurden selbst die optimistischsten Stimmen leise. Das Raventhorpe- Projekt, das wegen seiner schieren Größe weltweit Aufmerksamkeit erregte, wurde immer aussichtsloser, jemals profitabel werde zu können, als die Weltwirtschaft in eine Rezession eintrat, die Stahlproduktion einbrach und auch eine Entkopplung der asiatischen Volkswirtschaften immer unwahrscheinlicher wurde. Trotzdem dürfte das Abwärtspotenzial beim Nickelpreis begrenzt sein, da die Preise deutlich unter den Grenzkosten liegen und ein weiterer Preisrückgang zu einer kräftigen angebotsseitigen Reaktion führen dürfte. Dies würde das Angebot verknappen und die Preise stabilisieren.
Getreide
Aktuelle Markteinschätzung
Die Maispreise bewegen sich nach Erreichen des 2-Jahrestiefs im Dezember weiterhin seitwärts. Das Dezembertief lag 62 Prozent unter dem Hoch aus dem Juni 2008. Die Preise werden durch die weiter schwache Ethanolnachfrage in den USA, die Schwäche der Ölpreise und den 40 prozentigen Rückgang der US-Maisexporte im Zeitraum 1. September bis 22. Januar belastet. Die Dürre in Brasilien und Argentinien vermag es jedoch, die Preise über dem Dezembertief zu stabilisieren. Die enge Korrelation des Maispreises mit dem Ölpreis ist indes weiter vorhanden. Somit steigen die Aussichten auf Preissteigerungen bei Mais auch erst wieder, wenn der Ölpreis steigt.
Die Preise für Weizen bewegen sich innerhalb einer Spanne zwischen dem jüngst erreichten 3 3/4-Monatshoch und dem 1 ?-Jahrestief aus dem Dezember. Das Dezembertief lag 64 Prozent unter dem Hoch aus dem Juni 2008. Die Weltweizenernte wird in diesem Jahr auf 684 Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Mehrertrag hilft, die dezimierten Lagerbestände aufzufüllen. In den USA werden die Preise durch den kräftigen Exportrückgang innerhalb des Zeitraums vom 1. Juni bis zum 22. Januar zusätzlich belastet. Die Exporte brachen um 19 Prozent ein. Stützend wirkt sich die Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums aus, wonach Winterweizen in den USA in diesem Jahr auf 9 Prozent geringeren Flächen angebaut wurde. Außerdem erhöht die schlimmste Dürre in Argentinien seit fast 50 Jahren das Risiko von Ernteausfällen. Das könnte wiederum die Nachfrage nach US-Weizen beflügeln. Derzeit ist Weizen neutral einzuordnen.
Soft-Commodities
Aktuelle Markteinschätzung
Die Preise für Kakao in den USA sprangen in der letzten Woche auf den höchsten Stand seit fünf Monaten an. Nachrichten über eine geringer als erwartete Ernte in dem größten Kakaoproduzentenland der Erde, der Elfenbeinküste, treibt die Preise in die Höhe. Außerdem wuchs die Kakaoverarbeitung in den USA im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent, während die ivorischen Kakaoexporte vom 1. Oktober bis zum 11. Januar um 36 Prozent fielen. Der Internationale Kaffeeverband rechnet wegen der höheren US-Nachfrage und der geringeren Ernte der Elfenbeinküste mit einem weltweiten Angebotsdefizit bei Kakao von 77,000 Tonnen, nach 41,000 Tonnen in der ursprünglichen Prognose. Die Weltkakaoernte wird in diesem Jahr den weiteren Prognosen zufolge nur bei 3,65 Millionen Tonnen liegen, was geringer ist, als ursprünglich erwartet. Einziger Wermutstropfen ist ein Rückgang der europäischen Kakaoverarbeitung im Jahr 2008 auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren.
Die Zuckerpreise sprangen in der letzten Woche auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Zu den stützenden Faktoren zählen Spekulationen über Indien. Der nach Brasilien zweitgrößte Zuckerproduzent der Welt und gleichzeitig der größte Verbraucher des Rohstoffs könnte seinen Zuckerimportzoll von 60 Prozent fallen lassen, um von den niedrigen Zuckerpreisen auf dem Weltmarkt und der guten Verfügbarkeit des Rohstoffs zu profitieren. Gerüchteweise könnte Indien eine Million Tonnen Zucker auf dem Weltmarkt einkaufen und würde damit das erste Mal seit zwei Jahren überhaupt Zucker importieren. Der Internationale Zuckerverband ISO rechnet damit, dass der Weltmarkt in diesem Jahr einem Angebotsdefizit von 3,6 Millionen Tonnen gegenüber stehen könnte und hat seine Ernteprognose für 2009 um 4 Prozent gesenkt. Größter Belastungsfaktor für den Zuckerpreis bleibt aber weiterhin die schwache Ethanolnachfrage.
Edelmetalle
Aktuelle Markteinschätzung
Was an dieser Stelle in den vergangenen Rohstoff-Reports prognostiziert wurde, wird jetzt Realität. Die Goldpreise steigen in Richtung der 1000-Dollar-Marke, und die Schmucknachfrage bricht ein. Abu Dhabi meldet, dass die Schmucknachfrage bisher im Januar um 70 Prozent eingebrochen ist, da Gold den durch die schwache Konjunktur in ihrer Kaufkraft geschwächten Kunden bei über 900 US-Dollar/Unze zu teuer geworden ist. Tushar Patni, Vorsitzender der Abu Dhabi Gold and Jewellery Group, schließt sogar eine schnelle Erholung der Goldverkäufe aus. „Die Umsätze sind niedrig, im Januar sind sie um 70 Prozent gefallen, das ist das niedrigste Niveau seit Anfang 2008“, so
RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 9 Patni. „Die Preise sind hoch, es gibt keine Feste oder besondere Anlässe und die Kaufkraft der Kunden hat nachgelassen. Das sind die Hauptgrüne für das schlechte Geschäft.“ Auch die Nachfrage nach Goldbarren in Abu Dhabi ist gefallen: Im Januar um 50 Prozent. Auch in Indien, dem größten Schmuckmarkt der Welt, ist die Nachfrage niedrig. Schätzungen von lokalen Händlern zufolge könnte sich die Nachfrage aber wieder „leicht“ erholen, wenn die Weltmarktpreise für das Edelmetall bis auf 870 US-Dollar/Unze fallen. In Indien kauft man derzeit lieber das günstigere Altgold, was die Importnachfrage nach Gold kräftig schwächt. Wie die Bombay Bullion Association meldet, brachen die indischen Goldimporte im Januar auf 1-2 Tonnen ein – nach 18 Tonnen im letzten Jahr. Im Dezember waren sie bereits auf 3 Tonnen zurückgegangen, nach 16 Tonnen im Jahr zuvor. Auch im November gab es Einbrüche, obwohl in dieser Zeit die Hochzeitsaison normalerweise für Sonderkonjunktur bei den Goldhändlern sorgt. Eine über 900 US-Dollar/Unze reichende Rallye beim Goldpreis steht also auf tönernen Füßen.
Energie
Aktuelle Markteinschätzung
In seiner letzten Stellungnahme zur Lage der Weltwirtschaft führt der Internationale Währungsfonds IWF aus, dass das weltweite Wachstum aller Voraussicht nach auf den niedrigsten Stand seit dem zweiten Weltkrieg sinken werde. Der Druck auf die Finanzmärkte werde an
halten. Das Wachstum der Weltwirtschaft werde 2009 nur noch bei 0,5 Prozent liegen, was dem niedrigsten Stand seit 60 Jahren entspräche. Gegenüber der ursprünglichen im November ausgegeben Prognose senkte der IWF damit seine Prognose um satte 1,7 Prozentpunkte. Der IWF hat seine Prognose für Verluste in Zusammenhang mit faulen Krediten und problematischen Wertpapieren, die sich in der Hand von Banken oder Privatpersonen befinden, von 1,4 Billionen Dollar auf jetzt 2,2 Billionen Dollar erhöht. Entwickelte Wirtschaften werden ihren schärfsten Einschnitt in der Nachkriegszeit erleben. Der IWF erwartet, dass die Wirtschaftsleistung in den USA in 2009 um etwa 1,5 Prozent schrumpft, frühere Schätzungen lagen bei einem Rückgang von 0,7 Prozent. Eine „nachhaltige Konjunkturerholung sei nicht möglich, bis nicht die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors wieder hergestellt ist und die Kreditmärkte frei gemacht werden von Verstopfungen.“
Die Internationale Energieagentur geht in ihrem Dezembermarktausblick davon aus, dass der IWF im Januar eine Revidierung für das Weltwirtschaftswachstum von 2,2 Prozent auf 1,2 Prozent durchführen werde und schätzte auf Basis dessen das Wachstum der Weltölnachfrage auf 1 Millionen Barrel/Tag ein. Nach der kräftigeren Revidierung der IWF-Prognose könnte nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank die IEA das Nachfragewachstum bei nur noch 300,000 Barrels täglich sehen. Der nächste Bericht der IEA wird am 11. Februar erwartet. Die Analysten der Deutschen Bank sind derweil negativer: Sie rechnen für das Jahr 2009 mit einem Rückgang der Ölnachfrage um 1,3 Millionen Barrel/Tag.
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Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 10 Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 10 Gold und Silber – Das Edelmetall-Duo mit Airbag
Die Finanz- und Wirtschaftskrise tobt weiter an den Aktienmärkten und auch der Rohstoff-Sektor scheint alles andere als seinen Boden bereits gefunden zu haben. Dennoch gibt es einen Glanzpunkt in diesem Segment, die Edelmetalle allen voran Gold, das sich wegen seiner Bedeutung als Krisenwährung und der geringeren Abhängigkeit vom Wirtschaftskreislauf deutlich stabiler entwickeln konnte als Platin oder auch Silber. Allerdings befindet sich auch das „Gold des kleinen Mannes“, als das man Silber häufig bezeichnet, derzeit auch aus charttechnischer Sicht in einer Art Aufbruchstimmung nach seinem Ausbruch über 11,70 US-Dollar je Feinunze mit weiteren Kurszielen bei 12,70 und 14,00 US- Dollar.
Anleger, die gleich beide „Fliegen“ mit einer Klappe schlagen möchten, könnten sich an das bereits seit Sommer 2006 gehandelte vollständig währungsgesicherte Airbag-Zertifikat der Société Générale erinnern, das sich zu gleichen Teilen auf Gold und Silber bezieht. Die restliche Laufzeit beträgt aus heutiger Sicht noch überschaubare gut eineinhalb Jahre bis zum 11. August 2010. Das Besondere an dem Produkt ist nicht seine einfache Partizipationsmöglichkeit an dem Rohstoffkorb bis zu einem Cap bei 145 Prozent des Ausgangsniveaus, sondern vielmehr der integrierte Airbag-Mechanismus, der am Laufzeitende auch dann noch eine Rückzahlung zum Nennbetrag zusichert, wenn der Gesamtwert des Edelme- tall-Duos bis zu 30 Prozent seit Emission gefallen ist. Sollte auch diese Marke nicht halten, spielt der „Airbag“ seine spezielle Stärke aus, da weitere Verluste mit einem Faktor von ca. 1,43 subventioniert werden, so dass der Anleger bei jedem Kursniveau stets besser gestellt ist, als ein Direktinvestor. Sollte also beispielsweise im Basiswert ein Minus von 40 Prozent auf dem Kurszettel stehen, so bekäme der Besitzer des Airbag- Zertifikates am Ende immer noch eine Rückzahlung in Höhe von 85,71 Prozent des Nennbetrages (60% x rund 1,43). Für andere Endniveaus des Rohstoff-Baskets würden sich durch Multiplikation mit der Konstante entsprechende Tilgungsbeträge ergeben.
Da das Zertifikat aktuell mit einem Preis von 108,92 Euro gehandelt wird, müsste im Verlustfall allerdings zumindest die Differenz zu dem Nennbetrag in Höhe von 100 Euro vom Anleger verschmerzt werden. Auf der anderen Seite bringt das schon etwas in die Jahre gekommene Papier aber auch den Vorteil mit sich, dass der Wert des zugrundeliegenden Baskets seit seiner Auflegung (Gold 652,25, Silber 12,20 US-Dollar) insgesamt bereits um über 19 Prozent zugelegt hat. Um auf die maximale Rückzahlung von 145 Euro und damit auf einen Gewinn von gut 33 Prozent zu kommen, wäre also lediglich noch ein Plus von etwas mehr als 21 Prozent erforderlich. Aber auch bei unverändertem Basketwert stünde jetzt schon ein Gewinn von fast zehn Prozent fest, wenn bereits Laufzeitende wäre.
Gold und Silber Airbag-Zertifikat Emittent/WKN: Société Générale / SG9BMZ
Laufzeit: 11.08.2010
Preis: (03.02.2009) Geld / Brief 106,92 Euro / 108,92 Euro
Der Rohstoff-Report Tipp: Das Airbag-Zertifikat bietet aus heutiger Sicht nicht nur unter Renditegesichtspunkten ein interessantes Chance-Risiko-Profil, da selbst bei einem knapp 9-prozentigen Rücksetzer noch der aktuelle Einstandskurs, bei einem Minus von über 41 Prozent sogar immer noch der Nennbetrag von 100 Euro zurückerstattet würde.
Autor: Armin Geier
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Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 11 DB-Optimierungsansätze mit Teilschutz Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 11 DB-Optimierungsansätze mit Teilschutz Als die Rohstoff-Welt im vergangenen Sommer noch in Ordnung war und die Notierungen von einem Hoch zum nächsten jagten, schienen Bonus- Zertifikate mit attraktiven Seitwärtsrenditen noch als das geeignete Mittel, um mit einem guten Gewissen in Form eines kleinen Puffers weiteren Höchstkursen entgegenzustreben. Nach dem massiven Crash in dem einst so beliebten Anlagesegment, schlug dieses Gefühl ähnlich wie auch am parallel weiter abstürzenden Aktienmarkt bald um in tiefe Verzweiflung, waren doch in den meisten Sparten mehrheitlich die im Nachhinein viel zu gering dimensionierten Sicherheitsschwellen gerissen und stand am Ende kein Stein mehr auf dem anderen. Wer der stets verletzlichen Bonus-Struktur noch immer nicht abschwören konnte und von neuem nach einem passenden Papier mit einem diesmal etwas üppigeren Abstand zur Barriere suchte, tat dies aber meist vergeblich.
Die Deutsche Bank startet auf dem momentan stark ermäßigten Niveau wieder zwei neue Versuche, Anlegern wettbewerbsfähige Bonus-Instrumente an die Hand zu geben. Dabei wird von vornherein auf eine seitwärtsgerichtete Rendite zugunsten eines entsprechend höheren Puffers von 50 Prozent verzichtet, da niemand genau sagen kann, wann der Rohstoffsektor seinen Boden gefunden hat und wieder nach oben dreht. Für den Investor bedeutet die ausschließliche Fokussierung auf den Sicherheitsaspekt, dass er auf der anderen Seite mit den beiden noch bis zum 10. Februar in Zeichnung befindlichen Papieren nur dann Gewinne erzielen kann, wenn die jeweiligen Basiswerte auch tatsächlich ansteigen. Dafür braucht er im Falle einer starken Erholungsbewegung auch keine Begrenzung der Rendite nach oben zu fürchten.
Zur Auswahl stehen ganz im Sinne der Deutsche Bank Rohstoff-Terminologie je ein Produkt auf den DBLCI-MR Enhanced EUR-Hedged Index, sowie den DBLCI-OY Agriculture EUR-Hedged Index. Lässt sich das Kürzel für den Ausgangsindex „DBLCI“ noch irgendwie als „Deutsche Bank Liquid Commodities Index“ erschließen und steht für die liquidesten einmal jährlich readjustierten Terminkontrakte aus den vier Rohstoff-Sektoren Energie, Edel- und Industriemetalle, sowie Getreide, so ist die Bedeutung der Abkürzungen „MR“ und „OY“ auf den ersten Blick kaum mehr erkennbar. De facto handelt es sich dabei aber um zwei unterschiedliche Gewichtungskonzepte. So verfolgt der DBLCI in seiner „Mean Reversion“-Variante das Ziel, über einen dynamischen und regelbasierten Gewichtungsmechanismus „teure“ Rohstoffe geringer und „billige“ dafür entsprechend stärker zu gewichten. Die Neuausrichtung erfolgt hier aber nicht turnus
mäßig, sondern auf Basis einer festgelegten Formel nur dann, wenn sich der Einjahres-Durchschnittspreis eines Rohstoffs um ein „Ganzes- Vielfaches von fünf Prozent“ von seinem gleitenden Fünfjahresdurchschnitt entfernt hat („trigger event“). Die jeweils sechs aus einer Grundgesamtheit von 14 ausgewählten Rohstoffe, sowie die jährliche Rollsystematik mit Ausnahme des Energiebereichs (monatlich), entsprechen dabei dem normalen DBLCI. Demgegenüber versucht die später hinzugekommene „Optimum Yield“-Technologie, die sich hier ausschließlich auf den Subsektor Agrargüter bezieht, die dynamische Struktur der Terminkurven auszunutzen, indem die Rollrendite bezogen auf die jeweils in den nächsten 13 Monaten auslaufenden Kontrakte optimiert wird. Dabei soll in einer Backwardation-Situation der Rollertrag maximiert, in Zeiten eines Contango der Rollverlust minimiert werden.
Beide Bonus-Produkte sind weitgehend gegen Schwankungen zwischen US-Dollar und Euro abgesichert und beziehen sich hinsichtlich ihrer Berechnungslogik jeweils auf die Excess-Return-Variante. Die Laufzeiten betragen dabei über vier Jahre.
Der Rohstoff-Report Tipp: Beide Rohstoff-Konzepte stellen für sich allein genommen eine interessante Weiterentwicklung des DBLCI dar. Über das jeweilige DeepBonus- Zertifikat erschließt sich dem Anleger darüber hinaus ein zusätzlicher Währungs- und Teilschutz, der allerdings zugunsten des hohen Puffers keine Seitwärtsrendite mehr zulässt.
DBLCI-MR Enhanced EUR-Hedged ER Bonus-Zertifikat Emittent/WKN: Deutsche Bank / DB4CGH
Laufzeit: 15.08.2013
Preis: (in Zeichnung:
28.01.09-10.02.09) Ausgabepreis: 100 Euro (zzgl. 1,5 % Agio)
DBLCI-OY Agriculture EUR-Hedged ER Bonus-Zertifikat Emittent/WKN: Deutsche Bank / DB4CGJ
Laufzeit: 15.03.2013
Preis: (in Zeichnung:
28.01.09-10.02.09) Ausgabepreis: 100 Euru (zzgl. 1,5 % Agio)
Autor: Armin Geier
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Video & Wochenperformance 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 12 Video & Wochenperformance 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 12 Rohstoffvideo der Woche
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Performancetabelle (Wertveränderungen seit 15. Dezember)
godmode-traderGodmodeTraderGodmodeTraderMEDIA CENTER 4,1% 2,3% 2,2% 2,0% 0,9% -0,7% -1,1% -2,0% -2,3% -3,8% -3,8% -4,3% -4,3% -4,6% -4,7% -4,8% -4,9% -5,6% -6,0% -11,4% -13% -11% -9% -7% -5% -3% -1% 1% 3% 5% SilberPalladiumPlatinGoldKakaoAluminiumNickelBleiZuckerKaffeeSojabohnenZinnMaisZinkWeizenOrangensaftBaumwolleBrentölKupferHolz
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Charts an der LME 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 14 630000 1130000 1630000 2130000 2630000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08 Aluminium Aluminium Lagerbestände 80000 130000 180000 230000 280000 330000 380000 430000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08 Kupfer Kupfer Lagerbestände 50000 100000 150000 200000 250000 300000 350000 06 06 07 07 08 08 Zink Zink Lagerbestände 0 20000 40000 60000 80000 100000 120000 140000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08 Blei Blei Lagerbestände 0 10000 20000 30000 40000 50000 60000 70000 80000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08 Nickel Nickel Lagerbestände 0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 14000 16000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08 Zinn Zinn Lagerbestände
Basismetalle 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 15 Aluminium - Klicken, um Profichart zu laden Kupfer - Klicken, um Profichart zu laden Zink - Klicken, um Profichart zu laden Blei - Klicken, um Profichart zu laden Nickel - Klicken, um Profichart zu laden Zinn - Klicken, um Profichart zu laden Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe
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Commodities im Chartcheck 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 18 BLEI erholt sich nach dem Crash, aber...
Blei
ISIN: XC0007203232
Börse: London Metal Exchange in USD
Kursstand: 1.115 $
Kursverlauf vom 02.02.2004 bis 30.01.2009 (log. Linienchartdarstellung)
Rückblick: Blei vollzog bis Oktober 2007 eine langfristigen Aufwärtsbewegung, welche mit einem Rekordpreis bei 3.989 $ endete. Seit diesem Hoch fällt der Preis des Metalls deutlich, wichtige Chartmarken und Trendlinien wurden gebrochen.
Bei 845 $ startete Mitte Dezember 2008 schließlich eine Kurserholung, welche bislang das Ausbruchslevel der mehrjährigen, flachen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 1.305 $ aber noch nicht erreichte. Knapp unterhalb davon konsolidiert Blei aktuell den steilen Anstieg seit Mitte Dezember.
Charttechnischer Ausblick: Das übergeordnete Chartbild von Blei ist deutlich angeschlagen. Kurzfristig wäre noch eine Fortsetzung der Kurserholung bis 1.300 - 1.330 oder darüber ggf. sogar 1.550 - 1.600 $ möglich. Anschließend oder alternativ auch direkt werden weiter fallende Notierungen bis 701 $ möglich. Dort könnte dann eine größere Kurserholung starten.
Deutlich aufgehellt wird das Chartbild erst bei einer nachhaltigen Rückkehr über 1.620 $, dann wären steigende Kurse bis 2.280 - 2.433 $ möglich.
HEIZÖL - Ab wann geht die Erholung weiter?
Future auf Heizöl (HO) im Endloskontrakt
Börse: NYMEX
Kursstand: 1,45 $
Kursverlauf vom 29.04.2008 bis 30.01.2009 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)
Rückblick: Der Future auf Heizöl markierte nach einer seit 1999 andauernden Kursrallye im Juli 2008 bei 4,16 $ ein neues AllTimeHigh, bevor eine massive Verkaufswelle startete. Der Kursrutsch führte zum Rückfall auf ein markantes Korrekturtief bei 1,19 $.
Im Anschluss konnte der Basiswert bis auf ein Erholungshoch bei 1,16 $ ansteigen und geht seitdem erneut in eine Konsolidierungsphase über.
Charttechnischer Ausblick: Heizöl könnte sich in den kommenden Wochen oder Monaten hier im Bereich bei 1,45 - 1,53 $ weiter stabilisieren und eine Kurserholung starten. Ob daraus eine größere Bodenbildung wird, bleibt anzuzweifeln. Idealerweise sollte aber noch ein Rücklauf bis in den 2,00 $ Bereich erfolgen.
Ein bullisches Signal wird jetzt kurzfristig geliefert, sobald der Basiswert auf Tagesschlusskursbasis über 1,53 $ ansteigen sollte. In dem Fall wäre charttechnische Stärke zu verzeichnen.
Fällt der Future hingegen auch nachhaltig unter 1,30 $ zurück, drohen auf mittelfristige Sicht weitere Kursverluste bis zum langfristigen Unterstützungsbereich bei 1,00 - 1,10 $. Ein solcher Rückfall müsste dann für die kommenden Monate und Jahre einkalkuliert werden.
Blei Heizöl
Terminausblick & Impressum 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 19 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag 16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 16:35 Uhr EIA Erdgasbericht 13:30 Uhr US Geflügelpreise 20:30 Uhr Commitment of Traders 22:00 Uhr Crop Progress Grain Stocks, Rice Stocks Winterweizenauspflanzungen 22:00 Uhr Weather – Crop Summary 16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 16:35 Uhr EIA Erdgasbericht 20:30 Uhr Commitment of Traders WOCHE 1WOCHE 2 Terminausblick & Impressum 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 19 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag 16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 16:35 Uhr EIA Erdgasbericht 13:30 Uhr US Geflügelpreise 20:30 Uhr Commitment of Traders 22:00 Uhr Crop Progress Grain Stocks, Rice Stocks Winterweizenauspflanzungen 22:00 Uhr Weather – Crop Summary 16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 16:35 Uhr EIA Erdgasbericht 20:30 Uhr Commitment of Traders WOCHE 1WOCHE 2
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|  04.02.2009, 19:20
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