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Anmeldedatum: 31.12.2008
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31.12.2008, 16:21


Wochenkommentar
von Jochen Stanzl
RohstoffReport Update
5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 Ein Service der BörseGo AG
Wochenkommentar
von Jochen Stanzl
RohstoffReport Update
5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 Ein Service der BörseGo AG
Basismetalle

Kupfer: Preise brechen weiter ein

Die Kupferpreise fielen in der letzten Woche auf den niedrigsten Stand seit
2 1/2 Jahren. Das Basismetall, welches vor allem im Bausektor verarbeitet
wird, erwies sich in der Vergangenheit als sensibler Konjunkturindikator.
Die Angst vor einer Rezession in der größten Volkswirtschaft der Erde, der
USA, sowie eine Wachstumsabkühlung in Japan, Deutschland und China
spielen sich somit direkt in den Kupferpreisen wieder.

Die Kupferpreise fielen vom Hoch im Mai um 44 Prozent. Der internationale
Kupferverband ICSG rechnet im Jahr 2009 mit einem
Angebotsüberschuss bei Kupfer von 277,000 Tonnen, nach zuvor
109,000 Tonnen. Dies spiegelt sich auch in den LME-Lagerbeständen
wieder, die von Tiefpunkt im Mai um 62 Prozent auf den höchsten Stand
seit 19 Monaten angestiegen sind.

Auch auf Seiten der Aktien sind merkliche Verluste zu verzeichnen. Der
brasilianische Berbaukonzern Vale verlor an nur einem Tag 20 Prozent
seines Wertes, ohne dass es hierfür unternehmensspezifische Gründe
gab. Rohstoffe und Rohstoffaktien leiden unter den Konjunkturrisiken
und auch daran, dass Hedgefonds und andere Investoren ihre
Positionen glattstellen und verkaufen.

Stahlpreise verlieren deutlich an Boden

Auch an der Kurve der Stahlpreise ist zu erkennen, dass sich das
Wachstum der Weltwirtschaft abkühlt. Schien die 800 Milliarden US-
Dollar schwere weltweite Stahlindustrie in der ersten Jahreshälfte noch
immun, so scheint man nun auch dort zu spüren, dass die Geschäfte
schlechter laufen.

310 US-Dollar kostet eine Tonne Stahl heute für Lieferungen in drei
Monaten, nach 400 US-Dollar vor einer Woche. Auch die Preise für sofortige
Lieferungen sind gefallen – von 600 auf 450 US-Dollar in nur einer
Woche.

Neben den Konjunktursorgen fallen auch die Produktionskosten der
Hersteller, da auch die Preise für Erdgas, Öl und Energie gefallen sind. Die
fallenden Produktionskosten spiegeln sich ebenfalls in den Preisen für
Stahl wieder.

Nun beginnen die Stahlhersteller rund um den Globus, ihre
Produktion an die niedrigere Nachfrage anzupassen. ArcelorMittal,
der weltgrößte Stahlhersteller, sowie Corus, Russian Severstal und mehrere
chinesische Produzenten haben in den letzten Wochen
Produktionskürzungen angekündigt. Das Risiko weiter fallender
Stahlpreise ist weiter hoch.


RohstoffReport Update 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 2
Edelmetalle

Der US-Dollar wertete in der letzten Woche auf und stieg auf den höchsten
Stand seit 16 Monaten. Diese Bewegung des US-Dollars, die den
Goldpreis direkt belastet, ist für viele Anleger schier unerklärlich.
Eigentlich müsste der Dollar unter der aktuellen Situation eher leiden, als
zu neuer Stärke finden. Das umgekehrte findet aber statt. Auf der Suche
nach Erklärungen stößt man auf die Reaktionen der Marktteilnehmer auf
die weltweite Finanzkrise. Banken rund um den Erdball erhöhen ihre
Barbestände.

Dadurch steigt die Nachfrage nach der US-Währung, da viele Banken ihre
Barbestände auf US-Dollar-Konten halten. Hinzu kommt die Erwartung,
dass die Konjunkturschwäche, die in den USA begonnen hat, sich rund
um den Erdball fortsetzen wird. Gegenüber dem US-Dollar quotierte
Währungen wie der Euro oder das Britische Pfund werden von
Marktteilnehmern als riskanter angesehen, da die dortige Konjunktur sich
noch in einem früheren Stadium des Abschwungs befindet.

Die Aussichten für die Goldpreisentwicklungen haben sich allerdings
nicht nur aus diesem Grund eingetrübt. Auch die Charttechnik gibt wenig
Hoffnung auf steigende Goldpreise. Ein Ausbruch über die Marke von
925 US-Dollar/Unze schlug fehl, was schnelle Preisabgaben bis in den
Bereich von 800 US-Dollar/Unze zur Folge hatte. „Ein Abverkauf in
Richtung 730 und anschließend 650 $ wird immer wahrscheinlicher“,
meint Harald Weygand, Head of Trading bei Godmode-Trader.de.

Am gleichen Tag, an dem Gold von der Marke von 925 US-Dollar/Unze
nach unten abprallte, erreichte der Dow Jones Index in den USA sein bisheriges
Bewegungstief bei 7884 Punkten. Heute notiert der Index bereits
wieder rund 1000 Punkte über diesem Tief. Anleger, die Gold als
Absicherung gegen eine weitere Abwärtswelle an den Aktienmärkten
gekauft haben, stießen ihre Positionen wieder ab.

Daneben signalisieren die um die Hälfte gefallenen Ölpreise niedrigere
Inflationserwartungen. Die Goldnachfrage als Inflationsabsicherung leidet
darunter.

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Auf Seiten der bullischen Faktoren für den Goldpreis ist vor allem die
Gold-ETF-Nachfrage zu nennen. In diesen ETFs, die den Goldkauf für alle
Anleger mit einem Aktiendepot ermöglichen, wurden weltweit am 24.
September 1039 Tonnen Gold gehalten, das entspricht 42 Prozent der
Jahresproduktion von 2007.

Energie

Der Ölpreis fiel in der letzten Woche auf den niedrigsten Stand seit 151/2
Monaten. Die Korrektur weitet sich damit vom Hoch am 15. Juli bei 147,27
US-Dollar/Barrel auf 78,70 US-Dollar/Barrel oder 53 Prozent aus.

Treibstoffnachfrage bleibt schwach

Die anhaltend niedrige Treibstoffnachfrage in den USA ist aus fundamentaler
Sicht vor allem verantwortlich für die Preisrückgänge. Sie fällt stärker,
als dies normalerweise in der nun saisonal schwachen
Nachfragezeit der Fall wäre. In den letzten vier Wochen wurden in den
USA so wenig Treibstoffe verbraucht, wie seit neun Jahren nicht mehr.
Insgesamt waren es 18,6 Millionen Barrels täglich. Amerikaner sparen, da
Rekordbenzinpreise aus dem Sommer ein Umdenken ausgelöst haben,
aber auch wegen der Konjunkturschwäche.

Auch die Daten zur US-Industrieproduktion im September wiesen darauf
hin, dass die USA sich in einer konjunkturellen Abschwächung befinden.
Die Industrieproduktion fiel um 2,8 Prozent, das ist der stärkste Rückgang
seit 34 Jahren.

OPEC: Wie groß wird die Senkung?

Vor diesem Hintergrund senkte das Ölkartell OPEC in der letzten Woche
seine Ölnachfrageprognose für 2009. Die Nachfrage werde, angetrieben
durch die Schwellenländer, nur noch um 450,000 Barrels täglich auf
87,21 Millionen Barrels täglich steigen. Am 24. September rief das Kartell
außerdem eine Sondersitzung ein, in der über die Förderquoten diskutiert
werden soll. Nachdem der Ölpreis in der letzten Woche die Marke
von 70 US-Dollar/Barrel nach unten durchbrach, sollen die Fördermengen
zwischen einem und drei Millionen Barrels täglich gesenkt werden,
so Stimmen aus der OPEC.

Goldman Sachs senken Ölpreisprognosen

Ob diese Senkungen helfen werden, den Marktpreis zu stützen, muss
sich zeigen. Selbst die bisher positiv für den Ölpreis eingestellten
Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für den durchschnittlichen
Ölpreis im vierten Quartal von 110 auf 75 US-Dollar/Barrel
herabgesetzt. Zum Jahresende könnte der Ölpreis bei 70 US-Dollar/Barrel


RohstoffReport Update 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 3
notieren, bisher waren die Analysten von 115 US-Dollar/Barrel ausgegangen.
Sollte sich die Konjunkturschwäche intensivieren, seien sogar 50
US-Dollar/Barrel möglich

Soft-Commodities

Soja: Genug Angebot, zu wenig Nachfrage

Die Sojabohnenpreise haben ihre schon seit 31/2 Monaten andauernde
Abwärtsbewegung in der letzten Woche fortgesetzt und sind auf den
niedrigsten Stand seit 131/2 Monaten gefallen. Wie das US-
Landwirtschaftsministerium in der letzten Woche feststellte, wird die US-
Sojabohnenernte höher ausfallen, als bisher erwartet. Außerdem sind
auch die Lagerbestände im ganzen Land noch etwas höher, als bisher
angenommen. Auf der Nachfrageseite belastet vor allem die Aussicht auf
einen geringeren Sojaölabsatz die Preise. Sojaöl wird zur
Biodieselherstellung verwendet, dessen Nachfrage nun durch fallende
Ölpreise geringer ist, als noch vor wenigen Monaten. Dies wirkt sich wiederum
negativ auf die Sojaölnachfrage aus. Auch die chinesische
Sojanachfrage dürfte nachlassen, da die dortige Ernte im laufenden
Erntejahr (Beginn: 1. Oktober) um 22 Prozent auf 16,5 Millionen Tonnen
wachsen wird.

Mais: Rezessionsangst drückt die Preise

Die Maispreise fielen durch Zwangsliquidationen taktischer Investoren
wie Hedgefonds oder CTAs weiter zurück. In der letzten Woche erreichten
die Preise den niedrigsten Stand seit 111/2 Monaten. Auch die
Rezessionsangst spielte bei der neuerlichen Verkaufswelle, die den
Maispreis in der letzten Woche um über 8 Prozent drückte, eine Rolle.
Eine Rezession wird sich in den USA auch auf die Verbraucherausgaben
auswirken, was insbesondere bei der Fleischnachfrage zu spüren sein
wird. Dies erzeugt neuen Druck auf die Verkaufszahlen bei Mais, der als
Futtermittel an Viehzüchter verkauft wird. Farmer, die Mais gerade ernten,
könnten aber geneigt sein, eigene Silos zu füllen, als diese an den Markt
zu geben. Dies könnte das Angebot bis zum Jahresende in den USA
etwas verknappen. Wenn die Preise aber wieder steigen, werden auch
diese Farmer mit ihrem zusätzlichen Angebot an den Markt drängen.
Dieser Umstand wird deutliche Preissprünge nach oben auf absehbare
Zeit verhindern.

Brasilien: Immer mehr Zuckerrohr für Ethanol

Die Zuckerpreise an der Chicago Board of Trade (CBOT) fielen in der letzten
Woche auf den niedrigsten Stand seit 4 Monaten. Die sich verdichtenden
Hinweise auf eine Abschwächung der Nachfrage im Zuge der
weltweiten Konjunkturabschwächung werden in den Terminpreisen des
Zuckers eskomptiert. Hinzu kommt, dass brasilianische Zuckerbauern
ihre Exportverkäufe intensivierten, um vom Rückgang der brasilianischen
Währung, des Real, auf ein 31/2-Monatstief zu profitieren. Auch die

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Halbierung des Ölpreises sorgt für Preisdruck. Immerhin wird ein großer
Teil des Zuckerrohrs in Brasilien verwendet, um Ethanol für den Binnenund
Exportmarkt herzustellen. Trotz allem gibt es weiterhin bullische
Faktoren für den Zuckerpreis. Der internationale Zuckerverband ISO sieht
den weltweiten Markt des süßen Rohstoffs im Jahr 2009 in einem Defizit
von 3,9 Millionen Tonnen, was vor allem auf einen Rückgang der
Erntemenge in 2009 um 4 Prozent zurückzuführen sei. Außerdem werde
Brasilien in diesem Jahr 59 Prozent seiner Zuckerrohrernte verwenden,
um Ethanol herzustellen, nach 55 Prozent in 2007.


Charts an der LME 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 4
630000
730000
830000
930000
1030000
1130000
1230000
1330000
1430000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08
0
20000
40000
60000
80000
100000
120000
140000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08
80000
100000
120000
140000
160000
180000
200000
220000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08
0
10000
20000
30000
40000
50000
60000
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08
Aluminium Lagerbestände
Kupfer Lagerbestände
Zink Lagerbestände
Blei Lagerbestände
Nickel Lagerbestände
Zinn Lagerbestände
50000
100000
150000
200000
250000
06 06 07 07 08
5500
7500
9500
11500
13500
15500
Mai. 06 Nov. 06 Mai. 07 Nov. 07 Mai. 08

Basismetalle 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 5
Aluminium – Klicken, um Profichart zu laden
Kupfer – Klicken, um Profichart zu laden
Zink – Klicken, um Profichart zu laden
Blei – Klicken, um Profichart zu laden
Nickel – Klicken, um Profichart zu laden
Zinn – Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Soft-Commodities 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 6
Kaffee – Klicken, um Profichart zu laden
Mais – Klicken, um Profichart zu laden
Weizen – Klicken, um Profichart zu laden
Kakao – Klicken, um Profichart zu laden
Sojabohnen – Klicken, um Profichart zu laden
Zucker – Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Energie & Indizes 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 7
Amex Gold Index – Klicken, um Profichart zu laden
Brent – Klicken, um Profichart zu laden
RICI Absolute Return – Klicken, um Profichart zu laden
Amex Oil Index – Klicken, um Profichart zu laden
Henry Hub Erdgas – Klicken, um Profichart zu laden
S&P GSCI Total Return – Klicken, um Profichart zu laden
Trackbox Rohstoffe Trackbox Rohstoffe

Video & Wochenperformance 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 8 Video & Wochenperformance 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 8
Rohstoffvideo der Woche



Klicken Sie auf den Pfeil,
um das Video auf der Webseite von GodmodeTrader.de anzusehen.
MEDIA CENTER
BörseGo AG, Infoabend, Marko Strehk – Teil 1
Professioneller CFD Handel und
Money Management –
(Dauer: 8 min)
Von und mit MarkoStrehk,
technischer Analyst Godmode-Trader.de
.
Wochenperformance


14,7%

10%

0%
-10%
-20%
-30%
-40%
-50%
-60%


12,4%


2,4%
0,0%


-0,2%-0,4%-1,1%-2,0%-2,2%
-3,9%
-5,3%-6,4%-6,8%-6,8%-7,4%-8,1%-8,7%

-12,1%
-14,9%
-17,0%


-52,9%

OrangensaftHolzBaumwolleZuckerMaisSojabohnenWeizenKupferKaffeeAluminiumBleiGoldSilberKakaoBrentölZinnPlatinPalladiumZinkNickelRodium


Terminausblick & Impressum 5. Jahrgang | Ausgabe 21 vom 14. bis 21. Oktober 2008 9
Terminausblick


Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
22:00 Uhr Crop Progress
17:00 Uhr Weather – Crop Summary
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
13:30 Uhr US Geflügelpreise
20:30 Uhr Commitment of Traders
22:00 Uhr Crop Progress
22:00 Uhr Weather – Crop Summary
16:35 Uhr US Öllagerbestände API und EIA
20:00 Uhr USDA Broiler Hatchery
16:35 Uhr EIA Erdgasbericht
20:30 Uhr Commitment of Traders
WOCHE 1WOCHE 2


Impressum, Urheberrechtshinweis & Disclaimer



Aktiengesellschaft mit Sitz in München - Registergericht: Amtsgericht München - Register-Nr:
HRB 169607 - Umsatzsteueridentifikationsnummer gemäß § 27a UStG: DE207240211

Chefredakteur: Jochen Stanzl (stanzl@boerse-go.de)

Redaktion:

Marko Strehk (strehk@boerse-go.de),
Thomas Gansneder (gansneder@boerse-go.de)
Armin Geier (geier@boerse-go.de)


Vorstand: Robert Abend, Thomas Waibel, Harald Weygand

Aufsichtsratsvorsitzender: Theodor Petersen
Nach obenprofil pn
Gast 

31.12.2008, 16:21


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