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|  31.12.2008, 16:36
RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 Ein Service der BörseGo AG RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 Ein Service der BörseGo AG Leitthema Rohstoffhausse: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben Seite 02 Strukturelle Veränderungen am Maismarkt Seite 05 Aktueller Rohstoff-Kommentar Seite 07 Video Amex Gold BUGS Index - CRAsH vorbei? Seite 11 Performance Tabelle Seite 14 Charts der LME Seite 12 Investieren in Rohstoffe Seite 14 Neues Rohstoff-Garantie-Duo Passives investieren oder «Benchmarking» Basismetalle Seite 16 Soft-Commodities Seite 17 Energie & Indizes Seite 18 Chartcheck Seite 19 Termine & Impressum Seite 21 Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Der Pleitegeier dreht seine Runden. Wir erleben
gerade die direkten Nachwehen eines histori
schen Zusammenbruchs wichtiger Teile des amerikanischen Finanzsystems. Es war am letzten Wochenende nicht gelungen, den gigantischen Schuldenberg von 613 Milliarden US-Dollar und die darunter begrabene viertgrößte Investmentbank Lehman Brothers zu verkaufen. Erst waren die Südkoreaner abgesprungen, dann die Briten, dann schließlich auch die Bank of America. Der Dow Jones brauch zu Wochenbeginn um über 500 Punkte ein. Zwar übernahm die Bank of America Merrill Lynch, doch ist diese Fusion kein Vertrauensbeweis in die Zuversicht in die Zukunft des Finanzsystems als vielmehr ein Schritt schierer Verzweiflung. Verstärkt wurde die schlechte Stimmung durch die Nachricht, dass der größte Versicherer der USA, die AIG, die US-Notenbank angerufen habe, um Zugriff auf ihr Diskontfenster zu erhalten. So etwas hat es in den USA noch nie gegeben. Die Nachwehen dieser Krise und insbesondere des Zusammenbruchs von Lehman Brothers sind nicht quantifizierbar. Es ist weder möglich, weitere Pleiten im Bankensektor auszuschließen, noch können die Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung vorhergesehen werden. Insofern tappt jeder gerade im Dunkeln, es herrscht das, was das giftigste für die Märkte überhaupt ist: Unsicherheit, Planungssicherheit ist nicht mehr vorhanden. Dass in diesem Umfeld noch keine Panik an den Märkten ausgebrochen ist, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass eine Rettung von oberster Stelle gehofft wird. Die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen ist deutlich gestiegen. Wenn Sie dieses Editorial lesen, wissen Sie bereits mehr.
Schöne Grüße Ihr Jochen Stanzl Chefredakteur Rohstoff-Report.de
Leitthema: Rohstoffhausse 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 2 Leitthema: Rohstoffhausse 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 2 Rohstoffhausse: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Die Rohstoffpreise kommen nun deutlich zurück. Zu Wochenbeginn, als bekannt wurde, dass Lehman Brothers Gläubigerschutz anmelden muss, fiel der Ölpreis weiter zurück, seit Wochenbeginn um 8,58 US-Dollar/Barrel auf 92,62 US-Dollar/Barrel zurück - ein neues Siebenmonatstief. Gold notiert am Dienstagmorgen zwar bei 777 US-Dollar/Unze und damit rund 4,6 Prozent über dem Vorwochentief bei 736,40 US-Dollar/Unze, doch scheint in diesem Umfeld derzeit alles möglich. Schieflagen bei Hedgefonds, Zwangsauflösungen von Rohstoffderivaten in den Portfolios von Banken wie Lehman Brothers oder Merrill Lynch oder neue Sprünge beim US-Dollar haben die Rohstoffpreise derzeit in der Hand.
Führen Sie sich einmal vor Augen: Lehman Brothers hat unter dem Gläubigerschutz nach Chapter 11 eine unglaubliche Summe von 613 Milliarden US-Dollar als seine Schulden angegeben. Lehman Brothers tritt als Derivatebroker auch im Rohstoffbereich auf. Das heißt, jeder, der mit Lehman-Derivaten handelte – auch große Fonds – haben ihre Positionen schneller in Sicherheit gebracht, als die Lehman-Mitarbeiter ihre Büroutensilien. Das heißt es finden Zwangsliquidationen statt, was die Preise belastet. Wenig anders dürfte es bei Merrill Lynch aussehen, oder bei allen, die irgendwie dazwischen stehen.
Diese Verkäufe am Rohstoffmarkt und bei Aktien aller Art, die aus Zwang, nicht aus freiem Willen getrieben werden, werden noch weiter anhalten. Das bedeutet, die Korrektur bei den Rohstoffpreisen und auch bei Rohstoffaktien wird weiter anhalten. Das Umfeld ist viel zu unsicher, um Käufer wieder in großen Stückzahlen an die Märkte zu locken. Wenn wir einmal Short-Squeezes und kurzfristige technische Gegenbewegungen ausklammern, bedeutet dies, dass die Kurse weiter fallen werden. Zunächst dürfte sich die Weltwirtschaft weiter abkühlen. Das Erdöl wurde durch überbordende Spekulationen auf Preisniveaus gehievt, die nicht mehr zu halten waren, und die Seifenblase ist geplatzt. Bis der Markt nach dieser Blase wieder bereinigt ist, wird einige Zeit ins Land gehen.
Auch beim Gold wurden Preise von Spekulanten den Terminmärkten bezahlt, die das Gros der Nachfrager (Schmuckkäufer) nicht mehr bereit war, zu zahlen. Die indische Nachfrage war im zweiten Quartal bei Goldpreisen um 950 US-Dollar/Unze um über 60 Prozent eingebrochen,
ähnlich sah es auch an anderen Schmuckmärkten der Welt aus. Die Preise waren den Leuten angesichts der hohen Inflation und angesichts unsicherer Konjunkturaussichten einfach zu hoch. Die Schmucknachfrage ist beim Gold weit wichtiger als die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen fallende Dollarnotierungen oder gegen eine steigende Inflation. Zwei Drittel des Goldes werden jährlich zu Schmuck verarbeitet. Dass jetzt auch die Inflation in den offiziellen Zahlen dank gefallenem Ölpreis zurückgeht, hilft den Perspektiven des Goldes auch nicht weiter.
Die schwächere Konjunktur schlägt also beim Öl als auch bei den Edelmetallen Kerben in die Nachfrageentwicklung, während Zwangsliquidationen havarierter Banken die Preise belasten. Ein weiterer Faktor für die zurückgehenden Rohstoffnotierungen ist der unglaubliche Anstieg des US-Dollars. Die US-Valuta gewann in acht Wochen um 12,2 Prozent, das ist die stärkste Rallye in 10 Jahren. Eigentlich müsste der Greenback tiefrot sein, doch die Rettungsaktion bei den Baufinanzierern Fannie und Freddie wiegt die Märkte in der trügerischen Sicherheit, alles sei okay. Dass die US-Regierung durch die Verstaatlichung ihre Schuldenlast über Nacht quasi von 9,6 auf ca. 14,6 Billionen US-Dollar erhöht hat, darum sollen sich die künftigen Generationen kümmern. Kaum einer dürfte ernsthaft daran zweifeln, dass es jemals möglich sein wird, eine solche Summe zurückzuzahlen. Ich bin daher der Meinung, dass der US-Dollar keinen nachhaltigen Boden ausgebildet hat, und wenngleich die aktuelle Erholung der US-Valuta noch viele Monate andauern kann, sehe ich in den nächsten Jahren neue Tiefs beim Dollar.
Leitthema: Rohstoffhausse 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 3 Die typische Dauer von Rohstoffbullenmärkten beträgt 18-20 Jahre, die Aufwärtsbewegung geht also bis 2018 oder 2020, wenn nicht sogar länger. Immerhin gibt es auch für die treibende Kraft hinter dem Bullenmarkt der Rohstoffe, dem Aufschwung der Schwellenländer und die Mehrung des Wohlstands durch die Globalisierung, keinen historischen Vergleich. Die Fundamentaldaten bei den Rohstoffen sind weiter intakt, die weltweite Konjunkturschwäche ist daher nur als zeitliche Verzögerung, als Aufschub der Rohstoffhausse zu sehen, nicht aber als deren Ende.
Ich schrieb in der Weekend Edition auf der Startseite am Wochenende, dass es meiner Meinung nach kein Fehler sein kann, erste Teilpositionen am Rohstoffmarkt aufzubauen. Ich hatte im Rohstoff-Report in der ersten Jahreshälfte große Probleme, irgendwelche Produkte zu "empfehlen", da die Kurse zu teuer waren. Das hat sich jetzt geändert. Ich schließe dabei nicht aus, dass die Preise in den nächsten Wochen noch deutlicher zurückkommen können, wahrscheinlich werden sie es auch. Wenn Sie aber einen langfristigen, auf 5 oder 10 Jahre hinaus reichenden Zeithorizont mitbringen, und keinen Hebel (Fremdkapital) ins Depot nehmen, stehen Sie nicht unter Zeitdruck. Gerade für Anleger aus Deutschland ist angesichts der ab
1.1.09 anstehenden Abgeltungsteuer ein Einstieg in Rohstoffaktien derzeit attraktiv. Die Börse bietet Bluechips wie den größten Eisenerzhersteller CVRD mit einem Discount von 50 Prozent zu den Höchstkursen an, ohne dass sich an der fundamentalen Situation maßgeblich etwas geändert hätte. Letztendlich sind es Einstiegschancen wie diese, die reiche Investoren wie Warren Buffett zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Es gibt drei Fonds, die ich für einen Einstieg in den Rohstoffsektor für attraktiv erachte. Zwei der drei Fonds decken die Aktienseite des Rohstoffsektors ab, ein Fonds investiert direkt in physische Rohstoffe.
Der Fonds, der in physische Rohstoffe investiert, ist der Deutsche Bank Platinum Commodity Euro (WKN A0D97Z). Der Fonds bildet den DBLCI MR Rohstoffindex der Deutschen Bank nach. Der Index bildet den Index im Verhältnis eins zu eins nach. Der Index umfasst ständig nur die sechs Rohstoffe Öl, Heizöl, Weizen, Mais, Aluminium und Gold. Das besondere an dem Index ist, dass er sich eine Eigenschaft der Rohstoffe zu Nutze macht, die im Vergleich der letzten Jahrzehnte zu beobachten war: Rohstoffpreise oszillieren über die Zeit immer um ihre Durchschnittspreise. Rohstoffe, die sich zu weit von ihren Durchschnitten entfernen, kehren tendenziell wieder dorthin zurück. Der aktiv gemanagte DBLCI MR Index nimmt nun immer dann Gewinne bei einem der sechs Rohstoffe im Index mit, wenn diese sich zu sehr nach oben im Vergleich zu ihren Durchschnitten entfernt haben, und kauft Rohstoffe nach, die sich zu weit nach unten relativ zu ihren Durchschnitten abgesetzt haben. Der DBLCI hat in den letzten Jahren andere Rohstoffindizes outperformt.
Die beiden anderen Fonds, die ich für sehr attraktiv für ein Basisinvestment in diesem Sektor ansehe, sind zwei Fonds von Blackrock (ehemals Merrill Lynch Investment Managers). Zum einen der Blackrock World Mining Fund (WKN 986932). Er investiert in die Bluechips im Bergbausektor. Zum anderen der Blackrock World Energy Fund (WKN 632995), der in die Blue Chips im Energiesektor investiert. Anleger können auch statt in den World Energy Fund in den Blackrock New Energy Fund (WKN 630940) investieren, der nicht in „alte“ Energieunternehmen wie die Ölkonzerne, sondern eben in die „neuen“ Energien wie die Windenergie investiert.
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Strukturelle Veränderungen am Maismarkt 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 5 Strukturelle Veränderungen am Maismarkt
Die Maispreise verteuerten sich von 3,21 US-Dollar/Scheffeln im August 2007 bis auf 7,67 US-Dollar/Scheffel im Juni 2008, fielen seither aber wieder bis auf 5,63 US-Dollar/Scheffel zurück. Betrachtet man diesen Preisausschlag beim Mais im historischen Kontext, so war dies der größte Anstieg seit dem Jahr 1995. Auch damals verteuerte sich der Maispreis, von 2 US-Dollar/Scheffeln bis auf 5,20 US-Dollar/Scheffel. Damals waren wetterbedingte Missernten an mehreren Jahren in Folge die Ursache für die Preissprünge. Als sich dann das Wetter wieder normalisierte und die Erntemengen wieder stabilisiert werden konnten, brachen die Preise für Mais wieder deutlich ein.
Heute sprechen viele Marktkommentatoren von einer baldigen Wiederholung der damaligen Preisveränderung und sehen die Preise für Mais aktuell als überhitzt an. Während nicht auszuschließen ist, dass der Maispreis gerade in den Sommermonaten korrekturanfällig war, sprechen strukturelle Veränderungen des Maismarktes für eine gewisse Nachhaltigkeit der Preisanstiege. Folgende Gründe sprechen heute für die heute teuren Maispreise:
1) Angebotsverknappung
Ungeachtet hoher Lagerbestände und guter Erntemengen in den letzten Jahren gibt es die Erwartungshaltung einer baldigen deutlichen Verknappung des Körnergetreides.
2) Nachfrage aus den Schwellenländern
Mais ist Schwellenländern und Entwicklungsländern vorwiegend ein Nahrungsmittel, in Industrieländern dagegen hauptsächlich ein Futtermittel in der Viehhaltung. Pro einem Kilogramm Fleisch benötigt man bis zu drei Kilogramm Mais. Nun wächst die Fleischnachfrage gerade in den industrialisierten Teilen Asiens mit zweistelligen Wachstumsraten. Hierdurch wird die Maisnachfrage deutlich angetrieben.
3) China wird Nettoimporteur
China ist nach den USA der zweitgrößte Maisproduzent der Erde. In den letzten Jahrzehnten profitierten Länder auf der Erde mit einer niedrigen Maisproduktion von den chinesischen Exporten auf den
Weltmarkt. Da die Inlandsnachfrage nach Mais in China aber deutlich angewachsen ist (auch durch die Fleischnachfrage), wurden die Exportmengen Chinas in den letzten Jahren immer kleiner. In diesem Jahr kippt die Situation ganz: China wird ab diesem Jahr Mais vom Weltmarkt zukaufen müssen. Dadurch verknappt sich das Angebot auf dem Weltmarkt spürbar.
4) Biokraftstoffe Ebenfalls neu im Vergleich zu Mitte der 90er Jahre ist die Verwertung von Mais zu dem Benzinersatz Ethanol. In den USA werden, unterstützt durch Subventionen der Regierung, ständig wachsende Mengen an Mais zu Ethanol verarbeitet. In diesem Jahr werden 1/3 der Maisernte zu Ethanol verarbeitet.
5) Fondsnachfrage Die Gründe von 1) bis 4) führen dazu, dass die Investmentnachfrage kräftig anwächst. Diese Größe ist nun angesichts der Korrektur bei den Rohstoffen zurückgegangen, dürfte aber wieder steigen, wenn sich die Preise wieder erholen.
Der Maismarkt hat sich gewandelt. Diese strukturelle Veränderung führt dazu, dass die Preise nachhaltig auf einem hohen Niveau bleiben werden. Das Beispiel des Maismarktes ist exemplarisch für die Art und Weise, wie sich die Rohstoffmärkte verändern. Dieses Beispiel ließe sich auch auf andere Märkte übertragen.
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RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 7 RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 7 Aktueller Rohstoff-Kommentar
von Jochen Stanzl
Energie
Brentöl fiel in der letzten Woche um 6,1 Prozent von 105,23 US-Dollar/ Barrel auf 98,78 US-Dollar/Barrel. Damit durchbrach das Brentöl früher als die US-Sorte WTI die Marke von 100 US-Dollar/Barrel. Am Freitag letzter Woche schloss WTI noch bei 101,18 US-Dollar/Barrel, am Dienstagmorgen ist die 100-Dollar-Marke bereits Vergangenheit. WTI wird bei 92,62 US-Dollar/Barrel gehandelt. Damit bricht die auf GodmodeTrader. de genannte naheste Unterstützungsmarke von 98-100 US-Dollar/ Barrel, womit das nächste Ziel bei 80-85 US-Dollar/ Barrel aktiviert wird.
Saisonal schwache US-Nachfrage wird übermäßig beachtet
Dabei fokussieren sich die Marktteilnehmer weiterhin auf eine schlechte Entwicklung der Nachfrage, obwohl ein Großteil der schlechten Nachrichten aus diesem Bereich bereits im Ölpreis eskomptiert sein könnte. Es ist richtig, dass die Ölnachfrage der USA kräftig zurückgegangen ist, und auch der Verbrauch in Großbritannien, Frankreich und Italien fällt. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass der Ölverbrauch der Industrieländer in der ersten Jahreshälfte 2008 gegenüber der ersten Jahreshälfte 2007 um 1 Millionen Barrels/Tag zurückgegangen ist. Dabei scheinen die Handelsteilnehmer am Ölmarkt derzeit fast vollständig die Tatsache auszublenden, dass der Ölverbrauch der Schwellenländer weiter kräftig wächst und die US-Ölnachfrage gerade durch saisonale Gründe (Ende Reisezeit, Beginn erhöhten Heizbedarfs steht noch bevor) überdurchschnittlich stark zurückgeht.
Kaum ein Handelsteilnehmer scheint sich vor Augen zu führen, dass die Weltnachfrage nach Öl auch in diesem Jahr weiter wachsen wird.
Die Internationale Energieagentur rechnet mit einem Anstieg um 0,8 Prozent auf 86,8 Millionen Barrels/Tag. In 2009 sind es dann schon 87,6 Millionen Barrel/Tag, so die IEA. Das sind zwar in beiden Jahren weniger als in der ursprünglichen Prognose (100,000 Barrels/Tag weniger in 2008, 140,000 Barrel/Tag weniger in 2009), aber zeigt doch, dass die Ölnachfrage nicht zurückgeht, sondern sehr wohl weiter wächst.
Restkapazitäten nur marginal erhöht
Die OPEC-Restkapazitäten, die dem Markt im Falle von Naturkatastrophen oder anderen Förderausfällen zur Verfügung gestellt werden können, liegen bei 1,2 Millionen Barrels/Tag, und wurden durch die in der letzten Woche durch die OPEC-Mitglieder beschlossene Förderquotensenkung um 520,000 Barrels/Tag auf rund 1,7 Millionen Barrels/Tag erhöht. Als ein Anteil des Weltverbrauchs wuchsen sie von 1,39 Prozent auf 1,95 Prozent. Ende der 90er Jahre lagen die Restkapazitäten der OPEC noch bei über 5 Millionen Barrels/Tag. Dies entsprach über 7 Prozent der damaligen Nachfrage. Die Lage am Ölmarkt ist ohne Zweifel weiter angespannt. Trotzdem arbeiten Marktmechanismen dahingehend, dass die Preise weiter unter Druck stehen könnten. Viele Marktteilnehmer, gerade Hedgefonds, befinden sich wegen der überraschenden Preisverschiebungen (Dollaraufwertung, Ölabwertung, Crash bei Bankentiteln) in einer Zwangslage. Diese kann dazu führen, dass es zu Zwangsliquidationen kommen kann. Diese könnten die Preise noch kräftig unter Druck bringen. Erdöl bewegt sich langsam aber wieder in einen Bereich, der als fundamental günstig bezeichnet werden kann.
RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 8 Soft-Commodities
Mais: Preis schafft Wende in zweiter Wochenhälfte
Die Preise für Mais entwickelten sich in der letzten Woche positiv mit einem Aufschlag von 2 Prozent auf 5,63 US-Dollar/Scheffel. Wie die Basismetalle schaffte es der Maispreis sich von seiner Schwäche in der ersten Wochenhälfte zu lösen. Da wurde noch ein neues Einmonatstief erreicht. In der zweiten Wochenhälfte setzte sich Mais dann nach oben ab, getrieben von Spekulationen über mögliche Ernteverluste in den USA. Durch die Überflutungen am Mississippi Anfang des Jahres wurde Mais auf großen Flächen erst spät ausgesetzt. Marktteilnehmer fürchten, dass die nun später reifende Ernte auf diesen Flächen dem Frost zum Opfer fallen könnte, der zu dieser Jahreszeit immer auftreten kann. Außerdem senkte das US- Landwirtschaftsministerium USDA die Maisernteschätzungen für die gesamten USA, weil es im August zu wenig regnete und die Fruchtgrößen damit nicht so groß ausfallen werden, wie ursprünglich erwartet. Die Maispreise wurden daneben durch eine weitere USDA- Prognose gestützt. Das Ministerium sieht in diesem Jahr einen Anstieg des weltweiten Maisverbrauchs um 3,2 Prozent auf den höchsten Stand in der Geschichte der Menschheit. Insgesamt 799,7 Millionen
Tonnen sollen in diesem Jahr verbraucht werden. Als belastende Faktoren stellten sich in der letzten Woche für den Maispreis die anhaltende Dollarstärke und die trotz Dürreschäden und möglicher Frostgefahren immer noch sehr hohe Ernte sowie die hohen Übertragsraten bei den Lagerbeständen aus dem letzten Jahr heraus.
Weizen: In die Lager oder nicht in die Lager, das ist jetzt die Frage
Die Weizenpreise entwickeln weiterhin kein Eigenleben und werteten in der letzten Woche im Zuge der Dollaraufwertung, der Schwäche des gesamten Rohstoffkomplexes und der vom US-Landwirtschaftsministerium USDA prognostizierten historischen weltweiten Rekordernte von 670 Millionen Tonnen in diesem Jahr weiter ab. Der Weizenpreis fiel um 4,1 Prozent auf 7,22 US-Dollar/Scheffel. Die Weizenpreise dürften sich in den bevorstehenden Herbstwochen vor allem an den Exportaussichten für die US-Weizenernte orientieren. Sie werden zeigen, ob
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RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 9 die in den USA auf dem niedrigsten stand seit 60 Jahren liegenden Lagerbestände aufgefüllt kann, oder weiter knapp bleiben, weil große Mengen gewinnbringender ins Ausland verkauft werden können.
Sojaöl: Gemeinsam stark mit Erdöl
Sojabohnen haben ihren schon zwei Wochen alten Abwärtstrend fortgesetzt und sind dabei auf den niedrigsten Stand seit 21 Wochen gefallen. Die Handelsteilnehmer sind sich bewusst über die Tatsache, dass die zu Jahresbeginn beschlossene Erhöhung der Anbauflächen um 18 Prozent in den USA auch zu einer deutlich üppigeren Ernte führen wird. Am 7. September wurden 57 Prozent dieser Ernte mit gut bis sehr gut bewertet, was um einen Prozentpunkt über dem Vergleichswert des Vorjahres liegt. Allerdings könnte es in den nächsten Wochen zu einer Reduktion dieser Werte kommen, weil der Monat August in den USA zu trocken war. Wie bei Mais könnte der fehlende Regen dazu führen, dass die Erntemengen unter den bisher erwarteten liegen werden. Das wegen seiner Biodiesel-Tauglichkeit eng mit dem Ölpreis korrelierte Sojaöl erreichte in der letzten Woche eine starke technische Unterstützung im Bereich von 46,90 cents/Pfund und könnte ausgehend von dieser Preismarke eine technische Gegenbewegung starten. Das Erreichen der Unterstützung bei Sojaöl fällt zusammen mit dem Erreichen der Unterstützung beim Erdöl im Bereich von 98-100 US-Dollar/Barrel
Edelmetalle
Dollar steigt auf 1-Jahreshoch
Der US-Dollar setzte seine Rallye gegenüber anderen Währungen seit seinem Tief am 17. März fort und erreichte ein neues Jahreshoch. Die Aufwärtsbewegung seither beträgt 13,7 Prozent. Der US-Dollar wertet dabei nicht gegenüber allen Währungen auf. Zum japanischen Yen fiel die US-Valuta auf ein Siebenwochentief, nachdem das Währungspaar zuvor auf ein 33-Wochenhoch angestiegen war. Dies beleuchtet die anhaltende Risikoaversion der Handelsteilnehmer. Der japanische Yen wird in der Regel gegenüber anderen Währungen verkauft, um von der Zinsdifferenz Japans zu anderen Ländern zu profitieren. Kapital wird also in Japan aufgenommen und im Land der Gegenwährung angelegt. Angesichts der Bankenkrise, die sich in der letzten Woche durch die Verstaatlichung der beiden Baufinanzierer Freddi Mac und Fannie Mae sowie durch die Probleme bei der viertgrößten US- Investmentbank Lehman Brothers verschärfte, halten taktische Investoren wie Hedgefonds oder CTAs weiterhin einen hohen Cashanteil oder bauen Carry-Trades wie US-Dollar-Yen weiter ab. Dieser Trend ist dabei sogar so stark, dass er die starke US-Dollar-Rallye überlagert.
38,2 Prozent des Gold-Bullenmarktes korrigiert
Der Euro fiel in der letzten Woche auf 1,3879 US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit 48 Wochen, erholte sich per Wochenschluss aber wieder bis auf 1,4228 US-Dollar. Ähnlich entwikkelte sich der Goldpreis, der erst bis auf 734 US-Dollar/Unze fiel, dann aber zu Wochenschluss bis auf 755,70 US-Dollar/Unze stieg. Mit erreichen der Marke von 734 US-Dollar hat Gold exakt 38,2 Prozent der seit April 2001 laufenden Aufwärtsbewegung von 255 US-Dollar/Unze korrigiert. Von diesem Niveau besteht nun die Möglichkeit einer Wende, wobei ein Risiko bis auf 644 US-Dollar/Unze einkalkuliert werden muss. Fiele Gold bis auf 644 US-Dollar/Unze, wären 50 Prozent der Aufwärtsbewegung korrigiert. Die Marken von 38,2 Prozent und 50 Prozent sind so genannte Fibonacci-Relationen, die von vielen taktischen Investoren beachtet werden. Hier könnten Short-Positionen glattgestellt und Long-Positionen aufgebaut werden.
Fundamentaldaten aufgehellt
Die fundamentalen Voraussetzungen haben sich zuletzt weiter aufgehellt. Die stark wachsende Geldmenge bei negativer Realverzinsung infolge steigender Inflationsraten spricht vom aktuellen Niveau von 755,70 US-Dollar/Unze für langfristig steigende Edelmetallpreise. Weitere Zwischenverluste müssen einkalkuliert werden, Schnäppchenjäger sind aber bereits unterwegs. Die Gold-Nachfrage der Schmuck- Hersteller aus Indien ist zuletzt deutlich angesprungen. Die Goldimporte sind im August zum ersten Mal in diesem Jahr deutlich gestiegen. Im Vorjahresvergleich legten die Gold-Importe um 45 Prozent auf 100 Tonnen zu. Im Juli dieses Jahres wurden nur 22 Tonnen importiert. Goldkäufe sind für all jene jetzt äußerst attraktiv, die zwischenzeitliche Verluste aussitzen können und auf Sicht von 5-10 Jahren investiert bleiben wollen.
Basismetalle
Basismetalle belegen Spitzenplätze in der Wochenperformance
Die Basismetalle sind Gewinner der Woche. Zink zeigte die stärkste Performance im Vergleich mit anderen Rohstoffen in der letzten Woche und verteuerte sich um 6 Prozent von 1771 US-Dollar/Tonne auf 1877 US-Dollar/Tonne. Auf Platz Zwei der Performanceliste steht Blei mit einem Aufschlag um 4,3 Prozent von 1851 US-Dollar/Tonne auf 1930 US-Dollar/Tonne. Zinn, Nickel und Kupfer komplettieren die Top Fünf
RohstoffReport 5. Jahrgang | Ausgabe 16 | 05.08.2008 10 der Performancespitzenreiter mit Preiszuwächsen von 2,9 Prozent, 2,6 Prozent und 2,1 Prozent.
Kupferhändler begegnen Dollar-Aufwertung mit Misstrauen
Kupfer hat seinen bereits neun Wochen alten Abwärtstrend fortgesetzt und dabei das niedrigste Preisniveau seit 29-Wochen erreicht. Die Abwärtsbewegung wurde beschleunigt durch die Meldung eines vierprozentigen Rückgangs der chinesischen Kupfereinfuhren im August im Vergleich zum Vormonat, die anhaltende Aufwertung des US- Dollars, den Anstieg der Lagerbestände an der Londoner Metallbörse LME auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren, die Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums sowie die Vorhersage des internationalen Kupferverbandes ICSG, dass die weltweite Kupferraffineriekapazität bis 2012 jährlich um 5,2 Prozent wachsen wird. Kupfer fiel während der Handelswoche an der LME unter 7000 US-Dollar/Tonne, eroberte diese Marke aber zum Wochenschluss wieder zurück. Käufer wurden durch die Nachricht über ein Erdbeben in Chile bestärkt, welches Schäden an den dortigen Kupfererzminen verursacht haben könnte. Außerdem scheint eine wachsende Zahl von Handelsteilnehmern der starken Aufwertung des US-Dollars zunehmend misstrauisch gegenüber zu stehen und positioniert sich für eine Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends in der US-Valuta.
Aluminium: Handelsteilnehmer fokussieren Nachfrageentwicklung
Wie die anderen Basismetalle setzte auch Aluminium bis zur Wochenmitte seinen bereits die neunte Woche andauernden Abwärtstrend fort, stagnierte dann aber im Preis. Zu Wochenschluss notierte das Metall 0,2 Prozent höher bei 2661 US-Dollar/Tonne. Die Aluminiumlager an der Londoner LME sind so reich gefüllt, wie seit März 2004 nicht mehr. Dies belastet den Aluminiumpreis und verhinderte in der letzten Woche, dass er sich der Rallye der anderen Basismetalle anschließen konnte. Analysten von Deutsche Bank Commodities Research mahnen aber dazu an, die Lagerbestände bei Aluminium in Relation zum weltweiten Verbrauch zu setzen. Das Verhältnis zwischen Konsum und Lagerhaltung sei schon seit Jahren auf einem historisch niedrigen Niveau. Daran habe auch die jüngste Auffüllung der Lager in London, USA und Asien nichts geändert. Im Zuge gestiegener Produktionskosten bei der energieintensiven Aluminiumproduktion dürfte es in den nächsten Wochen zu weiteren Ankündigungen verschiedener Hersteller kommen, die ihre Produktion senken müssen. Trotzdem dürfte der Aluminiumpreis weiter unter Druck stehen, da Handelsteilnehmer die Angebotsseite aktuell fast komplett ausblenden und sich vorwiegend auf die Nachfrageentwicklung konzentrieren, welche weiter schwach bleibt.
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6,0% 4,3% 2,9% 2,6% 2,1% 2,0% 1,6% 0,2% -1,8% -2,3%-2,6%-2,9%-3,1% -4,1% -4,6% -5,4% -6,1% -11,0% -11,7% -12,6% -12,9% -15% -10% -5% 0% 5% ZinkBleiZinnNickelKupferMaisSojabohnenAluminiumKakaoRhodiumKaffeeBaumwolleZuckerWeizenHolzGoldBrentölOrangensaftPlatinSilberPaladium Video & Wochenperformance 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 11
4,3% 2,9% 2,6% 2,1% 2,0% 1,6% 0,2% -1,8% -2,3%-2,6%-2,9%-3,1% -4,1% -4,6% -5,4% -6,1% -11,0% -11,7% -12,6% -12,9% -15% -10% -5% 0% 5% ZinkBleiZinnNickelKupferMaisSojabohnenAluminiumKakaoRhodiumKaffeeBaumwolleZuckerWeizenHolzGoldBrentölOrangensaftPlatinSilberPaladium Video & Wochenperformance 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 11 Klicken Sie auf den Pfeil, um das Video auf der Webseite von GodmodeTrader.de anzusehen. MEDIA CENTER Amex Gold BUGS Index - CRASH vorbei ? Von und mit Harald Weygand Head of Trading, Godmode-Trader.de .. Rohstoffvideo der Woche
Charts an der LME 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 12 630000 730000 830000 930000 1030000 1130000 1230000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Aluminium Aluminium Lagerbestände 80000 100000 120000 140000 160000 180000 200000 220000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Kupfer Kupfer Lagerbestände 50000 100000 150000 200000 250000 06 06 07 07 08 Zink Zink Lagerbestände 0 20000 40000 60000 80000 100000 120000 140000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Blei Blei Lagerbestände 0 10000 20000 30000 40000 50000 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Nickel Nickel Lagerbestände 5500 7500 9500 11500 13500 15500 Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08 Zinn Zinn Lagerbestände
Zertifikate-Akademie Seminartour 2008 Mehr als 10.000 Teilnehmer in 4 Jahren Basis-Seminar: Mit Zertifikaten sicher anlegen in unsicheren Zeiten Was sind Zertifikate? Wo liegen die Vorteile gegenüber den klassischen Anlageformen? Wie können mich Zertifikate vor turbulenten Aktienmärkten schützen? Welche Zertifikate-Typen gibt es und welche eignen sich für mich? Wie handle ich richtig mit Zertifikaten? Basis-Seminare WISSEN ZAHLT SICH IMMER AUS! „Das Wissen, das bei Zertifikaten zählt, vermittle ich Ihnen gern.“ Herbert Wüstefeld, Referent, ABN AMRO Bank N.V. Jetzt anmelden und kostenlosen Seminarplatz sichern: / Tel. 0351 4667646 / Fax 0351 4667645 Stuttgart 09.09.2008 Neu-Ulm 10.09.2008 Heidelberg 16.09.2008 Frankfurt am Main 17.09.2008 Düsseldorf 18.09.2008 München 24.09.2008 Nürnberg 25.09.2008 Dresden 30.09.2008 Erfurt 01.10.2008 Leipzig 02.10.2008 Hamburg 07.10.2008 Bremen 08.10.2008 Hannover 09.10.2008 Wiesbaden 14.10.2008 Würzburg 21.10.2008 Freiburg 23.10.2008 Dortmund 28.10.2008 Köln 29.10.2008 Berlin 30.10.2008 Jeweils von 18.30 Uhr bis ca. 22:30 Uhr Die Termine der Fortgeschrittenen- Seminare finden Sie auf unserer Internetseite. Die Zertifikate-Akademie Partner:
Investieren in Rohstoffe 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 14 Investieren in Rohstoffe 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 14 Neues Rohstoff-Garantie-Duo
Garantie-Zertifikate haben am Zertifikatemarkt derzeit Hochkonjunktur und das gleich aus zwei Gründen. Zum einen aufgrund der schlechten Marktverfassung, die Anleger reihenweise in kapitalgeschützte Produkte treibt – andere Produkte lassen sich momentan wohl auch schwerlich verkaufen – und zum anderen wegen der speziellen Abgeltungssteuerproblematik, die diesen Produkttyp als einen der wenigen ab dem näch
sten Jahr zumindest nicht mehr benachteiligt.
Beide Argumente gelten nicht nur für die Aktien- sondern inzwischen auch für die Rohstoffmärkte, die seit Juli ebenfalls stark zurückgekommen sind, was sich speziell beim Ölpreis beobachten lässt, der mittlerweile munter der 100-US-Dollarmarke zustrebt. Aber auch die anderen Sektoren befinden sich in einer anhaltenden Korrekturphase.
Anleger, die den Rohstoffmarkt möglichst breit aufgestellt mit einer vollständigen Kapital- und Währungsabsicherung spielen möchten, finden unter den Neuemissionen derzeit ein entsprechendes Papier von Goldman Sachs, das alle vier Teilbereiche in irgendeiner Form abdeckt. So bezieht sich der zugrundeliegende Basket auf Erd- (20%) und Heizöl (16%) aus dem Energie-Segment, Kupfer und Nickel (je 16%) als Vertreter der Basismetalle, sowie die Agrarrohstoffe Mais und Sojabohnen (je 12%). Zu guter Letzt darf natürlich auch der Edelmetallsektor mit einem Anteil von acht Prozent Gold nicht fehlen. Investoren partizipieren hier an der Entwicklung des Basiswertekorbes zu indikativ 100 Prozent, wobei nach einer Laufzeit von drei Jahren von einer linearen zu einer durchschnittlichen Performancemessung übergegangen wird. Das „Asianing“ erfolgt in den beiden letzten Jahren der Laufzeit monatlich, was gleichzeitig zu einer sehr starken Glättung der Performance führt.
Ebenfalls nicht ohne Durchschnittsbildung kommt das neue auch noch in Zeichnung befindliche Rohstoff Garant-Zertifikat der ING-Bank aus, das dabei allerdings von vornherein auf einen vierteljährlichen Rhythmus zurückgreift. Der Rohstoffkorb stellt sich mit 50 Prozent Rohöl (WTI), sowie je 25 Prozent Gold und Kupfer jedoch wesentlich eingeschränkter dar, wobei der Energiebereich eine doppelte Gewichtung erhält. Ansonsten wird auch hier die Rückzahlung des Nennbetrages zum Laufzeitende nach 3,5 Jahren vom Emittenten zugesichert. Die Risiken aber auch Chancen eines abermaligen Dollarverfalls hat bei diesem Produkt wegen
der fehlenden Währungsabsicherung der Anleger zu tragen. Beide Produkte kommen ohne einen Cap aus und erlauben insofern eine unbegrenzte Beteiligung an der Wertentwicklung ihres jeweiligen Underlyings.
Der Rohstoff-Report Tipp: Beide Papiere zeigen trotz 100 Prozent Kapitalschutz und Partizipation doch zahlreiche Unterschiede hinsichtlich Basket-Zusammensetzung, Laufzeit und Währungsrisiko. So kann das Quanto-Produkt von Goldman Sachs aufgrund seiner ausgewogeneren und breiteren Aufstellung punkten, während der Anleger hier allerdings wesentlich länger gebunden ist und auch die engmaschige Durchschnittsbildung kann deutliche
Quanto Garantie-Zertifikat auf einen Rohstoffkorb Emittent/WKN: Goldman Sachs / GS09JP Laufzeit: 01.10.2013 Preis: (in Zeichnung: 03.09.08-01.10.0 Ausgabepreis: 100 Euro zzgl. (kein Agio)
ING Rohstoff Garant Zertifikat Emittent/WKN: ING-Bank / A0TZNQ
Laufzeit: 28.03.2012
Preis: (in Zeichnung bis zum 23.09.0 Ausgabepreis: 100 Euro zzgl. (bis 2% Agio)
Autor: Armin Geier
Investieren in Rohstoffe 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 15 Investieren in Rohstoffe 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 15 Passives investieren oder «Benchmarking»
Passives investieren oder «Benchmarking» ist keine Modeerscheinung, sondern erfüllt eine wichtige Funktion in jeder Allokation, nämlich das Kernportfolio abzubilden. Die meisten Produkte sind darauf ausgerichtet, den entsprechenden Index oder Aktienmarkt möglichst genau abzubilden. Während dies bei steigenden Kursen zu erfreulichen Renditen führt, bleibt das Portfolio bei sinkenden Kursen vor Verlusten nicht verschont.
Ihre Idee
Sie möchten in einen Aktien- oder Rohstoffindex investieren, jedoch nicht demselben Risiko ausgesetzt sein wie die Direktanlage. Gleichzeitig aber möchten Sie auf die Chance, bessere Renditen als der Vergleichsindex zu erwirtschaften, nicht verzichten.
Unsere Lösung
Vontobel hat zusammen mit der auf quantitative Modelle spezialisierten swissQuant Group eine neue Generation von Indizes entwickelt, die in
Phasen höherer Volatilität – also höherer Marktrisiken – die Partizipation an der Wertentwicklung des Vergleichsindex reduzieren. Die Strategie zielt folglich darauf ab, ein Engagement in das Risiko einer Indexanlage zu steuern und somit auch die Renditechancen zu erhöhen. Umgesetzt wird die Strategie über die gleichzeitige Anlage in den dividendenbereinigten Aktien- bzw. Rohstoffindex sowie in eine verzinste Geldanlage.
Underlying VT Managed VT Managed VT Managed VT Managed VT Managed Risk Index Risk Index Risk Index Risk Index Risk Index TR "Switzerland" TR "Europe" TR "USA" TR "Italy" TR "Commodity" Benchmark SMIC TR DJ EuroSTOXX 50 TR S&P 500 TR S&P MIB TR S&P GSCI TR Benchmark zur Emission 10692.89 5430.12 2098.639 43659 8373.49 Kurs Benchmark 10713.01 5098.83 2043.532 39559.86 8609.5 Emissionspreis EUR 101.50 EUR 101.50 EUR 101.50 EUR 101.50 EUR 101.50 Zertifikatspreis EUR 99 EUR 99.40 EUR 103.23 EUR 98.80 EUR 107.81 Laufzeit Open End Open End Open End Open End Open End WKN VFP427 VFP2B7 VFP2B8 VFP426 VFP2B9 Performance Indexzertifikat seit Emission -2.46% -2.07% 1.70% -2.66% 6.22% Performance Benchmark seit Emission 0.19% -6.10% -2.63% -9.39% 2.82% Allokation Index 47% 29% 50% 26% 45% Allokation Geldmarkt 53% 71% 50% 74% 55% Volatilität p.a. Benchmark 22.39% 21.60% 21.39% 20.76% 21.60% Volatilität p.a. Zertifikat 10.43% 6.47% 12.02% 6.34% 6.47%
(Stand: 1. September 2008)
Basismetalle 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 16 Aluminium - Klicken, um Profichart zu laden Kupfer - Klicken, um Profichart zu laden Zink - Klicken, um Profichart zu laden Blei - Klicken, um Profichart zu laden Nickel - Klicken, um Profichart zu laden Zinn - Klicken, um Profichart zu laden Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe
Soft-Commodities 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 17 Kaffee - Klicken, um Profichart zu laden Mais - Klicken, um Profichart zu laden Weizen - Klicken, um Profichart zu laden Kakao - Klicken, um Profichart zu laden Sojabohnen - Klicken, um Profichart zu laden Zucker - Klicken, um Profichart zu laden Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe
Energie & Indizes 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 18 Amex Gold Index - Klicken, um Profichart zu laden Brent - Klicken, um Profichart zu laden RICI Absolute Return - Klicken, um Profichart zu laden Amex Oil Index - Klicken, um Profichart zu laden Henry Hub Erdgas - Klicken, um Profichart zu laden S&P GSCI Total Return - Klicken, um Profichart zu laden Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe
Commodities im Chartcheck 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 19 SOJABOHNENÖL - Es ist soweit! Jetzt...
Future auf Sojabohnenöl im Endloskontrakt
Kürzel: BO ISIN: PSEUDO040262
Börse: NYBOT in US-Cent/pound Kursstand: 46,47 US-Cent
Kursverlauf vom 21.05.2006 bis 15.09.2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)
Rückblick: Wie versprochen gehen wir im jetzigen Check auf das übergeordnete Kursverhalten ein. Im letzten Check hatten wir dem Basiswert bereits 100 % Aufwärtspotenzial zugesprochen, allerdings mit dem Hinweis, dass wir auf das große Kaufsignal warten. Hangeln sie sich gerne einmal entlang der angehängten Trendcheckserie. Hätten sie bei Kursständen von 68,59 US-Cent einen Kursverfall bis unter 48,60 US- Cent erwartet? Wohl eher nicht, hier wurde er ziemlich präzise vorhergesagt. Es wurden die Gefahren, die aus Sicht der fallenden Kurse bestehen, hingewiesen. Nach diesem Kurssturz von 100 % Aufwärtspotenzial zu sprechen ist eine mutige Aussage, an der wir uns aber messen lassen müssen. Was erwarten wir hier mittelfristig von diesem Future?
Charttechnischer Ausblick: Wir erwarten in Kürze eine deutliche Stabilisierung in diesem Basiswert. Die möglichen 100 % Aufwärtspotenzial erwarten wir zwischen dem 21.02.2009 und dem 22.05.2009. Das präzise Kursziel notiert bei 82,41 US-Cent. Auch hier der Hinweis, dass eine genaue Einhaltung der Kursziels, also auf den Cent genau, nur von sekundärer Bedeutung ist. Es kommt auf die übergeordneten Bewegunen an. Wer etwas "sicherer" einsteigen möchte, der wartet einen Kursanstieg über 48,60 US-Cent ab. In dem Fall wäre bereits wieder charttechnische Stärke erkennbar. Sollten jetzt keine Stabilisierungstendenzen in diesem Bereich eintreten, dann muss alternativ von weiteren Kursverlusten bis 32,14 US-Cent ausgegangen werden.
MAIS - Der Verkaufsdruck hält an, aber...
Future auf Mais im Endloskontrakt
Kürzel: C ISIN: XC000A0AEZE1
Börse: CBOT in US-Cent pro Scheffel Kursstand: 548,50 US-Cent pro Scheffel
Kursverlauf vom 12.09.2003 bis 12.09.2009 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Woche)
Rückblick: Der Future auf Mais im Endloskontrakt konnte zwischen 2004 - 2006 eine umfassende Bodenbildungsphase absolvieren. Ende 2005 startete dann eine fulminante Kursrallye, die den Future bis 437,00 US-Cent führte. Ausgehend davon ging der Future in eine bullische Abwärtskorrektur, welche in der zweiten Jahreshälfte 2007 regelkonform nach oben aufgelöst werden konnte.
Daraus resultierte ein Rallyehoch bei 776,00 US-Cent pro Scheffel. Ausgehend davon zeichnet sich in den letzten Handelsmonaten eine deutliche Verkaufswelle ab, die den Basiswert bis in den Bereich der charttechnischen Horizontalunterstützung bei 503,25 US-Cent pro Scheffel fallen ließ.
Charttechnischer Ausblick: Der Future auf Mais verfügt unter langfristigen Aspekten über weiteres, deutliches Aufwärtspotenzial, befindet sich aktuell aber in einer deutlichen Korrekturphase.
Bei 437,25 US-Cent befindet sich eine charttechnische Unterstützung, in diesem Bereich sollten einsetzende Konsolidierungsphasen beendet werden.
Sollte der Future über 700,00 US-Cent ansteigen, dann besteht die Möglichkeit auf eine Fortsetzung bis 775,00 US-Cent
SOJABOHNENÖL MAIS
Commodities im Chartcheck 5. Jahrgang | Ausgabe 19 | 16.09.2008 20 ZUCKER - Die 11,73 müssen jetzt halten, sonst...
Future auf Zucker im Endloskontrakt
Kürzel: SB ISIN: XC0002272240
Börse: NYBOT in US-Cent/pound Kursstand: 12,15 US-Cent/pound
Kursverlauf seit 26.02.2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)
Rückblick: Das Kursgeschehen im Future auf Zucker im Endloskontrakt konnte das im Juni 2008 erwartete Aufwärtspotenzial einlösen. Scheiterte letztendlich aber knapp unterhalb des charttechnischen Widerstands bei 15,07 US-Cent/pound.
Seit einigen Handelstagen entsteht zunehmender Verkaufsdruck. Der Basiswert geht in eine dynamische Abwärtsbewegung über. Im Zuge dessen wird auch der kurzfristige Aufwärtstrend seit Juli 2008 nach unten verlassen. Bei genauer Betrachtung des Kursverlaufs ist erkennbar, dass sich seit August eine fallende unterstützende Linie (grün) nach unten hin absenkt. Hier liegt also mehr Verkaufsdruck als Kaufdruck vor. Es ist die Frage, ob die obere kurzfristige Abwärtstrendlinie (rot) nochmals erreicht werden kann.
Charttechnischer Ausblick: Zucker sollte jetzt nicht mehr nachhaltig unter 11,73 US-Cent/pound rutschen, um weitere Kursabgaben bis 9,44 US-Cent/pound zu unterbinden. Angesichts der vorliegenden Abwärtsbewegung sollte dieses Szenario aber den Vorrang erhalten. Kurszfristig dürfte der Basiswert von der 11,73er Marke nach oben abprallen und möglicherweise eine Kurserholung bis 13,25 US-Cent/pound starten. Erst ein Kursanstieg über 15,07 US-Cent/pound dürfte der mittelfristigen Aufwärtsbewegung wieder Antrieb verleihen. Erst dann entsteht aus charttechnischer Sicht ein prozyklisches Kaufsignal.
MASTRIND - Intakter Kapitalabfluss
Future auf Mastrinder im Endloskontrakt
Kürzel: FC ISIN: PSEUDO040209
Börse: CME in US-Cent/pound Kursstand: 112,99 US-Cent/pound
Kursverlauf seit 11.01.2008 (log. Kerzenchartdarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)
Rückblick: Der Future auf MASTRIND bildete im März ein markantes Korrekturtief bei 107,45 US-Cent/pound aus. Im Anschluss daran fanden sich wieder Käufer und der Basiswert konnte bis auf ein Verlaufshoch bei 117,78 US-Cent/pound ansteigen. Dieser Bereich muss im mittelfristigen Zeitfenster als markant eingestuft werden. Hier zeichnet sich ein wichtiger Widerstand ab.
Im Juli scheiterte der Basiswert erneut an diesem Kurslevel und gab daraufhin wieder merklich ab. Im heutigen Handel fällt der Basiswert auf ein neues Tief, innerhalb der Abwärtsbewegung zurück und bestätigt diesen.
Charttechnischer Ausblick: Erst sobald ein Kursanstieg über 115,00 US-Cent/pound gelingt ist ein erneutes Anlaufen an die 117,78er Marke möglich. Ein prozyklisches Kaufsignal entsteht demzufolge erst bei einem Kursanstieg über 11778 oder besser noch 119,57 US-Cent/pound auf Tagesschlusskursbasis.
Ein kurz bevorstehender Kursanstieg bis 112,00 US-Cent/pound ist derzeit möglich, allerdings sollte im Anschluss eine weitere Verkaufswelle in Richtung 107,45 US-Cent/pound anstehen..
ZUCKER MASTRIND
Terminausblick & Impressum 5. Jahrgang | Ausgabe 18 | 03.09.2008 21 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag 22:00 Uhr Crop Progress 17:00 Uhr Weather – Crop Summary 15:30 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 15:30 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 13:30 Uhr US Geflügelpreise 20:30 Uhr EIA Erdgasbericht 22:00 Uhr Crop Progress 22:00 Uhr Weather – Crop Summary 15:30 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 15:30 Uhr EIA Erdgasbericht 20:30 Uhr Commitment of Traders WOCHE 1WOCHE 2 Terminausblick & Impressum 5. Jahrgang | Ausgabe 18 | 03.09.2008 21 Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag 22:00 Uhr Crop Progress 17:00 Uhr Weather – Crop Summary 15:30 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 15:30 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 13:30 Uhr US Geflügelpreise 20:30 Uhr EIA Erdgasbericht 22:00 Uhr Crop Progress 22:00 Uhr Weather – Crop Summary 15:30 Uhr US Öllagerbestände API und EIA 20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery 15:30 Uhr EIA Erdgasbericht 20:30 Uhr Commitment of Traders WOCHE 1WOCHE 2
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Aktiengesellschaft mit Sitz in München - Registergericht: Amtsgericht München - Register-Nr: HRB 169607 - Umsatzsteueridentifikationsnummer gemäß § 27a UStG: DE207240211
Chefredakteur: Jochen Stanzl (stanzl@boerse-go.de)
Redaktion:
Marko Strehk (strehk@boerse-go.de), Thomas Gansneder (gansneder@boerse-go.de) Armin Geier (geier@boerse-go.de)
Vorstand: Robert Abend, Thomas Waibel, Harald Weygand
Aufsichtsratsvorsitzender: Theodor Petersen
Erscheinungsweise: 14-täglich
Bezug: kostenfreies Abonnement
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|  31.12.2008, 16:36
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... ist das Schlimmste schon vorbei?
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6. Jahrgang | Ausgabe 03 | 03.02.2009 Ein Service der BörseGo AG
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