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Rohstoff Report Update 02/09Neues Thema eröffnenNeue Antwort erstellenDas Thema einem Freund empfehlenDas Thema drucken2009 Rohstoffinvestments mit Zertifikaten und mit Fonds
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04.02.2009, 19:20


RohstoffReport
6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 Ein Service der BörseGo AG
... ist das Schlimmste schon vorbei?
RohstoffReport
6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 Ein Service der BörseGo AG
... ist das Schlimmste schon vorbei?
Leitartikel: Eine Bohne namens Soja
Seite 03
Aktueller Rohstoff-Kommentar Seite 07
Investieren in Rohstoffe Seite 10
Gold und Silber – Das Edelmetall-Duo mit Airbag
DB-Optimierungsansätze mit Teilschutz
Video und Performance Tabelle Seite 12
Charts der LME Seite 14
Basismetalle Seite 15
Soft-Commodities Seite 16
Energie & Indizes Seite 17
Chartcheck Seite 18
Impressum und Termine Seite 19
Editorial


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

ist das Schlimmste bereits vorüber? Nouriel
Roubini, Professor an der Universität von New York
und einer der wenigen, die den Crash im Jahr 2008
vorhergesehen haben, sagte in der letzten Woche,
dass die Krise schneller vorbei sein könnte, als
viele glauben. Betrachtet man sich den ISM Index
aus den USA, der die Aktivität in der dortigen verarbeitenden Industrie misst,
so stieg dieser Index im Januar das erste Mal seit Juni 2008 – von 32,9 auf
35,6 Punkte. Das ist wichtig – denn in vergangenen Rezessionen hat der
Aktienmarkt zeitgleich mit dem ISM Index einen Boden ausgebildet.

Betrachten wir uns beispielsweise die Rezession im Jahr 1974: Damals fiel der
ISM mehrere Monate lang, zeigte dann aber von Dezember 1974 bis Januar
1975 einen Anstieg von rund 31 auf knapp unter 35 Punkte. Der Aktienmarkt
begann bereits im Januar anzusteigen, und fiel danach nie wieder auf neue

33 Prognosen für das Jahr 2009:
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Editorial 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 2
Tiefs, obwohl der ISM bis März nur seitwärts tendierte. Im März 1975 notierte
der Dow Jones bereits wieder 35 Prozent über seinen Tiefs.

Oder betrachten wir das Jahr 1980: Damals erreichte der ISM ein Tief im
Frühjahr 1980 bei 30 Punkten und stieg bis November 1980 auf 58 an. Der
Dow Jones Index kletterte in der gleichen Zeit von 740 auf 1000 Punkte. Das
Interessante: Die Bodenbildung am Aktienmarkt fand in beiden Rezessionen
zum gleichen Zeitpunkt statt, wie die Bodenbildung im ISM. (Alle Nachrichten
und Analysen zum ISM-Index finden Sie bei uns auf:
//boerse-go/archiv/query/ISM).

Sehr genau beobachten muss man derzeit außerdem den Kupferpreis, der
sich deutlich von seinen Tiefs entfernt hat und trotz neuer Anstiege bei den
Lagerbeständen in London und einem weiter starken US-Dollar keine neuen
Tiefs ausbildete. (Link zum Kupferpreis:
//boerse-go/profil/aktie/instrumentId/133987).
Das gleiche gilt für den Ölpreis. Der Baltic Dry Index, der die Seefrachtkosten
weltweit misst, liegt noch deutlich unter seinen Hochs, steigt aber seit Januar
wieder an.

Einen weiteren Grund zur Hoffnung sehe ich im größten brasilianischen
Eisenerzproduzenten Vale – er erhöhte sein Investitionsbudget von 10 Milliarden
US-Dollar in 2008 auf 14 Milliarden US-Dollar in 2009. Die Pharmakonzerne
Pfizer und Wyeth fusionierten. Die allgemeine Stimmung ist extrem
schlecht, was als Kontraindikator schon wieder positiv zu werten ist. Aber ist
das der Boden? Ich weis es nicht. Möglich ist aber, dass es in der zweiten
Jahreshälfte eine Stabilisierung geben wird.

Auch die aktuelle Umfrage auf unserer Webseite boerse-go bringt
interessante Erkenntnisse. Wir stellen den Besuchern der Seite dort seit Mitte
letzter Woche die Frage: „Glauben Sie wie viele Experten an eine
Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte?“. 30,99 Prozent der Befragten
glauben, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Stabilisierung der Weltwirtschaft
kommen wird, 27 Prozent rechnen erst 2010 damit, 25 Prozent
sehen eine Erholung erst 2011 oder später. Nur 16,7 Prozent glauben an eine
steile Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Auch Ihre Meinung interessiert uns.
Nehmen Sie auch an der Umfrage auf boerse-go teil!

In diesem Report betrachten wir uns Sojabohnen näher: Saisonale Trends
spielen bei den Agrarrohstoffen eine große Rolle. Am Markt für Sojabohnen
spielen gerade mehrere Kräfte zusammen, die zu einem Preisrückgang in den
nächsten Tagen führen könnten. Dieser Preisrückgang ist meiner Meinung
attraktiv für den Aufbau von Long-Positionen. Warum, erfahren Sie im heutigen
Leitthema.

Sonderthemen im
Rohstoff-Report in 2009

Monat Topthemen
Februar 2009 Sonderpublikation Edelmetalle
Gold & Silber
März 2009 Rohstoffinvestments
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bitte an Herrn Robert Abend

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089 / 76 73 69 - 0
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abendboerse-go

Lesen Sie sich speziell auch den Wochenrückblick durch. Es gibt wieder sehr
viel Neues zu berichten. Beispielsweise bei Gold: Dort traf meine Einschätzung
ein, dass die Schmucknachfrage bei weiter steigenden Preisen einbrechen
wird. Gerade in Indien und im arabischen Raum gibt es Einbrüche um 70-90
Prozent. Wie das einzuschätzen ist, lesen Sie im Wochenkommentar in dieser
Ausgabe.

Viel Spaß beim Lesen des heutigen Reports

Ihr Jochen Stanzl
Chefredakteur Rohstoff-Report


Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 3 Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 3
Eine Bohne namens Soja

Agrarrohstoffe bieten Chancen auf kräftige Kursgewinne im Jahr 2009. Das Wetterphänomen La Niña wird seit Wochen stärker und sorgt schon
heute für Dürren in Südamerika. Außerdem sind Getreide weitaus resistenter als andere Rohstoffe gegenüber der Schwäche der Weltwirtschaft.
Unter den Getreidesorten sticht vor allem das proteinhaltige Soja als beste Anlagechance heraus: Die Chinesen haben zum Jahreswechsel große
Mengen eingekauft. Nach dem Ende der chinesischen Neujahresfestivitäten (sie dauern in China bis zum 9. Februar) könnten sich die Einkäufe
der Chinesen erneut beschleunigen. Die Volksrepublik ist der weltweit größte Sojaimporteur. Auf der Angebotsseite wird Argentinien, der drittgrößte
Exporteur, von der schlimmsten Dürre seit fast 50 Jahren heimgesucht. Soja ist damit inmitten der Wirtschaftskrise ein Gut, dessen
Nachfrage stark steigt, während das Angebot fällt – eine seltene Konstellation in diesen Zeiten. Wenn das Angebot fällt und die Nachfrage wächst
steigen die Preise. Das bietet Chancen für Anleger. Wer jedoch zu teuer einsteigt, könnte das Nachsehen haben. Wir erklären in diesem Artikel,
warum die Preise im Februar fallen und sich dann ein Einstieg lohnen könnte.

Sojabohnen werden in Chicago an der Terminbörse CBOT in einer etwas
antiquierten Einheit gehandelt: Dem Scheffel. Je nach Getreidesorte ist ein
Scheffel unterschiedlich schwer - bei Soja sind es umgerechnet 27,2 Kilogramm.
Diese Menge kostete in Chicago im Juli 2008 soviel wie nie zuvor

- 16,63 Dollar wurden im Hoch gezahlt. Daran war vor allem der hohe Ölpreis
schuld, der die Biodieselnachfrage kräftig anheizte. Da aus Sojabohnen
Biodiesel hergestellt werden kann, hatte die Nachfrage nach Sojabohnen
Hochkonjunktur. Mit dem Crash beim Ölpreis kam der Crash bei
den Sojapreisen: Sie brachen im Dezember bis auf 7,79 Dollar ein. Zwar
konnten sie sich bis zum 12. Januar wieder bis auf 10,60 Dollar erholen.
Heute kostet das Scheffel Soja aber wieder rund einen Dollar weniger bei
9,59 Dollar gehandelt.
Die Preise könnten Anfang Februar weiter fallen. Gerade Agrarrohstoffe
bewegen sich nach saisonalen Gesetzen. Die Preise fallen, wenn die
Ernte am Markt eintrifft, und steigen, wenn die Pflanzen gerade heranwachsen
und somit gefährdet gegenüber Wetterextremen und
Schädlingsbefall sind. Während des Jahres wird eine so genannte Risikoprämie
aufgebaut und wieder abgebaut, was die Preise verändert. Ein besonderes
saisonales Merkmal bei Sojabohnen ist die so genannte
„Februarpause“. Sie wirkt sich schon im Januar aus und erreicht Anfang

Februar ihren Höhepunkt, wenn Landwirte ihre Vorräte aus steuerlichen
Erwägungen verkaufen oder Bargeld brauchen, um die Aussaat für das
neue Jahr finanzieren zu können. Die „Februarpause“ erklärt sich aber
noch durch einen weiteren Umstand. In den USA werden Sojabohnen
vorwiegend auf dem Wasserweg zu den Exporthäfen oder Verarbeitern im
Inland transportiert. Das ist der kostengünstigste Transportweg, er birgt
aber auch Gefahren. Im Winter kann es vorkommen, dass einige Flüsse
zufrieren, was den Transport behindert. Die Getreideheber, die Zwischenhändler,
die Getreide von den Landwirten kaufen und die Ware für den
späteren Verkauf an Kunden lagern, gehen im Januar und Anfang Februar
mit niedrigeren Geboten an den Markt, da sie ihre Gewinnmargen schützen
wollen. Die gefrorenen Wasserwege erhöhen ihre Transportkosten.

Land % Anteil an der Weltproduktion
USA 43,3
Argentinien 15,4
Brasilien 22,1
China 8,9
Die größten Weltproduzentenländer für Sojabohnen

Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 4
Typischer saisonaler Verlauf im 5- und 15 Jahresschnitt
Diese beiden Faktoren belasten die Sojapreise bis Anfang oder Mitte
Februar. Danach nimmt der Verkaufsdruck ab, da die ersten Wasserwege
wieder auftauen und die Landwirte auf ihre Felder fahren, um sie für die
neue Saison vorzubereiten. In diesem Jahr könnte es sich lohnen, ein
mögliches Tief bei den Sojapreisen im Februar zum Einstieg zu nutzen.
Die außerordentlichen Verkäufe wegen der „Februarpause“ könnten die
Preise belasten, aber nur zeitweise. Denn Argentinien erlebt gerade die
schlimmste Dürre seit fast 50 Jahren, und das inmitten der Blütephase, in
der die Pflanzen am anfälligsten gegenüber extremen Wetterverhältnissen
sind. Bleibt der Regen in den nächsten Wochen weiter aus, so wird es zu
kräftigen Ernteeinbußen kommen. Da sich die USA auf dem Weltmarkt im
direkten Wettbewerb mit Südamerika behaupten müssen, erhöhen Ernteverluste
in Argentinien die Exportchancen für Soja aus den USA. Brasilien
und Argentinien haben einen Weltproduktionsanteil bei Sojabohnen von
zusammen 37,5 Prozent, gegenüber 43,3 Prozent der USA.


Wachstumsphasen der Sojabohnen
Der Großteil der Sojabohnen wird in den USA ab dem 10. Mai bis zum
23. Juni ausgesät. Ideal ist es, wenn die Aussaat bei milden Tempera-
turen und moderaten Niederschlägen stattfindet, weil dann der Boden
locker genug ist und so leicht bearbeitet werden kann. Bei zu starkem
Regen sinken die schweren Traktoren im Boden ein, bei zu trockenem
Boden kann der Boden nur schlecht für die Aussaat vorbereitet wer-
den. Wenn es zu starken Regen oder zu wenig Regen gibt, oder es
zu kalt oder zu heiß ist, kann es zu Verzögerungen der Aussaat kom-
men, wodurch meistens die Ertragsraten fallen. Es kam in den letzten
Jahren immer wieder zu Verzögerungen, sodass der Markt in dieser
Zeit dazu tendiert, eine Risikoprämie in den Sojapreisen zu eskomp-
tieren.
Einige Tage nach der Aussaat keimen die Sojabohnen. Obwohl die
Sojabohne als eine der resistentesten Nutzpflanzen gilt, ist die Pflanze
bis Ausbildung ihrer Wurzeln sehr anfällig gegen Schädlingsbefall, ex-
treme Wetterverhältnisse oder Wildfraß. Wenn die Wurzel gebildet ist,
ist Soja jedoch sehr robust. Die Pflanze ist sehr periodisch – Landwirte
können Tage im Kalender auswählen und mit einer Treffgenauigkeit
von wenigen Tagen bestimmen, wann die Pflanze geerntet werden
kann. Die einzige Phase, die alles verderben kann, ist die Blütephase.
Sie ist neben der Keimphase der kritischste Lebensabschnitt der
Pflanze: Eine gute Blüte spricht für eine gute Ernte – normalerweise
blühen Sojabohnen in den USA in der zweiten oder dritten Juliwoche.
Nach der Bestäubung bilden die Pflanzen dann Bohnenhülsen, die
später jeweils vier bis sechs Bohnen enthalten werden. Nach der Be-
stäubung hat die Sojabohne ihr Wurzelwerk vollständig ausgebildet
und kann dann auch extremen Wetterverhältnissen trotzen (außer
Frost). Ihre bis zu 1,5 Meter tiefen Pfahlwurzeln verleihen ihr eine sehr
hohe Stabilität. Daher gilt die Ernte zum Zeitpunkt der Bestäubung als
„gemacht.“ Die Bestäubung ist normalerweise bis Mitte August abge-
schlossen.
Die Bohnenhülsen erscheinen normalerweise am unteren Teil der
Pflanze, während der obere Teil der Pflanze noch blüht. Dieses Stadi-
um dauert von Ende Juli bis Ende September. Die Ernte beginnt in den
USA um den 21. September – die heiße Phase dauert vom 1. Oktober
bis zum 25. Oktober. Normalerweise ist die Sojaernte dann am 10.
November vollständig in allen US-Bundesstaaten abgeschlossen. Ide-
ale Bedingungen für die Ernte sind leicht über dem Gefrierpunkt lie-
gende Temperaturen und nur geringer Niederschlag. Warmes und
nasses Wetter kann die Feldarbeiten erschweren, heftiger Schneefall
oder Regen eine Ernte unmöglich machen.
Preisverlauf von Sojabohnen aufrufen - hier klicken
Echtzeit-Kurse zu Sojabohnen und den Rohstoffen - hier klicken
Ganze Sojabohnen haben nur begrenzten Nutzwert. Sie können als
Samen für die kommende Saison gelagert und außerdem zum
kochen, rösten oder zur Verarbeitung von Tierfutter verwendet werden.
Vorwiegend werden Sojabohnen jedoch zu Sojamehl und Sojaöl ver-
arbeitet. Die Verarbeitung der Bohnen zu Öl oder Mehl wird als
„Crushing“ bezeichnet. Ursprünglich wurden große Walzen verwendet,
Bundesstaat Beginn Aktivste Phase Ende
Illinois 6. Mai 15. Mai – 9. Juni 16. Juni
Iowa 4. Mai 14. Mai – 2. Juni 17. Juni
Minnesota 6. Mai 16. Mai – 3. Juni 23. Juni
Indiana 5. Mai 15. Mai – 5. Juni 20. Juni
Ohio 5. Mai 10. Mai – 7. Juni 23. Juni
Normale Pflanzzeiten für Sojabohnen in den USA
(5 Top-Produzenten-Staaten)

Leitartikel: Sojabohnen 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 5
Wachstumsphasen der Sojabohnen
um das Öl aus den Bohnen zu extrahieren. Das verbleibende Material
wurde getrocknet und gereinigt, um Mehl herzustellen. Heute ist der
Prozess chemisch, wird aber immer noch als „Crushing“ – zu Deutsch
„mahlen“ bezeichnet.
Sojaöl wird vorwiegend für essbare Produkte wie Margarine, Salat-
und Kochöl sowie Backfett verwendet. Das Öl wird außerdem in
begrenzten Mengen auch in der chemischen Produktion sowie zur
Herstellung von Farben, Schmierstoffen und Lacken verwendet. Die
wichtigsten Substitute für Sojaöl sind Rapsöl, Baumwollsamenöl,
Sonnenblumenöl und Tieröle wie beispielsweise Fischöl. Aufgrund der
hohen Wettbewerbsdichte der Ölindustrie und der Möglichkeit der
Substitution mit zahlreichen oft gleichwertigen Produkten trägt Sojaöl
nur zu 20 Prozent zum weltweiten Speiseölkonsum bei. Ein Anstieg
der Nachfrage nach Speiseölen oder mangelnde Verfügbarkeit der
Substitute macht Sojaöl wertvoller und lässt die Nachfrage nach
Sojabohnen ansteigen.
Rund 90 Prozent des Sojamehls werden zu Tierfutter verarbeitet.
Sojamehl ist eine exzellente Quelle von Aminosäuren und Protein für
die Tierzucht. Tierfutter ist leicht zu ersetzen, da auch Mais, Raps,
Leinsamen und Baumwollsamen statt Sojamehl verwendet werden
können und oft auch werden, wenn sie günstiger sind. Die
Sojamehlnachfrage ist direkt korreliert zu den Preisen für Fleisch. Wenn
die Fleischpreise steigen, erhöht sich die Nachfrage nach Futtermitteln
wie Sojamehl. Wenn die Sojamehlnachfrage steigt, wächst die
Nachfrage nach Sojabohnen.
Zusammenfassung
Ob es in diesem Jahr zu den typischen, der „Februarpause“ zuordenbaren
Preisverlusten bei den Sojabohnen kommen wird, bleibt abzuwarten. Die
Dürre in Argentinien sorgte bisher dafür, dass die Preise nicht deutlich fie-
len. Aus saisonalen Gesichtspunkten wären Kursrückgänge in den näch-
sten Tagen willkommen, um eine Long-Position im Markt aufzubauen.
Dies jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass sich die Lage an den Finanz-
märkten nicht weiter eintrübt. Neue Zwangsverkäufe und Liquidationen
von Indexfonds und anderen kapitalstarken Marktteilnehmern würde die
Preise der Sojabohnen deutlich belasten – unabhängig davon, wie sich
die fundamentalen Daten entwickeln. Sollte sich der Markt jedoch weiter
stabilisieren, erscheint uns ein Einstieg bei fallenden Kursen in den näch-
sten Tagen attraktiv.
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Mai 09
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Jan 11
Mär 11
Mai 11
Jul 11
Sep 11
Nov 11
Terminkurve Sojabohnen

//boerse-go/themen/automobile
Die Automobilbranche steckt in der Krise.

Erfahren Sie auf BoerseGo, wie es weiter geht.


In den USA stiegen die Ausgaben für Öl vom Jahr 1999 bis 2007 von 80 auf
900 Milliarden US-Dollar – dies entspricht quasi einer Erhöhung der
Besteuerung für alle Bevölkerungsschichten um 33 Prozent.

Erdöl ist Auslöser der Kreditkrise.

Verbraucher kaufen keine neuen Autos mehr.

Wie die Autokonzerne darauf reagieren erfahren Sie auf der neuen Webseite zur Autokrise auf:
//boerse-go/themen/automobile
Ein Service der BörseGo AG



RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 7
Aktueller Rohstoff-Kommentar


von Jochen Stanzl

Basismetalle

Aktuelle Markteinschätzung

Bei den Basismetallen sind kräftige Zuwächse bei den Lagerbeständen
an der Londoner Metallbörse LME zu beobachten (siehe
LME-Charts in diesem Report). Diese Lagerbestände können als
Gradmesser für die Entwicklung der Nachfrage gedeutet werden.
Ebben diese Anstiege ab, oder gibt es sogar Lagerentnahmen, muss
irgendwo eine große Käufergruppe aufgetaucht sein. Beobachten Sie
daher die LME-Lagercharts in diesem Report. Er wird ihnen genaue
Hinweise über die konjunkturelle Entwicklung geben. Doch nicht nur
die Nachfrageseite lässt sich an den Preisen ablesen. Vielmehr spielt
auch die Entwicklung des Angebots eine große Rolle. Gerade bei
Aluminium und Kupfer zeigt sich, dass die angebotsseitige Reaktion
(Produktionskürzungen der Hersteller) auf die niedrigen Preise bisher
inadäquat ist. Beide Metalle haben weiteres Abwärtspotenzial, da die
Preise in den letzten zwei Wochen seitwärts tendierten, obwohl in der
Zwischenzeit die Lagerbestände weiter kräftig wuchsen (seit 20.
Januar: Aluminiumbestände +9,8 Prozent auf ein Allzeithoch von 2,8
Millionen Tonnen, Kupferbestände +20,16 Prozent auf 491,000
Tonnen). Bei Aluminium steigen die Lagerbestände an der LME in diesem
Monat im Schnitt um 23,000 Tonnen täglich.

Die Preise für Aluminium bewegen sich seit dem 20. Januar in einer
Seitwärtsspanne zwischen 1330 und 1400 US-Dollar/Tonne. In der
letzten Woche wurde die obere Begrenzung dieser Spanne getestet –
im Wochenvergleich bleibt aber ein Minus von 0,7 Prozent auf 1374
US-Dollar/Tonne. Die hohen und steil steigenden Lagerbestände sorgen
für eine ausgeprägte Contangostruktur der Terminkontrakte an der
LME, was Zertifikateanlegern Rollverluste beschert. Verluste machen
auch die Hersteller von Aluminium, da die Grenzkosten schon deutlich

höher sind als die Weltmarktpreise. Die Weltproduktion von Aluminium
wuchs in den Monaten August bis Dezember noch um 1,2 Prozent,
während die weltweite Stahlproduktion um 11,5 Prozent und die
Nickelherstellung um 7,4 Prozent gekappt wurde. Andere Sektoren reagieren
also entschieden auf das schwache Marktumfeld, indem sie
ihre Produktionsmengen kappen, bei Aluminium ist dies jedoch fast
nicht zu beobachten. Das erhöht das Risiko weiterer Preiskorrekturen.

In der letzten Woche stieg der Kupferpreis noch über die technisch
wichtige Marke von 3500 US-Dollar/Tonne, was jedoch wegen der
üblichen schwachen Konjunkturnachrichten nicht lange wehrte. In den
USA schrumpfte die Wirtschaftsleistung so stark wie seit fast 29 Jahren
nicht mehr (-3,8 Prozent gegenüber Vorquartal). Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex,
die die industrielle Aktivität in der für die herstellende
Industrie der USA wichtigsten Industriezone misst, fiel auf den
niedrigsten Stand seit 1982. Die vage Vorahnung, dass das Schlimmste
noch bevorsteht, könnte in den nächsten Tagen und Wochen neue
Tiefs bei den Kupferpreisen auslösen. Immerhin ist das Basismetall das
Metall mit der höchsten Sensibilität, was konjunkturelle Strömungen
anbelangt. Das Aufwärtspotenzial ist jedoch weiterhin vorhanden. Eine
technische Gegenbewegung könnte neue Bewegungshochs in den
nächsten Wochen bringen, gerade wenn sich der Aktienmarkt weiter
stablisiert.

Die wichtigste Nachricht am Nickelmarkt im Januar ist die Schließung
der Raventhorpe-Mine in Westaustralien. Der Hoffnungsträger in der
Nickelindustrie kostet „angesichts der niedrigen Nickelpreise“ zuviel, so
der Besitzer BHP Billiton, der gleichzeitig der größte Bergbaukonzern


RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 8
der Welt ist. Für die Arbeiter, Dörfer und Kommunen in der westaustralischen
ist das eine Katastrophe. BHP entließ 1800 Mitarbeiter. In der
ländlichen Gegend um Raventhorpe wird die Minenschließung Spuren
hinterlassen. Auf dem Weltmarkt wird die Schließung ihre Signalwirkung
nicht verfehlen. Dabei dachte man bis Mitte 2008 noch, mit dem
über zwei Milliarden US-Dollar teuren Projekt Gewinne machen zu
können. Als der Nickelpreis dann aber seine Abwärtsbewegung von
28,000 US-Dollar/Tonne auf unter 10,000 US-Dollar/Tonne fortsetzte,
wurden selbst die optimistischsten Stimmen leise. Das Raventhorpe-
Projekt, das wegen seiner schieren Größe weltweit Aufmerksamkeit
erregte, wurde immer aussichtsloser, jemals profitabel werde zu können,
als die Weltwirtschaft in eine Rezession eintrat, die Stahlproduktion
einbrach und auch eine Entkopplung der asiatischen Volkswirtschaften
immer unwahrscheinlicher wurde. Trotzdem dürfte das Abwärtspotenzial
beim Nickelpreis begrenzt sein, da die Preise deutlich
unter den Grenzkosten liegen und ein weiterer Preisrückgang zu einer
kräftigen angebotsseitigen Reaktion führen dürfte. Dies würde das Angebot
verknappen und die Preise stabilisieren.

Getreide

Aktuelle Markteinschätzung

Die Maispreise bewegen sich nach Erreichen des 2-Jahrestiefs im
Dezember weiterhin seitwärts. Das Dezembertief lag 62 Prozent unter
dem Hoch aus dem Juni 2008. Die Preise werden durch die weiter
schwache Ethanolnachfrage in den USA, die Schwäche der Ölpreise
und den 40 prozentigen Rückgang der US-Maisexporte im Zeitraum 1.
September bis 22. Januar belastet. Die Dürre in Brasilien und Argentinien
vermag es jedoch, die Preise über dem Dezembertief zu stabilisieren.
Die enge Korrelation des Maispreises mit dem Ölpreis ist indes
weiter vorhanden. Somit steigen die Aussichten auf Preissteigerungen
bei Mais auch erst wieder, wenn der Ölpreis steigt.

Die Preise für Weizen bewegen sich innerhalb einer Spanne zwischen
dem jüngst erreichten 3 3/4-Monatshoch und dem 1 ?-Jahrestief aus
dem Dezember. Das Dezembertief lag 64 Prozent unter dem Hoch aus
dem Juni 2008. Die Weltweizenernte wird in diesem Jahr auf 684
Millionen Tonnen geschätzt. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Mehrertrag hilft, die dezimierten Lagerbestände aufzufüllen. In den
USA werden die Preise durch den kräftigen Exportrückgang innerhalb
des Zeitraums vom 1. Juni bis zum 22. Januar zusätzlich belastet. Die
Exporte brachen um 19 Prozent ein. Stützend wirkt sich die Prognose
des US-Landwirtschaftsministeriums aus, wonach Winterweizen in
den USA in diesem Jahr auf 9 Prozent geringeren Flächen angebaut
wurde. Außerdem erhöht die schlimmste Dürre in Argentinien seit fast
50 Jahren das Risiko von Ernteausfällen. Das könnte wiederum die
Nachfrage nach US-Weizen beflügeln. Derzeit ist Weizen neutral einzuordnen.


Soft-Commodities

Aktuelle Markteinschätzung

Die Preise für Kakao in den USA sprangen in der letzten Woche auf
den höchsten Stand seit fünf Monaten an. Nachrichten über eine
geringer als erwartete Ernte in dem größten Kakaoproduzentenland
der Erde, der Elfenbeinküste, treibt die Preise in die Höhe. Außerdem
wuchs die Kakaoverarbeitung in den USA im vierten Quartal gegenüber
dem Vorjahr um 1,9 Prozent, während die ivorischen Kakaoexporte
vom 1. Oktober bis zum 11. Januar um 36 Prozent fielen. Der
Internationale Kaffeeverband rechnet wegen der höheren US-Nachfrage
und der geringeren Ernte der Elfenbeinküste mit einem weltweiten
Angebotsdefizit bei Kakao von 77,000 Tonnen, nach 41,000 Tonnen
in der ursprünglichen Prognose. Die Weltkakaoernte wird in diesem
Jahr den weiteren Prognosen zufolge nur bei 3,65 Millionen Tonnen
liegen, was geringer ist, als ursprünglich erwartet. Einziger Wermutstropfen
ist ein Rückgang der europäischen Kakaoverarbeitung im Jahr
2008 auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren.

Die Zuckerpreise sprangen in der letzten Woche auf den höchsten
Stand seit vier Monaten. Zu den stützenden Faktoren zählen Spekulationen
über Indien. Der nach Brasilien zweitgrößte Zuckerproduzent
der Welt und gleichzeitig der größte Verbraucher des Rohstoffs könnte
seinen Zuckerimportzoll von 60 Prozent fallen lassen, um von den
niedrigen Zuckerpreisen auf dem Weltmarkt und der guten Verfügbarkeit
des Rohstoffs zu profitieren. Gerüchteweise könnte Indien eine
Million Tonnen Zucker auf dem Weltmarkt einkaufen und würde damit
das erste Mal seit zwei Jahren überhaupt Zucker importieren. Der
Internationale Zuckerverband ISO rechnet damit, dass der Weltmarkt in
diesem Jahr einem Angebotsdefizit von 3,6 Millionen Tonnen gegenüber
stehen könnte und hat seine Ernteprognose für 2009 um 4
Prozent gesenkt. Größter Belastungsfaktor für den Zuckerpreis bleibt
aber weiterhin die schwache Ethanolnachfrage.

Edelmetalle

Aktuelle Markteinschätzung

Was an dieser Stelle in den vergangenen Rohstoff-Reports prognostiziert
wurde, wird jetzt Realität. Die Goldpreise steigen in Richtung der
1000-Dollar-Marke, und die Schmucknachfrage bricht ein. Abu Dhabi
meldet, dass die Schmucknachfrage bisher im Januar um 70 Prozent
eingebrochen ist, da Gold den durch die schwache Konjunktur in ihrer
Kaufkraft geschwächten Kunden bei über 900 US-Dollar/Unze zu teuer
geworden ist. Tushar Patni, Vorsitzender der Abu Dhabi Gold and
Jewellery Group, schließt sogar eine schnelle Erholung der
Goldverkäufe aus. „Die Umsätze sind niedrig, im Januar sind sie um 70
Prozent gefallen, das ist das niedrigste Niveau seit Anfang 2008“, so


RohstoffReport 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 9
Patni. „Die Preise sind hoch, es gibt keine Feste oder besondere Anlässe
und die Kaufkraft der Kunden hat nachgelassen. Das sind die
Hauptgrüne für das schlechte Geschäft.“ Auch die Nachfrage nach
Goldbarren in Abu Dhabi ist gefallen: Im Januar um 50 Prozent. Auch
in Indien, dem größten Schmuckmarkt der Welt, ist die Nachfrage niedrig.
Schätzungen von lokalen Händlern zufolge könnte sich die Nachfrage
aber wieder „leicht“ erholen, wenn die Weltmarktpreise für das
Edelmetall bis auf 870 US-Dollar/Unze fallen. In Indien kauft man derzeit
lieber das günstigere Altgold, was die Importnachfrage nach Gold
kräftig schwächt. Wie die Bombay Bullion Association meldet, brachen
die indischen Goldimporte im Januar auf 1-2 Tonnen ein – nach 18
Tonnen im letzten Jahr. Im Dezember waren sie bereits auf 3 Tonnen
zurückgegangen, nach 16 Tonnen im Jahr zuvor. Auch im November
gab es Einbrüche, obwohl in dieser Zeit die Hochzeitsaison normalerweise
für Sonderkonjunktur bei den Goldhändlern sorgt. Eine über 900
US-Dollar/Unze reichende Rallye beim Goldpreis steht also auf tönernen
Füßen.

Energie

Aktuelle Markteinschätzung

In seiner letzten Stellungnahme zur Lage der Weltwirtschaft führt der
Internationale Währungsfonds IWF aus, dass das weltweite Wachstum
aller Voraussicht nach auf den niedrigsten Stand seit dem zweiten
Weltkrieg sinken werde. Der Druck auf die Finanzmärkte werde an


halten. Das Wachstum der Weltwirtschaft werde 2009 nur noch bei 0,5
Prozent liegen, was dem niedrigsten Stand seit 60 Jahren entspräche.
Gegenüber der ursprünglichen im November ausgegeben Prognose
senkte der IWF damit seine Prognose um satte 1,7 Prozentpunkte. Der
IWF hat seine Prognose für Verluste in Zusammenhang mit faulen
Krediten und problematischen Wertpapieren, die sich in der Hand von
Banken oder Privatpersonen befinden, von 1,4 Billionen Dollar auf jetzt
2,2 Billionen Dollar erhöht. Entwickelte Wirtschaften werden ihren
schärfsten Einschnitt in der Nachkriegszeit erleben. Der IWF erwartet,
dass die Wirtschaftsleistung in den USA in 2009 um etwa 1,5 Prozent
schrumpft, frühere Schätzungen lagen bei einem Rückgang von 0,7
Prozent. Eine „nachhaltige Konjunkturerholung sei nicht möglich, bis
nicht die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors wieder hergestellt ist
und die Kreditmärkte frei gemacht werden von Verstopfungen.“

Die Internationale Energieagentur geht in ihrem Dezembermarktausblick
davon aus, dass der IWF im Januar eine Revidierung für das
Weltwirtschaftswachstum von 2,2 Prozent auf 1,2 Prozent durchführen
werde und schätzte auf Basis dessen das Wachstum der Weltölnachfrage
auf 1 Millionen Barrel/Tag ein. Nach der kräftigeren Revidierung
der IWF-Prognose könnte nach Einschätzung von Analysten der Deutschen
Bank die IEA das Nachfragewachstum bei nur noch 300,000
Barrels täglich sehen. Der nächste Bericht der IEA wird am 11. Februar
erwartet. Die Analysten der Deutschen Bank sind derweil negativer:
Sie rechnen für das Jahr 2009 mit einem Rückgang der Ölnachfrage
um 1,3 Millionen Barrel/Tag.

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Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 10 Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 10
Gold und Silber –
Das Edelmetall-Duo mit Airbag


Die Finanz- und Wirtschaftskrise tobt weiter an den Aktienmärkten und
auch der Rohstoff-Sektor scheint alles andere als seinen Boden bereits
gefunden zu haben. Dennoch gibt es einen Glanzpunkt in diesem Segment,
die Edelmetalle allen voran Gold, das sich wegen seiner Bedeutung
als Krisenwährung und der geringeren Abhängigkeit vom Wirtschaftskreislauf
deutlich stabiler entwickeln konnte als Platin oder auch
Silber. Allerdings befindet sich auch das „Gold des kleinen Mannes“, als
das man Silber häufig bezeichnet, derzeit auch aus charttechnischer
Sicht in einer Art Aufbruchstimmung nach seinem Ausbruch über 11,70
US-Dollar je Feinunze mit weiteren Kurszielen bei 12,70 und 14,00 US-
Dollar.

Anleger, die gleich beide „Fliegen“ mit einer Klappe schlagen möchten,
könnten sich an das bereits seit Sommer 2006 gehandelte vollständig
währungsgesicherte Airbag-Zertifikat der Société Générale erinnern, das
sich zu gleichen Teilen auf Gold und Silber bezieht. Die restliche Laufzeit
beträgt aus heutiger Sicht noch überschaubare gut eineinhalb Jahre bis
zum 11. August 2010. Das Besondere an dem Produkt ist nicht seine einfache
Partizipationsmöglichkeit an dem Rohstoffkorb bis zu einem Cap
bei 145 Prozent des Ausgangsniveaus, sondern vielmehr der integrierte
Airbag-Mechanismus, der am Laufzeitende auch dann noch eine Rückzahlung
zum Nennbetrag zusichert, wenn der Gesamtwert des Edelme-
tall-Duos bis zu 30 Prozent seit Emission gefallen ist. Sollte auch diese
Marke nicht halten, spielt der „Airbag“ seine spezielle Stärke aus, da weitere
Verluste mit einem Faktor von ca. 1,43 subventioniert werden, so
dass der Anleger bei jedem Kursniveau stets besser gestellt ist, als ein
Direktinvestor. Sollte also beispielsweise im Basiswert ein Minus von 40
Prozent auf dem Kurszettel stehen, so bekäme der Besitzer des Airbag-
Zertifikates am Ende immer noch eine Rückzahlung in Höhe von 85,71
Prozent des Nennbetrages (60% x rund 1,43). Für andere Endniveaus
des Rohstoff-Baskets würden sich durch Multiplikation mit der Konstante
entsprechende Tilgungsbeträge ergeben.

Da das Zertifikat aktuell mit einem Preis von 108,92 Euro gehandelt wird,
müsste im Verlustfall allerdings zumindest die Differenz zu dem Nennbetrag
in Höhe von 100 Euro vom Anleger verschmerzt werden. Auf der
anderen Seite bringt das schon etwas in die Jahre gekommene Papier
aber auch den Vorteil mit sich, dass der Wert des zugrundeliegenden
Baskets seit seiner Auflegung (Gold 652,25, Silber 12,20 US-Dollar) insgesamt
bereits um über 19 Prozent zugelegt hat. Um auf die maximale
Rückzahlung von 145 Euro und damit auf einen Gewinn von gut 33
Prozent zu kommen, wäre also lediglich noch ein Plus von etwas mehr
als 21 Prozent erforderlich. Aber auch bei unverändertem Basketwert
stünde jetzt schon ein Gewinn von fast zehn Prozent fest, wenn bereits
Laufzeitende wäre.

Gold und Silber Airbag-Zertifikat
Emittent/WKN: Société Générale / SG9BMZ

Laufzeit: 11.08.2010

Preis: (03.02.2009) Geld / Brief 106,92 Euro / 108,92 Euro

Der Rohstoff-Report Tipp:
Das Airbag-Zertifikat bietet aus heutiger Sicht nicht nur unter Renditegesichtspunkten
ein interessantes Chance-Risiko-Profil, da selbst bei
einem knapp 9-prozentigen Rücksetzer noch der aktuelle Einstandskurs,
bei einem Minus von über 41 Prozent sogar immer noch der
Nennbetrag von 100 Euro zurückerstattet würde.

Autor: Armin Geier

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Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 11
DB-Optimierungsansätze mit Teilschutz
Investieren in Rohstoffe 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 11
DB-Optimierungsansätze mit Teilschutz
Als die Rohstoff-Welt im vergangenen Sommer noch in Ordnung war und
die Notierungen von einem Hoch zum nächsten jagten, schienen Bonus-
Zertifikate mit attraktiven Seitwärtsrenditen noch als das geeignete Mittel,
um mit einem guten Gewissen in Form eines kleinen Puffers weiteren
Höchstkursen entgegenzustreben. Nach dem massiven Crash in dem
einst so beliebten Anlagesegment, schlug dieses Gefühl ähnlich wie auch
am parallel weiter abstürzenden Aktienmarkt bald um in tiefe Verzweiflung,
waren doch in den meisten Sparten mehrheitlich die im Nachhinein
viel zu gering dimensionierten Sicherheitsschwellen gerissen und stand
am Ende kein Stein mehr auf dem anderen. Wer der stets verletzlichen
Bonus-Struktur noch immer nicht abschwören konnte und von neuem
nach einem passenden Papier mit einem diesmal etwas üppigeren
Abstand zur Barriere suchte, tat dies aber meist vergeblich.

Die Deutsche Bank startet auf dem momentan stark ermäßigten Niveau
wieder zwei neue Versuche, Anlegern wettbewerbsfähige Bonus-Instrumente
an die Hand zu geben. Dabei wird von vornherein auf eine seitwärtsgerichtete
Rendite zugunsten eines entsprechend höheren Puffers
von 50 Prozent verzichtet, da niemand genau sagen kann, wann der
Rohstoffsektor seinen Boden gefunden hat und wieder nach oben dreht.
Für den Investor bedeutet die ausschließliche Fokussierung auf den
Sicherheitsaspekt, dass er auf der anderen Seite mit den beiden noch bis
zum 10. Februar in Zeichnung befindlichen Papieren nur dann Gewinne
erzielen kann, wenn die jeweiligen Basiswerte auch tatsächlich ansteigen.
Dafür braucht er im Falle einer starken Erholungsbewegung auch keine
Begrenzung der Rendite nach oben zu fürchten.

Zur Auswahl stehen ganz im Sinne der Deutsche Bank Rohstoff-Terminologie
je ein Produkt auf den DBLCI-MR Enhanced EUR-Hedged Index, sowie
den DBLCI-OY Agriculture EUR-Hedged Index. Lässt sich das Kürzel für
den Ausgangsindex „DBLCI“ noch irgendwie als „Deutsche Bank Liquid
Commodities Index“ erschließen und steht für die liquidesten einmal jährlich
readjustierten Terminkontrakte aus den vier Rohstoff-Sektoren Energie,
Edel- und Industriemetalle, sowie Getreide, so ist die Bedeutung der
Abkürzungen „MR“ und „OY“ auf den ersten Blick kaum mehr erkennbar.
De facto handelt es sich dabei aber um zwei unterschiedliche Gewichtungskonzepte.
So verfolgt der DBLCI in seiner „Mean Reversion“-Variante
das Ziel, über einen dynamischen und regelbasierten Gewichtungsmechanismus
„teure“ Rohstoffe geringer und „billige“ dafür entsprechend
stärker zu gewichten. Die Neuausrichtung erfolgt hier aber nicht turnus


mäßig, sondern auf Basis einer festgelegten Formel nur dann, wenn sich
der Einjahres-Durchschnittspreis eines Rohstoffs um ein „Ganzes-
Vielfaches von fünf Prozent“ von seinem gleitenden Fünfjahresdurchschnitt
entfernt hat („trigger event“). Die jeweils sechs aus einer Grundgesamtheit
von 14 ausgewählten Rohstoffe, sowie die jährliche Rollsystematik
mit Ausnahme des Energiebereichs (monatlich), entsprechen dabei
dem normalen DBLCI. Demgegenüber versucht die später hinzugekommene
„Optimum Yield“-Technologie, die sich hier ausschließlich auf den Subsektor
Agrargüter bezieht, die dynamische Struktur der Terminkurven auszunutzen,
indem die Rollrendite bezogen auf die jeweils in den nächsten
13 Monaten auslaufenden Kontrakte optimiert wird. Dabei soll in einer
Backwardation-Situation der Rollertrag maximiert, in Zeiten eines Contango
der Rollverlust minimiert werden.

Beide Bonus-Produkte sind weitgehend gegen Schwankungen zwischen
US-Dollar und Euro abgesichert und beziehen sich hinsichtlich ihrer
Berechnungslogik jeweils auf die Excess-Return-Variante. Die Laufzeiten
betragen dabei über vier Jahre.

Der Rohstoff-Report Tipp:
Beide Rohstoff-Konzepte stellen für sich allein genommen eine interessante
Weiterentwicklung des DBLCI dar. Über das jeweilige DeepBonus-
Zertifikat erschließt sich dem Anleger darüber hinaus ein zusätzlicher
Währungs- und Teilschutz, der allerdings zugunsten des hohen
Puffers keine Seitwärtsrendite mehr zulässt.

DBLCI-MR Enhanced EUR-Hedged ER Bonus-Zertifikat
Emittent/WKN: Deutsche Bank / DB4CGH

Laufzeit: 15.08.2013

Preis: (in Zeichnung:

28.01.09-10.02.09) Ausgabepreis: 100 Euro (zzgl. 1,5 % Agio)

DBLCI-OY Agriculture EUR-Hedged ER Bonus-Zertifikat
Emittent/WKN: Deutsche Bank / DB4CGJ

Laufzeit: 15.03.2013

Preis: (in Zeichnung:

28.01.09-10.02.09) Ausgabepreis: 100 Euru (zzgl. 1,5 % Agio)

Autor: Armin Geier

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Video & Wochenperformance 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 12 Video & Wochenperformance 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 12
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der Woche

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Von und mit Jochen Stanzl, Chefredakteur bei rohstoff-report

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Performancetabelle (Wertveränderungen seit 15. Dezember)

godmode-traderGodmodeTraderGodmodeTraderMEDIA CENTER
4,1%
2,3% 2,2% 2,0%
0,9%
-0,7%
-1,1%
-2,0%
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-3,8% -3,8%
-4,3% -4,3%
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-13%
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SilberPalladiumPlatinGoldKakaoAluminiumNickelBleiZuckerKaffeeSojabohnenZinnMaisZinkWeizenOrangensaftBaumwolleBrentölKupferHolz

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Charts an der LME 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 14
630000
1130000
1630000
2130000
2630000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Aluminium
Aluminium Lagerbestände
80000
130000
180000
230000
280000
330000
380000
430000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Kupfer
Kupfer Lagerbestände
50000
100000
150000
200000
250000
300000
350000
06 06 07 07 08 08
Zink
Zink Lagerbestände
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
140000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Blei
Blei Lagerbestände
0
10000
20000
30000
40000
50000
60000
70000
80000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Nickel
Nickel Lagerbestände
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
14000
16000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nov. 08
Zinn
Zinn Lagerbestände

Basismetalle 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 15
Aluminium - Klicken, um Profichart zu laden
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Blei - Klicken, um Profichart zu laden
Nickel - Klicken, um Profichart zu laden
Zinn - Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Soft-Commodities 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 16
Kaffee - Klicken, um Profichart zu laden
Mais - Klicken, um Profichart zu laden
Weizen - Klicken, um Profichart zu laden
Kakao - Klicken, um Profichart zu laden
Sojabohnen - Klicken, um Profichart zu laden
Zucker - Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Energie & Indizes 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 17
Amex Gold Index - Klicken, um Profichart zu laden
Brent - Klicken, um Profichart zu laden
RICI Absolute Return - Klicken, um Profichart zu laden
Amex Oil Index - Klicken, um Profichart zu laden
Henry Hub Erdgas - Klicken, um Profichart zu laden
S&P GSCI Total Return - Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Commodities im Chartcheck 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 18
BLEI erholt sich nach dem
Crash, aber...

Blei

ISIN: XC0007203232

Börse: London Metal Exchange in USD

Kursstand: 1.115 $

Kursverlauf vom 02.02.2004 bis 30.01.2009
(log. Linienchartdarstellung)

Rückblick: Blei vollzog bis Oktober 2007 eine langfristigen Aufwärtsbewegung,
welche mit einem Rekordpreis bei 3.989 $ endete. Seit diesem Hoch
fällt der Preis des Metalls deutlich, wichtige Chartmarken und Trendlinien
wurden gebrochen.

Bei 845 $ startete Mitte Dezember 2008 schließlich eine Kurserholung, welche
bislang das Ausbruchslevel der mehrjährigen, flachen Aufwärtstrendlinie
bei aktuell 1.305 $ aber noch nicht erreichte. Knapp unterhalb davon konsolidiert
Blei aktuell den steilen Anstieg seit Mitte Dezember.

Charttechnischer Ausblick: Das übergeordnete Chartbild von Blei ist deutlich
angeschlagen. Kurzfristig wäre noch eine Fortsetzung der Kurserholung
bis 1.300 - 1.330 oder darüber ggf. sogar 1.550 - 1.600 $ möglich.
Anschließend oder alternativ auch direkt werden weiter fallende Notierungen
bis 701 $ möglich. Dort könnte dann eine größere Kurserholung starten.

Deutlich aufgehellt wird das Chartbild erst bei einer nachhaltigen Rückkehr
über 1.620 $, dann wären steigende Kurse bis 2.280 - 2.433 $ möglich.

HEIZÖL - Ab wann geht die
Erholung weiter?

Future auf Heizöl (HO) im Endloskontrakt

Börse: NYMEX

Kursstand: 1,45 $

Kursverlauf vom 29.04.2008 bis 30.01.2009
(log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Rückblick: Der Future auf Heizöl markierte nach einer seit 1999 andauernden
Kursrallye im Juli 2008 bei 4,16 $ ein neues AllTimeHigh, bevor eine
massive Verkaufswelle startete. Der Kursrutsch führte zum Rückfall auf ein
markantes Korrekturtief bei 1,19 $.

Im Anschluss konnte der Basiswert bis auf ein Erholungshoch bei 1,16 $
ansteigen und geht seitdem erneut in eine Konsolidierungsphase über.

Charttechnischer Ausblick: Heizöl könnte sich in den kommenden Wochen
oder Monaten hier im Bereich bei 1,45 - 1,53 $ weiter stabilisieren und
eine Kurserholung starten. Ob daraus eine größere Bodenbildung wird, bleibt
anzuzweifeln. Idealerweise sollte aber noch ein Rücklauf bis in den 2,00 $
Bereich erfolgen.

Ein bullisches Signal wird jetzt kurzfristig geliefert, sobald der Basiswert auf
Tagesschlusskursbasis über 1,53 $ ansteigen sollte. In dem Fall wäre charttechnische
Stärke zu verzeichnen.

Fällt der Future hingegen auch nachhaltig unter 1,30 $ zurück, drohen auf
mittelfristige Sicht weitere Kursverluste bis zum langfristigen Unterstützungsbereich
bei 1,00 - 1,10 $. Ein solcher Rückfall müsste dann für die kommenden
Monate und Jahre einkalkuliert werden.

Blei
Heizöl

Terminausblick & Impressum 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 19
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
13:30 Uhr US Geflügelpreise
20:30 Uhr Commitment of Traders
22:00 Uhr Crop Progress
Grain Stocks, Rice Stocks
Winterweizenauspflanzungen
22:00 Uhr Weather – Crop Summary
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
20:30 Uhr Commitment of Traders
WOCHE 1WOCHE 2
Terminausblick & Impressum 6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 19
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
13:30 Uhr US Geflügelpreise
20:30 Uhr Commitment of Traders
22:00 Uhr Crop Progress
Grain Stocks, Rice Stocks
Winterweizenauspflanzungen
22:00 Uhr Weather – Crop Summary
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
20:30 Uhr Commitment of Traders
WOCHE 1WOCHE 2


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Gast 

04.02.2009, 19:20


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